Affixe sind essentielle Bausteine von Wörtern, die dem jeweiligen Wort eine genaue Bedeutung geben. Das Suffix (Affix, das an ein Wort angehängt wird) "-heit" etwa, das nicht für sich alleine stehen kann, wird in der deutschen Sprache für die Substantivierung von Eigenschaftswörtern verwendet, wie zum Beispiel in "Krank-heit".
Täglich setzen Menschen hunderte Wörter mit Affixen zusammen, ohne über die dahinter liegende Struktur und Grammatik nachdenken zu müssen. Genau jene Struktur hinter einer Sprache ist der Forschungsgegenstand von LinguistInnen wie Stela Manova, die über ihre Arbeit zu einem grundlegenden Verständnis darüber gelangen, wie Sprachen überhaupt funktionieren. Manova etwa hat sich in ihrem FWF-Projekt der Erforschung von so genannten schließenden Suffixen verschrieben, also an Wörter angehängte Affixe, an die kein weiterer Wortteil mehr angefügt werden kann. Dabei konzentriert sie sich auf die drei slawischen Sprachen Bulgarisch, Polnisch und Russisch, um weiters diese Sprachen mit Englisch und Deutsch zu vergleichen.
Treffpunkt von ExpertInnen
WissenschafterInnen, die sich der Erforschung von Affixen verschrieben haben, kommen beim "3rd Vienna Workshop on Affix Order" an der Universität Wien zusammen, um ihre Forschungsfelder zu präsentieren und sich gegenseitig mit anderen WissenschafterInnen des Fachs auszutauschen. Bereits zum dritten Mal versammeln Stela Manova und ihr Organisationsteam AffixforscherInnen in Wien zu einem Workshop, der im Zuge eines vierjährigen FWF-Projekts, das noch bis Ende März 2011 läuft, veranstaltet wird.
Am Freitag, 14. Jänner, hält, nach Willkommensworten von Stela Manova und Susanne Weigelin-Schwiedrzik, Dekanin der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät, der Sprachwissenschafter und Mentor von Manova, Wolfgang U. Dressler, den Eröffnungsvortrag "Reduplication and hypercharacterizing suffix-doubling in child language". In der ersten "Special Session", die am Samstag, 15. Jänner, unter dem Thema "Repetitive use of identical morphological material" stattfindet, sprechen unter anderem Alice C. Harris (Amherst, USA) und Pavol Stekauer (Kosice, Slovakia). In der zweiten "Special Session" am Sonntag, 16. Jänner, werden Peter Kosta (Potsdam, Germany) sowie Natalia Pertsova (Moscow, Russia) zum Thema "Affix order in Slavic languages: approaches, electronic resources, and automatic morphological analysis" Vorträge halten.
Worüber sich Organisatorin Stela Manova besonders freut, ist, dass Oxford University Press bereits Interesse an dem hochkarätig besetzten Workshop gezeigt und vorgeschlagen hat, die besten Vorträge der Konferenz zu veröffentlichen. (td)
3rd Vienna Workshop on Affix Order Freitag, 14. Jänner 2011, bis Sonntag 16. Jänner 2011 Campus der Universität Wien Institut für Slawistik, Hof 3 Spitalgasse 2, 1090 Wien Detailliertes Programm
Für Studierende der Universität Wien ist die Teilnahme kostenlos, ansonsten beträgt die Teilnahmegebühr 25 Euro und für StudentInnen 10 Euro. |