Zweimal jährlich - im Juni und im Dezember - entscheidet das dreißigköpfige FWF-Kuratorium, das u.a. aus FachreferentInnen der Gebiete Biologie und Medizin, Geistes- und Sozialwissenschaften sowie Naturwissenschaften und Technik besteht, über die Vergabe der Frauenförderprogramme "Hertha Firnberg" und "Elise Richter". Von den zahlreichen Projektanträgen aus Forschungsstätten in ganz Österreich, die in diesem Rahmen beim FWF eingelangt sind, wurden zwölf bereits im Juni und nun weitere 17 in der Dezember-Kuratoriumssitzung für förderungswürdig erklärt.
Insgesamt neun Projekte an der Universität Wien
In dieser zweiten Vergaberunde zeigten sich Wissenschafterinnen der Universität Wien besonders erfolgreich: Von den insgesamt 17 bewilligten Projekten sind neun an der Universität Wien angesiedelt.
Hertha-Firnberg-Stipendiatinnen
"Hertha Firnberg" ist ein Postdoc-Programm zur gezielten Karriereförderung von Nachwuchswissenschafterinnen. Mit den Stipendien erhalten exzellente junge Forscherinnen die Möglichkeit, ihr Projekt im Rahmen einer finanzierten Stelle an der jeweiligen Forschungsstätte zu realisieren. Drei Stipendiatinnen werden ihre Firnberg-Stelle an der Universität Wien antreten:
Marie-Therese Wolfram, Institut für Mathematik Thema: Mean-field games: Numerik und Anwendung
Rita Dornetshuber, Department für Pharmakologie und Toxikologie Thema: Antikarzinogene Wirkung von Enniatin und Beauvericin
Elisabeth Sonnleitner, Institut für Mikrobiologie und Genetik Thema: Katabolitrepression in Pseudomonas aeruginosa
Die weiteren vier Hertha-Firnberg-Stipendien erhielten Isabella Derler ("Bestimmende Faktoren und Stoichiometrie der STIM1/Orai Aktivierung", Universität Linz), Katrin Winkel ("Amorphe Eisphasen und ihre Beziehung zu ultraviskosen Flüssigkeiten", Universität Innsbruck), Ingrid Gsandtner ("Gegenseitige Regulation von NPC1 & A2A-Adenosin Rezeptoren", Medizinische Universität Wien) und Svitlana Demyanets ("Interleukin-33/ST2 in kardiovaskulärer Pathophysiologie", Medizinische Universität Wien).
Elise-Richter-Stipendiatinnen
Mit dem Senior-Postdoc-Programm "Elise Richter" unterstützt der FWF Wissenschafterinnen dabei, sich für die Bewerbung um eine in- oder ausländische Professur zu qualifizieren. Im Dezember wurden zehn Richter-Stipendien vergeben, sechs der Stipendiatinnen werden ihre Projekte an der Universität Wien durchführen:
Jutta Emma Fortin, Institut für Romanistik Thema: Verschwinden, Fotografie und das Fantomatische
Aglaja Przyborski, Institut für psychologische Grundlagenforschung Thema: Kommunikation im Medium Bild
Ulrike Exner, Department für Geodynamik und Sedimentologie Thema: Mechano-chemische Feedback-Prozesse in Deformationsbändern
Marlen Bidwell-Steiner, Institut für Romanistik Thema: Beharrliche Leiblichkeit
Bettina Bader, Institut für Ägyptologie Thema: Ausländer in Ägypten, Archäologie und Kulturkontakt
Konstanze Zwintz, Institut für Astronomie Thema: Der Pulsschlag junger Sterne
Weitere vier Elise-Richter-Stipendien erhielten Annett Bartsch ("Fernerkundung von Bodenfeuchte über Permafrost", Technische Universität Wien), Sabine Rosner ("Analyse akustischer Signale trockengestresster Pflanzen", Universität für Bodenkultur Wien), Tatjana Markovic ("Oper und die Idee der Selbstrepräsentation in Südosteuropa", Universität Graz) sowie Katherine Thompson ("Klassifikation relationaler Strukturen bezüglich Einbettbarkeit", Wien).
Rückblick 2008
Im Jahr zuvor, 2008, hat der FWF insgesamt 13 von 50 eingelangten Hertha-Firnberg-Anträgen und 13 von 31 eingelangten Elise-Richter-Anträgen bewilligt. Das bedeutet eine Bewilligungsrate von 31,7 Prozent für das Hertha-Firnberg- und 37,1 Prozent für das Elise-Richter-Programm. 2008 haben insgesamt vier Wissenschafterinnen der Universität Wien ein Hertha-Firnberg- und fünf ein Elise-Richter-Stipendium erhalten. (br)
Die an der Universität Wien durchgeführten Projekte aus den FWF-Förderprogrammen "Hertha Firnberg" und "Elise Richter" werden laufend in "dieUniversitaet-online" (Dossier Hertha-Firnberg-Programm bzw. Elise-Richter-Programm) sowie im Forschungsnewsletter der Universität Wien vorgestellt. |