Am Donnerstag, 22. Oktober 2009, ist es wieder soweit: Das größte internationale Filmfestival Österreichs zeigt bis 4. November über 300 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme. Avantgardistische Arbeiten stehen neben klassischen Genrefilmen, internationales Autorenkino neben ausgewählten, größeren kommerziellen Produktionen. Als diesjähriger Tribute-Gast des Festivals wird die britische Schauspielerin Tilda Swinton gewürdigt; gezeigt wird rund ein Dutzend ihrer wichtigsten Arbeiten. Der Vorverkauf startet am Samstag, 17. Oktober, um 10 Uhr. |
Das cineastische Highlight hierzulande, die Viennale, startet heuer am Donnerstag, 22. Oktober. Was Filmaficionados heuer besonders freuen wird, ist die Verlängerung des Festivals um einen Spieltag. Unter dem Motto "Ein Tag mehr Viennale. Ein Tag weniger Krise" wird jedoch nicht die Anzahl der Filme im Programm erhöht, sondern der bisher schon übervolle Spielplan entlastet. Eine zweite Neuerung betrifft die Viennale-Zentrale, die heuer von der Urania ein kurzes Stück weiter flussaufwärts zieht: Das "Badeschiff Wien" am Donaukanal ist der neue Publikumstreffpunkt, in dem das Rahmenprogramm mit Diskussionen, Filmgesprächen, DJ-Lines und Konzerten stattfinden wird.
Differenziertes Panorama des Weltkinos
Die Viennale09 stellt "ein differenziertes Panorama des Weltkinos mit so vielen verschiedenen Namen wie selten zuvor" in Aussicht. Zu den Entdeckungen gehören FilmemacherInnen wie Carlos Serrano Azcona, Julio Hernández Cordón, Asghar Farhadi, Damien Chazelle, Christine Molloy, Joe Lawlor oder Christophe Clavert. CineastInnen vertraute Namen finden sich aber ebenso im Programm - wie etwa Lars von Trier, Steven Soderbergh oder Francis Ford Coppola.
Ein Fokus des kommenden Festivals gilt dem österreichischen Kino, das seit einiger Zeit international große Aufmerksamkeit erhält. Auf der Viennale09 werden einige Beispiele dieses Erfolgs gezeigt, wie die Arbeit der Cannes-Teilnehmer Tizza Covi und Rainer Frimmel "La Pivellina", oder "Lourdes" von Jessica Hausner, der in Venedig gezeigt wurde und im Rahmen der Viennale seine österreichische Erstaufführung hat.
Zwei Tributes: Tilda Swinton und Lino Brocka
Der heurige Tribute-Gast des Festivals ist die unkonventionelle britische Schauspielerin Tilda Swinton. Alleine ihr vielseitiges und anspruchsvolles Repertoire an Rollen macht deutlich, dass sich die gebürtige Schottin in keine Schublade stecken lässt. Auf der Viennale wird eine Auswahl ihrer Arbeiten gezeigt, darunter Caravaggio (Derek Jarman, GB 1986), Orlando (Sally Potter, GB/Russland/F/I/NL 1992), Female Perversions (Susan Streitfeld, USA/D 1996) und Julia (Erick Zonca, USA/F/Mexiko/B 2007).
Das Filmschaffen des philippinischen Regisseurs Lino Brocka steht im Mittelpunkt des zweiten Tributes. Dafür hat die Viennale die jungen philippinischen Regisseure Khavn de la Cruz, Lav Diaz und Raya Martin sowie Brockas Zeitgenossen Kidlat Tahimik eingeladen, eine Auswahl der wichtigsten Arbeiten Lino Brockas zu treffen und zum Teil persönlich beim Festival vorzustellen.
Spezialprogramm: Die Zukunft des Kinos
Im "Special Program" werden heuer ausgewählte Arbeiten der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) gezeigt. Die insgesamt 25 studentischen Filmen sind mehrheitlich in den letzten fünf Jahren entstanden, mit einigen wenigen Ausnahmen aus den Jahrzehnten davor. Die Auswahl wurde vom scheidenden dffb-Direktor, Hartmut Bitomsky, mit Unterstützung von den KollegInnen der Studienleitung getroffen. Es sind Arbeiten jeglicher Machart und Stilistik, unterschiedlichster Provenienz und Genres, beheimatet zwischen Kino und Fernsehen.
Retrospektive "The Unquiet American": 7. Oktober bis 5. November
"In der Ära unmittelbar nach der achtjährigen Regierungszeit von George W. Bush scheinen Amerikaner ob ihrer Ignoranz selten still und zurückhaltend zu sein, sondern tatsächlich laut und angeberisch", schreibt Jonathan Rosenbaum, US-amerikanischer Filmkritiker und Kurator der diesjährigen Viennale-Retrospektive: "Und das ist es, was den Titel meiner Retrospektive 'The Unquiet American. Transgressive Comedies from the U.S.' anregte, der eine Art von rücksichtsloser, ungezügelter und oft solipsistischer amerikanischer Geisteshaltung postuliert, die erheiternd und gefährlich zugleich ist." Die Auswahl der "lauten US-Komödien" reicht von "Chameleon Street" (Wendell B. Harris Junior, 1989) über "When the Clouds Roll By" (Victor Fleming, Theodore Reed, 1919) bis zu "Monkey Business" (Howard Hawks, 1952). (red)
Aktion für erstsemestrige Studierende Alle Erstsemestrigen erhalten mit ihrem Studentenausweis an den Vorverkaufsstellen ermäßigte Tickets zur Viennale (Einzel: 7,40 Euro statt 8 Euro; ab 10 Tickets: 6,80 Euro pro Ticket statt 7,40 Euro; ab 20 Tickets 5,80 Euro pro Ticket statt 6,40 Euro). Eine Aktion von Kulturreferat der ÖH und Viennale.
Viennale 2009: 22. Oktober bis 4. November 2009 Kinos: Gartenbau, Metrokino, Stadtkino, Urania, Künstlerhaus Retrospektive im Filmmuseum: 7. Oktober bis 5. November
In Kürze startet auf "dieUniversitaet-online" wieder ein Gewinnspiel, bei dem 5x2 Karten verlost werden.
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