Fast die Hälfte der Hertha-Firnberg-Stellen, die nach einem hoch kompetitiven Verfahren vergeben werden, gehen an junge Forscherinnen der Universität Wien. Die ausgezeichneten Nachwuchswissenschafterinnen erhalten damit eine realistische Chance, ihre universitäre Karriere entscheidend voranzutreiben. |
Die vier Hertha-Firnberg-Stipendiatinnen der Universität Wien sind:
Ulrike Exner Institut für Geologische Wissenschaften Thema: 3D strukturelle und mechanische Modellierung von Störungsgeometrien Fachbereiche: Computerunterstützte Simulation, Tektonik, Geodynamik
Gerlinde Habler Institut für Geologische Wissenschaften Thema: Metamorphose und Tektonik in Hangenden einer Extrusionszone Fachbereiche: Petrologie, Geologie, Tektonik, Geochemie
Brigitte Poppenberger Department für Pflanzenmolekularbiologie, Max F. Perutz-Laboratorien Thema: Die Regulation der Brassinosteroid-Biosynthese in Pflanzen Fachbereiche: Molekularbiologie, Genetik, Biochemie, Pflanzenphysiologie
Irene Reichl Institut für Sportwissenschaften Thema: Bewegungsanalyse: Genauigkeit der Gelenkszentrenbestimmung Fachbereich: Biomechanik
Die weiteren fünf Firnberg-Stipendiatinnen sind: Annett Bartsch ("Auswirkung des Klimawandels in Permafrostgebieten"/TU Wien), Andrea Fischer ("Entwicklung eines integralen Gletschermonitoringsystems"/Universität Innsbruck), Claudia Garetto ("Funktionalanalysis-Methoden für verallgemeinerte Operatoren"/Universität Innsbruck), Katrin Ramsauer ("Zecken-übertragene Flaviviren und Typ 1 Interferone"/Medizinische Universität Wien) und Sabine Rosner ("Analyse Akustischer Signale von austrocknendem Holz"/Universität für Bodenkultur)
Neues Karriereentwicklungsprogramm
Das Karriereentwicklungsprogramm für junge Wissenschafterinnen wurde 2006 neu abgestimmt. Durch die Kombination des Hertha-Firnberg-Programms für Nachwuchswissenschafterinnen mit dem Elise-Richter-Programm für fortgeschrittene Postdocs können insgesamt sechs Jahre Förderung in Anspruch genommen werden. Dadurch erhofft man sich eine positive Auswirkung auf die nach wie vor viel zu geringe Anzahl von Professorinnen an den österreichischen Universitäten.
2006: Naturwissenschaft und Technik
Erstmalig stellten die Wissenschafterinnen aus den Bereichen Naturwissenschaften und Technik die Mehrheit der bewilligten Stellen, dieses Faktum spiegelt sich auch bei den Stelleninhaberinnen der Universität Wien wider (zwei Geologische Wissenschaften, eine Stelle im Fach Pflanzenmolekularbiologie, eine aus dem Bereich Biomechanik). Seit Bestehen der 1998 eingeführten Stipendien wurden damit insgesamt 38 Stellen im Bereich Biologie und Medizin gefördert, 34 in den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie 22 in den Naturwissenschaften bzw. der Technik.
Neu: 2 Ausschreibungen pro Jahr
Ein weiteres erfreuliches Signal: Der Altersdurchschnitt der Antragstellerinnen sank von rund 36 Jahren in den letzten beiden Jahren auf knapp über 30 Jahre und liegt damit deutlich unter der Altersgrenze von 40 Jahren. Die feierliche Verleihung der Stellen sowie die nächste öffentliche Ausschreibung werden im Herbst 2006 stattfinden. Ab nun finden zwei Ausschreibungen pro Jahr sowie zwei Vergabesitzungen statt. Die Auswahl der Bewerberinnen für Hertha-Firnberg-Stellen erfolgt durch den Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) im Auftrag des Bildungsministeriums. (vs/red) |