"Wir stellen ein Zentrum für Quantenphysik in Wien nach internationalem Vorbild auf die Beine", so Markus Aspelmeyer, von der Fakultät für Physik, Sprecher des "Vienna Center of Quantum Science and Technology" (VCQ). Die Initiatoren und Gründungsmitglieder Markus Arndt, Markus Aspelmeyer, Frank Verstraete und Anton Zeilinger von der Universität Wien bzw. der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, sowie Arno Rauschenbeutel und Jörg Schmiedmayer von der Technischen Universität Wien (TU) sind überzeugt, dass diese strategische Partnerschaft nicht nur den Wissenschaftsstandort Österreich für die Grundlagenforschung im Bereich der Quantenphysik stärkt. Vielmehr wird die Bündelung des vorhandenen Potenzials die internationale Strahlkraft erhöhen und langfristig auch Unternehmen dazu animieren, in die Quantentechnologie einzusteigen.
Eine institutionenübergreifende Initiative von Wiener Quantenphysikern
"Wir erwarten uns, dass unser Zentrum für Quantenphysik die besten JungwissenschafterInnen aus der ganzen Welt anzieht und wollen ihnen äußerst attraktive Forschungs- und Karrieremöglichkeiten bieten", so Anton Zeilinger von der Fakultät für Physik und Direktor des Instituts für Quantenoptik, Quantennanophysik und Quanteninformation (IQOQI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. "Hochspannend und durchaus realistisch", schätzt Jörg Schmiedmayer, Professor für Quantenphysik an der TU Wien, die Möglichkeit ein, "dass sich daraus sogar Unternehmen entwickeln, die die Grundlagenforschung als Fundament für technologische Anwendungen im Bereich der Quantenphysik nutzen."
Auch in die "hausinterne" Nachwuchsförderung will man weiter investieren: "Das Doktoratskolleg COQUS der Universität Wien, das wir gemeinsam mit der TU Wien organisieren, wurde vom FWF evaluiert und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, mit exzellenter Ausbildung hochtalentierte junge QuantenphysikerInnen zu fördern und zu binden", meint Markus Arndt, Gruppensprecher der Quantenoptik, Quantennanophysik und Quanteninformation.
Festvortrag von Physiker Christopher Monroe
Am Mittwoch, 15. Dezember 2010, um 17.30 Uhr, findet anlässlich der Unterzeichnung des VCQ-Kooperationsabkommens eine Festveranstaltung mit öffentlichem Vortrag und anschließender Podiumsdiskussion im Großen Festsaal der Universität Wien statt. Christopher Monroe, Professor für Physik an der University of Maryland, College Park, USA, hält den Vortrag "Quantum Technology: Putting Weirdness to Use". Darin skizziert er das Spannungsfeld von (Quanten-)Grundlagenforschung und deren technologischer Anwendbarkeit. Monroe ist auch Mitglied des Joint Quantum Institutes, einem dem VCQ ähnlichen Zusammenschluss von Forschungsinstituten in Maryland. Das Joint Quantum Institute ist der neuen Wiener Initiative ebenso Pate gestanden wie das international renommierte Center for Ultracold Atoms, eine Initiative der Harvard University und dem MIT in Boston.
"Was kostet der Fortschritt?"
In der darauf folgenden Podiumsdiskussion unter der Moderation von Tarek Leitner (ORF) diskutieren Rainer Blatt (Universität Innsbruck und IQOQI Innsbruck, Österreichischer Wissenschaftsrat), Ronald Holzwarth (CEO Menlo-Systems, Deutschland), Jörg Schmiedmayer (TU Wien) und Anton Zeilinger (Universität Wien und IQOQI Wien) zum Thema "Was kostet der Fortschritt?". Bereits im Vorfeld treffen sich ExpertInnen aus EU, Wissenschaft und Industrie im Rahmen des international besetzten Workshops "From Quantum Foundations to Quantum Technologies - Challenges for Europe" im Kuppelsaal der TU Wien. Diskutiert werden der Stand und die Entwicklungsmöglichkeiten der Quantenphysik und Quantentechnologie in Europa. Im speziellen wird dabei nicht nur die Grundlagenforschung sondern auch deren Umsetzung in Technologien und ersten Produkten präsentiert. (vs)
Workshop "From Quantum Foundations to Quantum Technologies - Challenges for Europe" Mittwoch, 15. Dezember 2010, 10.45 bis 16.00 Uhr Kuppelsaal der Technischen Universität Wien Karlsplatz 13, 1040 Wien Programm
Start "Vienna Center for Quantum Science and Technology" Mittwoch, 15. Dezember 2010, 17.30 Uhr Großer Festsaal der Universität Wien, Dr. Karl-Lueger-Ring 1, 1010 Wien Einladung (PDF) Programm
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