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2011 jährt sich der Todestag der Kinderbuchautorin Tove Jansson, ... (Foto: Reino Loppinen, Wiki Commons)


... der Erfinderin der beliebten Mumins, zum zehnten Mal. (Bild: 1990 Moomin Charakters/Bulls/Tz/Ts)


Aus diesem Anlass findet am 29. und 30. November ein Symposium zur kinderliterarischen Mythen-Translation statt, das auf die Werke Mumins, ...


... Narnia ...


... und Herr der Ringe fokussiert.


Folder zur Veranstaltung (PDF) Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteratur-forschung (ÖG-KJLF) am Institut für Germanistik Institut für Germanistik der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät Wanderausstellung "Schweben - Träumen - Leben. Tove Janssons Mumin-Geschichten" der Finnischen Botschaft in der Hauptbücherei am Gürtel
Vom Mumintal nach Mittelerde
Veranstaltungen
Petra Schiefer (Redaktion) am 25. November 2010

Seit 65 Jahren lassen die liebenswerten Trollwesen nicht nur Kinderherzen höher schlagen: 1945 erschien das erste Mumin-Buch von Tove Jansson, einer der bedeutendsten KinderbuchautorInnen des 20. Jhdts. Am Montag, 29. und Dienstag, 30. November 2010, organisiert die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung (ÖG-KJLF) ein internationales Symposium zu Tove Janssons Beitrag zur kinderliterarischen Mythen-Translation.

Sie leben im idyllischen Mumintal in den Wäldern Finnlands. Von dort haben es die nilpferdartigen Mumintrolle - ob als Kinderbuchhelden oder Zeichentrickfiguren - zur Weltberühmtheit geschafft. 2011 jährt sich zum zehnten Mal der Todestag ihrer Erfinderin, der Schriftstellerin, Comicautorin und Illustratorin Tove Jansson. Ihr zu Ehren veranstaltet die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung (ÖG-KJLF), die am Institut für Germanistik angesiedelt ist, das Symposium "Die Mumins, Narnia und Der Herr der Ringe".

Die Spannbreite der Themen, die von Montag, 29. November bis Dienstag, 30. November 2010, in der Hauptbücherei am Gürtel beleuchtet und diskutiert werden, ist groß: Sie reicht von fantastischen Mythen, Zwergen, Trollen und Drachen bis hin zu Tolkiens kreativem Umgang mit der germanischen Mythologie und den psychoanalytischen Juwelen im Mumin-Tal.

"Bei dieser internationalen Tagung erwarten wir Gäste aus den Instituten für Kinderbuchforschung der Nachbarländer, in denen die Auseinandersetzung mit dieser Literatursparte - aufgrund der Institutionalisierungen des Forschungsbereichs - mittlerweile bildungspolitische Wichtigkeit erlangt hat", so Veranstaltungsorganisator Ernst Seibert vom Institut für Germanistik.

Von Sagen und Mythen

"Tove Janssons Beitrag zur kinderliterarischen Mythen-Translation", so lautet der Untertitel der Tagung. Die finnlandschwedische Autorin hat mit ihren phantastischen Romanen eine Gattung nachhaltig mitgeprägt und die Position der Kinderliteratur im allgemeinen literarischen Geschehen gestärkt. Der Begriff Translation bezieht sich auf die Vermittlung von Sage und Mythos in der Kinder- und Jugendliteratur sowie auf die daraus entstehenden kulturellen Folgewirkungen.

"Die Chroniken von Narnia" (ab 1950) des englischen Autors C.S. Lewis oder "Der Herr der Ringe" (ab 1954) von J. R. R. Tolkien, sind - durch Verfilmungen und Merchandising - zwar bekannter als die Mumins. Doch waren Tove Janssons Mumin-Bücher durch ihr Spiel mit Elementen der nordischen Sagen- und Mythenwelt bahnbrechend und haben zu einem entscheidenden Paradigmenwechsel in der Kinder- und Jugendliteratur geführt.

3 Werke, die wirken

Neben der großepischen Form - Mumins mit neun Bänden, Narnia mit sieben Bänden und Herr der Ringe mit sechs Bänden - haben die drei im Rahmen des Symposiums behandelten Werke eine weitere Gemeinsamkeit: Sie sprechen indirekt die Traumatisierungen des Krieges an. "Diese drei Werke sind also durchaus als Dokumentation des Nachdenkens über Bedrohungsszenarien in der Welt der Kriegsgeneration zu lesen und vermitteln einen viel weiteren Horizont als den von bloßem Spaß und bloßer Unterhaltung abseits des literarischen Geschehens", betont Seibert.

Außerdem haben die drei Werke aufgrund ihres Gewichtes, ihrer Fülle an Motivkonstellationen und dem enormen Figurenreichtum eine unvergleichliche Breitenwirkung in der Fantasy-Literatur und der phantastischen Erzählung erzielt. Daraus hat sich ein neues Modell der Kinder- und Jugendliteratur entwickelt, das die Denkweise der heranwachsenden Generationen maßgeblich mitbestimmt.

Kinderbuchforschung ins Zentrum rücken

Diese Zusammenhänge bilden die Grundlage für die Themenwahl der ReferentInnen, die im Rahmen von insgesamt 19 Vorträgen den fachspezifischen Horizont des kinderliterarischen Diskurses erweitern sollen. "Die Kinderbuchforschung gehört ins Zentrum der Germanistik gerückt", zitiert Seibert abschließend den verstorbenen Institutsvorstand der Germanistik, Wendelin Schmidt-Dengler. Das Symposium ist in Zusammenarbeit mit einer Tove Jansson-Ausstellung der Finnischen Botschaft entstanden, die seit Anfang November in der Hauptbücherei am Gürtel zu sehen ist. (ps)

Symposium: "Die Mumins, Narnia und Der Herr der Ringe. Tove Janssons Beitrag zur kinderliterarischen Mythen-Translation"
Montag, 29. November bis Dienstag, 30. November 2010, 9 bis 17 Uhr
Hauptbücherei Wien
Urban Loritz-Platz 2a, 1070 Wien
Programm (PDF)

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