Wie schnell ein Jahr vergeht, merkt man daran, dass in Wien wieder die Viennale-Plakate hängen ... Heuer ist darauf die graphische Bearbeitung eines Bildausschnitts aus dem Film "Crime Wave" von André de Toth aus dem Jahr 1954 zu sehen. Eröffnet wird das größte cineastische Highlight hierzulande am Donnerstag, 21. Oktober 2010 mit dem französischen Spielfilm "Des hommes et des dieux" ("Of Gods and Men") von Xavier Beauvois. Das zweiwöchige Kinofieber wird am 3. November 2010 mit dem Spielfilmdebüt des mexikanischen Regisseurs Pedro Gonzalez-Rubio, "Alamar", ausklingen.
Den diesjährigen Festivaltrailer "Empire" gestaltete Apichatpong Weerasethakul. Der renommierte thailändische Regisseur gewann Anfang des Jahres mit seinem Film "Lung Boonmee Raluek Chat" die Goldene Palme in Cannes und wird von 21. bis 24. Oktober beide Filme auf der Viennale vorstellen.
"Eine nicht-hierarchische Idee von Kino"
Während es im Vorjahr einen Schwerpunkt auf österreichisches Filmschaffen gab, sind heuer nur drei Filme und vier heimische Koproduktionen vertreten. Starke österreichische Präsenz gibt es hingegen im ausgebauten Kurzfilmprogramm, das mit mehr als 50 Werken aufwartet, sieben davon aus Österreich (u.a. Peter Tscherkassky).
"Wenn es am Programm der Viennale etwas Außergewöhnliches gibt, dann ist es, so hoffen wir, die Dichte und hohe Qualität der Auswahl, das Nebeneinander von aktuellen und historischen Filmen, die gleichberechtigte Präsentation von Spielfilmen, Avantgardefilmen, Dokumentationen. Eine nicht-hierarchische Idee von Kino, die Verweigerung von Wettbewerb, die möglichst offene Programmierung", so Viennale-Direktor Hans Hurch anlässlich der Programmpräsentation: "Vielleicht ist das Besondere an der Viennale, dass sie nicht versucht, etwas Besonderes zu sein, etwas Originelles, etwas Herausgehobenes. Sondern einfach ein gutes Filmfestival."
Raum "des Offenen und Neuen"
Daneben verfolgt die Viennale heuer den Anspruch, als Teil des öffentlichen Raumes "mehr" zu sein - "nämlich Ahnung und Vorschein eines wirklich öffentlichen und freien Raums", betont Hurch. Diesen Raum bieten wie in den Vorjahren die Spielstätten Gartenbaukino, Metrokino, Stadtkino, Künstlerhaus Kino und Urania. Das 2009 am Badeschiff eingeführte Festivalzentrum wird beibehalten, ebenso der zusätzliche Festivaltag.
Neu: Special Evenings
Jede Menge Gäste verspricht die Reihe an Special Evenings, bei denen dem österreichischen Filmemacher und -historiker Günter Peter Straschek gedacht wird, Lou Reed seinen Kurzfilm "Shirley" vorstellt, Klaus Lemke über "die Wiedergeburt des deutschen Films" erzählt und ein Double Feature von Larry Cohen und Merv Bloch in Anwesenheit beider Filmemacher gezeigt wird.
Tributes und Retrospektive, ...
Tributes gibt es heuer zum einen für den Außenseiter unter den amerikanischen Filmemachern, Larry Cohen. Zum anderen wird dem erst im Mai verstorbenen William Lubtchansky, einem der Lieblingskameramänner von Jean-Luc Godard, mit einem Tribute gehuldigt. Das Filmmuseum zeigt bereits seit vergangener Woche die Retrospektive eines weiteren Wegbegleiter Godards, dem "Nouvelle Vague"-Mitbegründer Eric Rohmer.
... Special Programs und Preisverleihung
Die Special Programs rücken neben dem zwölfteiligen "Silent Masters"-Programm des Filmarchiv Austria zum österreichischen Stummfilmkino der 20er Jahre zwei junge Filmemacher in den Mittelpunkt: "Exposed" wendet sich dem österreichischen Kurzfilmemacher Siegfried A. Fruhauf zu, während "Drifting States" die Arbeiten des kanadischen Jungregisseurs Denis Cote vorstellt.
Auch heuer werden drei Preise vergeben: der Wiener Filmpreis in den Kategorien Spiel- und Dokumentarfilm, der FIPRESCI-Preis der Internationalen Filmkritik und der "Standard"-Publikumspreis. Die Filmpreis-Jury ist bunt besetzt: Neben der Lyrikerin Sabine Gruber sitzt u.a. Hip-Hop-Musiker Martin Skerwald aka SKERO in der Jury.
Konzerte, Performances und DJ-Lines
Gäste aus allen künstlerischen Bereichen gibt es zudem bei zahlreichen Gesprächen, Performances und Konzerten. Edgardo Cozarinsky, renommierter Vertreter der argentinischen Literatur, ist bei der diesjährigen Viennale mit seiner Doku "Apuntes para una biografia imaginaria" vertreten und wird am 23. Oktober aus seinem Werk lesen. (APA/br)
Viennale 2010: 21. Oktober bis 3. November 2010 Kinos: Gartenbau, Künstlerhaus, Urania, Metrokino, Stadtkino, Österreichisches Filmmuseum Nähere Informationen Programm (PDF)
Aktion für erstsemestrige Studierende Alle Erstsemestrigen erhalten mit ihrem Studentenausweis an den Vorverkaufsstellen ermäßigte Tickets zur Viennale (Einzel: 7,90 Euro statt 8,50 Euro; ab 10 Tickets: 7,30 Euro pro Ticket statt 7,90 Euro; ab 20 Tickets 6,40 Euro pro Ticket statt 7,00 Euro). Eine Aktion von Kulturreferat der ÖH und Viennale.
In Kürze startet auf "DieUniversitaet-online" wieder ein GEwinnspiel, bei dem 5 x 2 Karten plus jeweils eines der heiß begehrten Viennale-Packages verlost werden.
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