Am 17. Oktober ist es wieder soweit: Zum 46. Mal startet Österreichs größtes Filmfestival für zwölf Tage in Wien. Hervor sticht dieses Jahr die Ausgewogenheit der 180 Filme. Zu je einem Drittel werden dem Publikum aktuelle Spiel-, Dokumentar- sowie Kurzfilme präsentiert. Neben der filmischen Variation aus unbekannten und bekannten RegisseurInnen wie beispielsweise den Brüdern Dardenne, runden prominente Gäste wie Isabelle Huppert und Ingrid Carven das vielseitige Programm des Festivals ab. |
Altbewährt findet die Viennale auch dieses Jahr wieder in den Innenstadtkinos Gartenbau-, Metro- und Stadtkino sowie der Urania und dem Künstlerhauskino statt. Für den Festivalleiter Hans Hurch ist die Viennale 2008 "ein schöner und eindrucksvoller Beweis für die Lebendigkeit und Vielfalt des aktuellen Weltkinos". Eröffnungsfilm ist der Cannes-Gewinner "Entre les murs" von Laurent Cantet über den Alltag einer Schule in einem französischen Problemviertel, den Abschluss bildet der israelische Trickfilm "Waltz With Bashir", der aus der Sicht des Regisseurs und damaligen Soldaten Ari Folman von dem Massaker von Sabra und Schatila erzählt.
Heimspiel
Mit insgesamt zwanzig Lang- und Kurzfilmen präsentieren sich heimische Filmschaffende dem Publikum. Sämtliche österreichischen Filme erleben bei der Viennale ihre nationale Erstaufführung, einige sogar ihre Weltpremiere wie der Dokumentarfilm "Lets make money" von Erwin Wagenhofer, der die Spuren unseres Geldes im weltweiten Finanzsystem verfolgt. Vor der US-Finanzkrise ein aktuelleres Thema denn je. Unter dem Motto "Austrian Shorts" werden neun Kurzfilme von österreichischen RegisseurInnen aus den Jahren 2007/08 im Stadtkino präsentiert. Die FilmemacherInnen werden teilweise persönlich anwesend sein.
A Tribute to Bob Dylan
Neben dem deutschen Regisseur Werner Schroeter ist das diesjährige Tribute dem Sänger Bob Dylan gewidmet. Dieser hat es nicht nur durch die bekannten Dokumentationen "Don't Look Back" von 1967 und "Masked And Anonymous" (2003) auf die Kinoleinwand geschafft, sondern er hat bei zwei Filmen selbst Regie geführt. Der Dokumentarfilm "Eat The Document" begleitet Dylan auf seiner Großbritannien-Tour mit der Band "The Hawks". Neben der Regie war Dylan zusätzlich am Schnitt des Films beteiligt. Der Musikfilm "Renaldo & Clara" aus dem Jahr 1978 stellt ein Selbstporträt des Musikers aus Konzertmitschnitten von 1975/76, dokumentarischen Bildern und gespielten Szenen dar. Neben Joan Baez und seiner damaligen Frau Sara betätigt sich Dylan hier als Schauspieler.
Österreich in Hollywood: Nora Gregor
In Kooperation mit dem Filmarchiv Austria widmet sich ein Special dem Leben und Werk der Schauspielerin Nora Gregor (1901–1949). Die österreichische Stummfilmgröße debütiert bereits als Achtzehnjährige auf den Wiener Bühnen. 1930 zieht es Gregor zu MGM nach Hollywood, wo sie zwei Jahre lang in deutschsprachigen Versionen amerikanischer Filmproduktionen mitspielt. 1932 geht Gregor nach Wien zurück, wo sie bis 1938 als Kammerschauspielerin am Burgtheater agiert. Sämtliche verfügbaren Arbeiten von Nora Gregor werden im Metrokino gezeigt.
Hollywood in Österreich: Rourke, Tyson und Smith
Insgesamt 71 Spielfilme werden heuer gezeigt. Neben klassischen Hollywoodproduktionen wie "The Wrestler" vom New Yorker Regisseur Darren Aronofsky über einen alternden Show-Ringer, gespielt von Mickey Rourke, liegt der Fokus auf dem lateinamerikanischen Kino sowie Porträtfilmen wie beispielsweise "Tyson" von James Toback. Chronologisch erzählt Toback das Leben des mehrfachen Boxweltmeisters "Iron Mike" Tyson und dessen Wut im Boxring. Neben Tyson wird auch der Rocksängerin Patti Smith von Steven Sebring ein Porträt gewidmet. Durch Interviews, Off-Kommentare, Liedtexte und Anekdoten bekommt das Publikum Einblicke in das Leben und die Gedankenwelt der Sängerin.
Film verpasst?
Die Karten für die Viennale-Filme sind schnell vergeben. Aus diesem Grund wurde im letzten Jahr der sog. "Bonus Track" eingeführt, bei welchem täglich ab dem 18. Oktober um 18.30 Uhr im Künstlerhauskino früh ausverkaufte Filme in Zusatzvorstellungen wiederholt werden. Zusätzlich werden Filme gezeigt, die zu Programmschluss noch nicht gesichert waren und dem Publikum als Programmerweiterungen angeboten werden. (mw)
Die Viennale bietet ermäßigte Ticketpreise für erstsemestrige Studierende (weiters: Club-Ö1-Mitglieder, AbonentInnen des "Standard", KundInnen und MitarbeiterInnen der ERSTE Bank). Unter Vorlage des entsprechenden Ausweises erhalten Sie an allen Viennale-Vorverkaufsstellen (ab 4. Oktober 2008) sowie in den Viennale-Kinos (während des Festivals) folgende Ermäßigungen auf die Tickets (z.B. Einzelticket 6,90 statt 7,50 Euro).
Viennale: 17. bis 29. Oktober 2009 Kinos: Gartenbau, Metrokino, Stadtkino, Urania, Künstlerhaus Retrospektive im Filmmuseum: "Los Angeles. Eine Stadt im Film" 5. Oktober bis 5. November 2008
In Kürze startet auf dieUniversitaet-online wieder ein Gewinnspiel, bei dem 5x2 Karten verlost werden. |