Ziel der Veranstaltung "Wissenschaft ist jung" war es, anregende und spannende Projekte junger WissenschafterInnen der Fakultät in Form von Postern vorzustellen: 13 Institute - 13 Poster! Vorangegangen war der Ausstellung ein kritisches Auswahlverfahren. Einige dieser Poster sind noch bis 20. November 2009 im Foyer der Urania zu sehen.
Nach der Begrüßung durch Erhard Chvojka, Direktor der Urania, und Marianne Klemun, Vizedekanin der Fakultät, führte Peter Eigner vom Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte durch die Veranstaltung.
Sechs der PostergestalterInnen kamen an diesem Abend zu Wort. Die Referate repräsentierten das weite Spektrum an Forschungsthemen, die an der Fakultät erarbeitet werden: Die ReferentInnen kamen aus der Klassischen Archäologie, Kunstgeschichte, Europäischen Ethnologie sowie den historischen Fächern bis hin zur Zeitgeschichte. Kulturelle Identitäten, Symbolismus und Psychoanalyse in der Kunst, Menschenrechte und Zivilgesellschaft, globale Stoffe, materielle Kultur der Säuglinge und marxistische Historikerdebatten in Lateinamerika waren die konkreten Themen, in welche das zahlreich erschienene, interessierte Publikum eingeführt wurde. Neben dem Themenreichtum faszinierte besonders die Methodenvielfalt.
"University goes public"
Als allgemeiner Tenor war zu hören, wie sehr sich die NachwuchswissenschafterInnen darüber freuten, dass sie nicht nur in einer engeren Scientific Community oder am Institut, sondern im Rahmen der Fakultät und darüber hinaus Gehör fanden. Es zählt zum wissenschaftlichen Alltag, sich in fachnahen Kreisen zu bewegen und sein Thema zur Diskussion zu stellen; die Wiener Urania, ein traditionelles Volksbildungshaus, stellte allerdings neue Anforderungen an die Vortragenden: "University goes public", ein Schlagwort in aller Munde, die Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät lebt es!
"Es war für mich in mehrerlei Hinsicht eine spannende Herausforderung, mein Projekt 'Konkordanzdemokraten? Die Österreichische Liga für Menschenrechte und die Zivilgesellschaft' - Projektleitung: Wolfgang Schmale, Mitarbeit: Thomas Brendel - in der Urania vorzustellen", erklärt Christopher Treiblmayr, einer der Referenten des Abends und Projektmitarbeiter am Institut für Geschichte: "Einerseits ist es selbstverständlich immer ein schwieriges Unterfangen, komplexe Sachverhalte und Zusammenhänge in prägnanter und verständlicher Form zu präsentieren. Andererseits bestehen starke historische Bezüge zwischen meinem Projekt und dem Veranstaltungsort. So war einer der Weichensteller der bereits 1926 gegründeten und bis heute agierenden Liga für Menschenrechte, der Philosoph und Soziologe Rudolf Goldscheid (1870–1931), auch im Vorstand der Wiener Urania."
An den Instituten der Universitäten Österreichs wird unter schwierigen Arbeitsbedingungen außergewöhnliches geleistet: Die aussichtslose Situation von JungwissenschafterInnen ohne unmittelbare Möglichkeit auf ein fixes Arbeitsverhältnis an der Universität wurde ebenso angesprochen wie diejenige der Studierenden. Die Kooperation der Wiener Urania mit der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität hat sich ein weiteres Mal in hervorragender Weise bewährt: Die BesucherInnen, die sich rege an der Diskussion beteiligten, wurden von den engagierten ReferentInnen in aktuelle Forschungsfelder eingeführt und gewannen unmittelbare Einblicke in die universitäre Arbeitswelt.
Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Fritz Blakolmer (Institut für Klassische Archäologie), Mag. Dr. Martina Fuchs (Institut für Geschichte), Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Marianne Klemun (Institut für Geschichte), Vizedekanin der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät
Posterausstellung: Wissenschaft ist jung - Forschen an der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät bis 20. November 2009 Urania Wien (Foyer) Uraniastraße 1, 1010 Wien
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