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MitarbeiterInnen von Michael Stachowitsch bei der Feldarbeit ...


... im FWF-Projekt "Sauerstoffmangel in der Adria".


Department für Meeresbiologie der Fakultät für Lebenswissenschaften
Zahl der Todeszonen in Meeren auf 400 erhöht
Jahr der Biodiversität 2010, Forschung
Redaktion am 26. April 2010

Verschmutzung und ausufernde Fischerei gefährden die Artenvielfalt der Meere. "Damit gefährdet der Mensch nicht nur den Lebensraum Meer, sondern auch die Leistungen, welche zahlreiche Organismen für ihn erbringen", sagt der Meeresbiologe Michael Stachowitsch. Allein die Zahl der sogenannten Todeszonen, in denen praktisch alles Leben erlischt, ist weltweit mittlerweile auf 400 angestiegen.

Michael Stachowitsch vom Department für Meeresbiologie erforscht seit Jahren die Nordadria mit ihren Problemen. Dabei werden ganze Areale immer wieder zu Todeszonen, wenn während heißer Sommer am Meeresgrund der Sauerstoff aufgebraucht wird. Als Hauptursache für diese und vergleichbare Katastrophen in anderen Meeresteilen wird die Überdüngung von Küstenabschnitten betrachtet.

Mit dem Absterben der Tiere über ganze Quadratkilometer erlischt
auch deren Leistung. Denn viele der am und im Meeresboden angesiedelten Lebewesen zählen zu den sogenannten Filtrierern, die - solange es ihnen gut geht - das Wasser reinigen. So wird die gesamte Wassermasse in der Adria etwa alle drei Wochen einmal über die filtrierenden Lebewesen - Muscheln oder auch bodenlebende Würmer - umgewälzt und geklärt.

Noch offensichtlicher wird die Leistung der Lebewesen für das Wohl des Menschen etwa bei Mangroven oder auch Korallenriffen. Werden solche Lebensräume zerstört, ist die Küste der Erosion ausgeliefert, Stürme und Fluten können ganze Inseln vernichten. Die Alternative ist dann meist, für sehr viel Geld künstliche Schutzmechanismen zu
errichten.

Schleichende Zerstörung


Dabei geht die Zerstörung von marinen Lebensräumen meist schleichend und vorerst unauffällig vor sich. "Wenn man aus einem Flugzeugrumpf Stück für Stück Nieten entfernt, wird lange nichts passieren, aber irgendwann stürzt das Flugzeug ab", so Stachowitsch.

Eine Hauptgefahr für die Meere ist laut dem Forscher die Überfischung. Schleppnetze räumen nicht nur die Wasserkörper der Meere leer, sie zerpflügen auch die Böden. "Es ist, als würde man im Wienerwald mit einem Bulldozer Rehe jagen", so der Wissenschafter. Dazu kommen Verschmutzungen durch Rohöl oder Schwermetalle.

Vom Problem des Plastikmülls sind vor allem die Zentren von sich um die eigene Achse drehenden Meeresabschnitten betroffen. Hunderte bis Tausende Quadratkilometer sind mit dem unverrottbaren Material bedeckt.

Zweifelhaft, ob sich Arten wieder erholen können

Aber selbst wenn es gelänge, ganze Areale unter Schutz zu stellen, ist Michael Stachowitsch nicht überzeugt, dass sich alle Arten wieder erholen: "Ist eine gewisse Dichte einmal unterschritten, ist das Zusammentreffen von Eiern und Spermien im freien Wasser nicht mehr möglich, und die Art stirbt aus." (APA)

Privatdoz. Dr. Michael Stachowitsch lehrt und forscht am Department für Meeresbiologie und am Department für Evolutionsbiologie der Fakultät für Lebenswissenschaften. Er leitet das dreijährige FWF-Projekt "Sauerstoffmangel in der Adria".

Weitere Informationen zur Forschung von Michael Stachowitsch finden Sie im Artikel "Massensterben am Meeresgrund" (dieUniversitaet-online, 13. Oktober 2009)

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