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Die Mathematikerin Katja Sagerschnig …


… und die Verhaltensforscherin Claudia Wascher wurden gestern, 16. November 2009, mit den "L’ORÉAL Österreich Stipendien For Women in Science" ausgezeichnet.


Institut für Mathematik der Fakultät für Mathematik Department für Verhaltensbiologie der Fakultät für Lebenswissenschaften Weiterführende Informationen zu den Preisträgerinnen und ihren Projekten Weiterführende Informationen zu den Stipendien  
Zwei "For Women in Science" Stipendien für die Universität Wien
Auszeichnungen, Forschungsprojekte
Redaktion am 17. November 2009

Am Montag, 16. November 2009, wurden zwei Wissenschafterinnen der Universität Wien mit "L’ORÉAL Österreich Stipendien For Women in Science" ausgezeichnet: Katja Sagerschnig vom Institut für Mathematik und Claudia Wascher vom Department für Verhaltensbiologie erhielten in einem Festakt in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften den hochdotierten Preis. Die Stipendien sollen nächste Karriereschritte ermöglichen und zur Vorbereitung neuer Forschungsprojekte im In- und Ausland beitragen.

Insgesamt erhielten heuer bereits zum dritten Mal vier junge Formal- und Naturwissenschafterinnen die "L’ORÉAL Österreich Stipendien For Women in Science". Neben der Mathematikerin Katja Sagerschnig und der Verhaltensforscherin Claudia Wascher wurden auch die Chemikerinnen Michaela Aigner von der Universität Innsbruck und Christina Lexer von der Universität Graz in Anwesenheit von Bundesminister Johannes Hahn ausgezeichnet.

Förderprogramm für exzellente Wissenschafterinnen aus Österreich

Die L’ORÉAL Österreich Stipendien werden in Kooperation mit der Österreichischen UNESCO-Kommission und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften seit 2007 vergeben. Das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung unterstützt das Programm durch die Verdopplung der Stipendien aus den Mitteln von fForte. Bisher wurden acht Forscherinnen ausgezeichnet, heuer kommen vier dazu. Die Preisträgerinnen haben Vorbildfunktion für junge Frauen mit Interesse an einer wissenschaftlichen Laufbahn. Die Stipendien bedeuteten neben der Projektfinanzierung auch eine weitreichende Anerkennung und Bekanntmachung der ausgezeichneten Leistungen.

Die Preisträgerinnen: Mathematikerin Katja Sagerschnig …

Katja Sagerschnig ist seit März 2007 als Forschungsassistentin an der Fakultät für Mathematik tätig. Die 31-jährige Wienerin hat bereits während ihres Studiums zahlreiche Erfahrungen in Forschung und Lehre gesammelt - etwa als Tutorin an der Universität Wien und der Universität für Bodenkultur Wien. Diverse wissenschaftliche Publikationen, Konferenzberichte und zahlreiche Vorträge in Tschechien, Frankreich, Deutschland und Italien runden ihre bisherige Berufserfahrung ab.

In ihrem Forschungsprojekt "Generische Rang 2 Distributionen in Dimension 5 und konforme Strukturen" beschäftigt sich die Mathematikerin mit der Differentialgeometrie. "In meiner Arbeit betrachte ich 'generische Rang 2 Distributionen' als spezielle Beispiele von parabolischen Geometrien. Die Theorie parabolischer Geometrien ermöglicht es, viele verschiedene Strukturen, die in der modernen Differentialgeometrie und auch Physik von großem Interesse sind - neben generischen Distributionen zum Beispiel auch konforme Strukturen - auf einheitliche Weise und mit algebraischen Methoden zu studieren. Daher gibt es viele Bezüge zu anderen Forschungsbereichen, etwa zu dynamischen Systemen, zur Kontrolltheorie und auch zur Relativitätstheorie. Das sind zwar alles rein mathematische Fragestellungen und Ergebnisse, die jedoch - insbesondere für spezielle Beispiele aus der Physik - interessante Anwendungen haben könnten", erklärt die Preisträgerin.

… und Verhaltensforscherin Claudia Wascher

Claudia Wascher arbeitet seit April 2009 als freie Wissenschafterin an der Konrad-Lorenz Forschungsstelle der Universität Wien in Grünau. Schon während ihres Studiums engagierte sich die 27-Jährige für den WWF (World Wide Fund For Nature) in Deutschland, war freiwillige Mitarbeiterin im Projekt Tierschutz im Unterricht und biologische Ratgeberin für einen steirischen Forstbetrieb. Auch Auslandserfahrung war der Verhaltensforscherin schon immer wichtig: Neben Praxistrainings in Ägypten, Schweden und Deutschland befand sie sich zuletzt auf einem dreimonatigen Forschungsaufenthalt in Australien, wo sie die physiologischen Grundlagen von kooperativem Verhalten an Apostlebirds - einer in Australien heimischen Rabenvogelart - untersuchte.

In ihrem Forschungsprojekt "Fairness und die Vermeidung ungleicher Behandlung bei Rabenkrähen (Corvus corone corone)" prüft Claudia Wascher, ob Rabenkrähen mit Ablehnung auf ungleiche Behandlung reagieren. Es ist bekannt, dass Menschen eine starke Ablehnung gegenüber ungleicher Belohnung zeigen - Tiere jedoch auch. "In den letzten zwei Jahren haben wir eine Gruppe von acht Rabenkrähen darauf trainiert, mit einem Menschen ein nicht-essbares Objekt gegen Futter auszutauschen. Ich werde erforschen, ob die Bereitschaft der Individuen zu tauschen von der Wertigkeit der Belohnung und dem sozialen Kontext abhängt. Dafür werden unterschiedliche Belohnungsmodelle getestet, in denen einzelne Individuen andere Gruppenmitglieder beim Tauschen beobachten können. Die Frage ist, ob die Tiere das Tauschen verweigern, wenn sie für den gleichen Arbeitsaufwand schlechteres Futter als andere Individuen bekommen", so die frisch gebackene Doktorin über die Inhalte und Methoden ihrer Forschungsarbeit. (mw)

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