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Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) Department für Genetik, Fakultät für Lebenswissenschaften Department für Chromosomenbiologie, Max F. Perutz Laboratories Department für Mikrobiologie und Immunbiologie, Fakultät für Lebenswissenschaften Institut für Biomolekulare Strukturchemie, Fakultät für Chemie Department für Chemische Ökologie und Ökosystemforschung, Fakultät für Lebenswissenschaften   Lesen Sie auch: WWTF Life Sciences Call 2005
WWTF Life Sciences Call: Universität Wien erfolgreich
Forschungsprojekte, Auszeichnungen
Daniela Schuster (Redaktion) am 20. Dezember 2005

Die internationale besetzte Jury unter dem Vorsitz von Prof. Fritz Bach, Harvard Medical School, hat entschieden: 47 Anträge wurden zum Life Sciences Call 2005 des Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) eingereicht, acht Projekte werden nun mit insgesamt 5 Millionen Euro gefördert ? darunter vier, an denen WissenschafterInnen der Universität Wien als Projektleiter oder -partner beteiligt sind.

Der WWTF ist eine Fördereinrichtung für Wissenschaft und Forschung. Sein Ziel: Wien als Forschungsstandort zu stärken und als Stadt der Wissenschaft und Innovation deutlicher zu positionieren. Am 16. Dezember fiel nun die Entscheidung im dritten Life Sciences Call ? unter den acht Siegerprojekten sind vier, an denen ForscherInnen der Universität Wien beteiligt sind. Damit geht die Universität erneut sehr erfolgreich aus dem hoch kompetitiven Wettbewerb um eine Fördersumme in Höhe von 5 Millionen Euro hervor. Im folgenden die Siegerprojekte. Neue Therapeutika entwickeln Die Analyse der Struktur und Funktion von Magnesium-Transportern in der Bäckerhefe Saccharomyces cerevisiae und die Suche nach spezifischen Inhibitoren steht im Mittelpunkt des auf zwei Jahre angesetzten und mit 571.100 Euro geförderten Forschungsprojekts unter o. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Schweyen, Leiter des Departments für Genetik. Gemeinsam mit Univ.-Ass. Mag. Dr. Anton Graschopf, Department für Genetik, Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Kristina Djinovic-Carugo vom Institut für Biomolekulare Strukturchemie und Dr. Christoph Romanin von der Universität Linz will er Grundlagen für die Optimierung von Inhibitoren schaffen, welche das Wachstum von Pilzen hemmen. Der Hintergrund: Magnesium spielt eine wichtige Rolle in lebenden Zellen und wird über spezielle Transportproteine in den Zellmembranen transportiert. Diese Transporter könnten aufgrund der Bedeutung der Ionen für die Normalfunktion der Zellen Ansatzpunkte für neuartige Therapeutika sein. Im Fokus dieses Projekts steht die Aufklärung der Struktur und Funktion bestimmter Transportproteine in der Bäckerhefe Saccharomyces cerevisiae sowie die Suche nach passenden Inhibitoren. Fehlgeburten vermeiden Unter Projektleiterin Dr. Verena Jantsch-Plunger, Lektorin am Department für Chromosomenbiologie, Max F. Perutz Laboratories, werden in den nächsten drei Jahren Störungen in der Meiose des Wurms Caenorhabditis elegans analysiert. Meiose ist jene spezialisierte Zellteilung, die bei der Bildung von Keimzellen die durch Befruchtung entstandene Verdopplung der Chromosomenanzahl ausgleicht und für genetische Diversität sorgt. Defekte in der meiotischen Zellteilung können zu Fehlgeburten und Geburtsschäden führen. Ziel der Forschungen ist es, im Wurm Caenorhabditis elegans jene Gene zu identifizieren, die für eine korrekte Aufteilung der Chromosomen in der Meiose essenziell sind. Auf diese Weise soll auch ein besseres Verständnis von genetischen Risikofaktoren bei Geburtsdefekten, Aborten und Infertilität beim Menschen erreicht werden. Das Projekt wird vom WWTF mit 531.300 Euro gefördert. Grundlage für neue Antibiotika schaffen Die Untersuchung der Regulation von Pathogenizität bei Mikroorganismen soll in den nächsten drei Jahren die Grundlagen für die Entwicklung neuer Antibiotika schaffen. Projektleiter Dr. Tim Clausen vom Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie in Wien wird gemeinsam mit Univ.-Ass. Dr. Emmanuelle Charpentier, Ph.D., vom Department für Mikrobiologie und Immunbiologie die Fähigkeit von bakteriellen Keimen, einen Wirt zu infizieren und Krankheiten hervorzurufen, analysieren. Diese hängt von vielen Dingen ab ? wie etwa der Bildung passender Virulenzfaktoren und der Anpassung der Bakterien an die Gegebenheiten während einer Infektion. Im mit 585.100 Euro geförderten Projekt soll das Zusammenspiel so genannter Hitzeschockproteine und einer Reihe weiterer Proteine bei Streptococcus pneumoniae (Lungenentzündung) und Staphylococcus aureus (z.B. Wundinfektionen, Lebensmittelvergiftung) näher untersucht werden. Effizienten Einsatz von Stickstoffdünger erforschen Unter Projektleiter Dr. Joseph Strauss von der Universität für Bodenkultur in Wien haben sich zahlreiche namhafte WissenschafterInnen zusammengeschlossen ? darunter Univ.-Ass. Mag. Dr. Wolfgang Wanek vom Department für Chemische Ökologie und Ökosystemforschung, um biotische Phänomene im Zusammenhang mit Stickstoffdünger-Einsatz in der Landwirtschaft zu untersuchen. In drei Jahren und mit einer Fördersumme von 806.000 Euro sollen neue Einblicke in die Verteilungsmechanismen von Düngestickstoff zwischen Boden, Pflanzen, Pilzen, Bakterien etc. gewonnen werden und Grundlagen für Strategien zum effizienteren Einsatz von Stickstoffdünger liefern. Der Hintergrund: Geringe Effizienz des Stickstoffdüngereinsatzes in der Landwirtschaft kann zu schweren Umweltproblemen und wirtschaftlichen Verlusten führen. Im Projekt wird Stickstoffdünger im Zusammenhang mit mikrobieller Aktivität und Populationsdynamik untersucht ? auch gasförmige Stickstoffverluste werden berücksichtigt. Die anderen vier Siegerprojekte sind an der Medizinischen Universität Wien ("Analyse von Proteinabbau im Zusammenhang mit Alzheimer", "Analyse der molekularen Mechanismen antiviraler Substanzen"), an der Universität für Bodenkultur ("Untersuchung von Alterungsphänomenen in der Fruchtfliege Drosophila melanogaster", Projektpartner am Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie) und am Institut für Molekulare Biotechnologie der ÖAW ("Kontrolle der Zellteilung in Tumor-Stammzellen", Projektpartner am Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie) angesiedelt. (dan)  

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