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Zu wenig Schutz für Kröten und Frösche
Forschungsprojekte
Redaktion am 30. März 2006

Trotz Maßnahmen wie dem Aufstellen von so genannten Krötenzäunen im Frühjahr gehen die Amphibienbestände in Österreich weiter zurück, warnt der Zoologe Bernhard Seidel. Grund dafür seien unzureichende Schutzmaßnahmen und das Schwinden der natürlichen Lebensräume von Fröschen und Kröten. In einem neuen Projekt sollen Maßnahmen zum Schutz der Tiere entwickelt werden.

"Die Kröten wandern nicht nur im Frühjahr, sie werden das ganze Jahr über Opfer des Straßenverkehrs, außerdem verschwinden nach wie vor ihre bevorzugten Lebensräume", sagt Dr. Bernhard Seidel. Am besten funktionieren Kröten- und Amphibienschutzmaßnahmen in den wenigen Fällen, wenn sich engagierte Gruppen eines bestimmten Gebietes annehmen, ist Seidel überzeugt. Die von Straßenerhaltern "laut Verordnung von Behörden" aufgestellten Zäune seien dagegen alles andere als ausreichend. Die zu kleinen und teilweise nur sehr lückenhaft aufgestellten Barrieren würden von den Tieren einfach überklettert. Es würde sogar vorkommen, dass sich Kröten zwischen den Zäunen noch länger auf den Straßen aufhalten und erst recht überfahren werden.

Langsamer fahren schützt Tiere

Vergleichsweise einfache Maßnahmen, welche dem jährlichen Gemetzel vorbeugen könnten, wären beispielsweise drastische Geschwindigkeitsbeschränkungen. "Das Tiere werden nämlich nicht nur durch Überrollen getötet, bei entsprechender Geschwindigkeit eines Autos reicht der Luftsog, dass Kröten und Frösche sterben oder schrecklich entstellt werden", so Seidel, der über eine Fotosammlung mit derart verletzten Tieren verfügt. Ein einziges, mit hoher Geschwindigkeit fahrendes Auto könne auf wenigen Kilometern hunderte Amphibien töten.

Geeignete Lebensräume schwinden

Amphibien-Maßnahmen würden auch übersehen, dass die Tiere nicht nur während Wanderung und Laichzeit geschützt werden müssen. Abgesehen von geeigneten Tümpeln für die Brut verschwinden auch Lebensräume. "Viele Amphibien, wie etwa die Kröten, sind während des Jahres ausgesprochene Landtiere, die in der kultivierten Landschaft kaum noch geeignete Lebensräume vorfinden", ist der Forscher überzeugt.

Zusammenleben von Mensch und Kröte

Will man die Amphibien schützen, so wird man in Zukunft an "integrativen Lösungen" nicht vorbeikommen. Dabei sollte mit Bedacht das Zusammenleben von Wildtieren, nicht nur Kröten, mit Menschen ? vom Autofahrer bis zum Fußgänger ? überdacht werden. So könnte ein intelligentes Leitschienensystem an Landstraßen nicht nur Tiere, sondern etwa auch Motorradfahrern und Fußgängern nutzen. Seidel plant an der Universität Wien derzeit ein Projekt, in dem solche Lösungen entwickelt werden sollen. (APA)

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