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Das A-Magazin. Im Bild: Bibliothekar Dr. Ortwin Heim.


Das S3-Magazin. Fotos: Roland Dreger/Universität Wien.


Der AV-Medienraum neben dem Sonderleseraum.


Das S1-Magazin.


Altes Buch und Sonderleseraum
UB
Gastbeitrag von Ortwin Heim am 15. Oktober 2004

Die Anfänge der Universitätsbibliothek liegen im 14. Jahrhundert als Bibliothek der Hohen Schule. Bereits im 15. Jahrhundert zeichnete sich die Tendenz zur universell ausgerichteten Bibliothek ab. Nach Auflösung der UB 1756 und ihrer Wiederbegründung 1774 mit Beständen aufgelöster Jesuitenbibliotheken wuchs sie durch weitere Klosteraufhebungen im Rahmen der josefinischen Reformen, durch fortgesetzte Ankäufe, Geschenke und den Erwerb von Gelehrtennachlässen rasch zu einer großen leistungsfähigen Gebrauchsbibliothek.

  Altbestand ? wichtige Quelle für historisch interessierte BenützerInnen Der Bestand an alten Drucken der Universitätsbibliothek Wien umfasst vom 15. bis zum 19. Jahrhundert 343.050 Titel: 655 Inkunabeln stammen aus dem 15. Jahrhundert, 7100 Titel aus dem 16. Jahrhundert. Aus dem 17. Jahrhundert sind 21.000 Exemplare in der Universitätsbibliothek aufbewahrt, aus dem 18. Jahrhundert stammen 52.000 Titel, und 262.950 Werke liegen aus dem 19. Jahrhundert vor. Der Sonderleseraum ? Ort der Benützung für die Altbestände Die bis 1780 erschienenen Werke sind im Sperrmagazin A, die besonders wertvollen im E.S.-Magazin untergebracht. Die ab 1781 gedruckten Bücher befinden sich im allgemeinen Magazin oder in verschiedenen Sonderaufstellungen. Im Sonderleseraum kann man Bücher lesen, die vor 1780 erschienen ist (im Opac mit dem Signaturzusatz "A" versehen), weiters gesperrte Büchern (Signaturzusatz "E.S."), wertvolle Büchern (im Opac mit "nur im SLR" bezeichnet) sowie Musikalien. Diese Exemplare dürfen übrigens auch nicht - über Fernleihe ? außer Haus gebracht werden. Ihre Benützung erfolgt nach Bestellung auf weißem Schein mit orangem Schrägbalken (bis 1780 und gesperrte Literatur) und für Bücher ab 1781 auf blauem Schein im Sonderleseraum. Die Scheine sind am Infopult bzw. im Sonderleseraum erhältlich. GastbenützerInnen, z.B. WissenschafterInnen, die sich nur wenige Tage an der Universität Wien aufhalten und keinen Entlehnausweis haben, bekommen alle Bücher im Sonderleseraum ausgehändigt. Der Sonderleseraum ist auch für Bücher gedacht, die über Fernleihe aus anderen Bibliotheken beschafft wurden. Bücher bis 1900 dürfen ebenfalls nicht ausgeliehen werden; sie können mit einem weißen Bestellschein allerdings auch in den Großen Lesesaal beordert werden. Ein gedruckter Katalog der Drucke des 15. Jahrhunderts der Universitätsbibliothek Wien, der in zweiter überarbeiteter Auflage vorhanden ist, gibt Auskunft über die Bestände. Scanner- und Farbkopien, allenfalls auch Normalkopien aus alten Büchern können über ein entsprechendes Formular bestellt werden. Sie dürfen ausschließlich vom Bibliothekspersonal angefertigt werden. Das Reprostativ im AV-Raum des Sonderleseraumes ermöglicht den LeserInnen Aufnahmen von Bildern und Dokumenten mit der eigenen Kamera. Mikroformen und Tonbandkassetten Neben dem Sonderleseraum befindet sich der Leseraum für Zeitungen und Zeitschriften auf Mikroformen, CD-ROMs, Disketten, Audio-CDs und Tonbandkassetten, die ausschließlich dort benützt werden dürfen. Im Sonderleseraum ist auch ein Blindenarbeitsplatz untergebracht, der u.a. mit Großbildschirm, Braille-Drucker und MC-Doppelkassettenlaufwerk ausgestattet ist. Der Sonderleseraum enthält eine große Mikroformensammlung, bestehend aus Mikrofiches und Mikrofilmen, die deutschsprachige Zeitungen und Zeitschriften ab dem 18. Jahrhundert und zahlreiche weitere Sammlungen, z.B. die Bibliotheca Palatina, Ausgaben von Werken österreichischer Psychologen, Parlamentsprotokolle etc. umfassen. Als wichtige historische Quellen werden sie häufig benützt. Die Datei Mikrofilme, die alle vorhandenen Mikroformen umfasst und ständig aktualisiert wird, ist auf der Homepage abrufbar und gibt Auskunft über den Bestand. Sie liegt im Sonderleseraum auch als gedrucktes Verzeichnis mit Bestands- und Standortangaben auf. Der Sonderleseraum enthält auch eine Sammlung von Tonbandkassetten. Darunter befinden sich Sprachlernkassetten (von Arabisch über Finnisch und Mongolisch bis Vietnamesisch) sowie Tonträger zu Geschichte, internationaler und österreichischer Literatur (etwa Hörspiele von Gerhard Rühm oder H. C. Artmann) und Musik. Ein gedrucktes Verzeichnis des Bestandes liegt ebenfalls im Sonderleseraum auf. Der AV-Medienraum Der dem Sonderleseraum angrenzende AV-Medienraum enthält einen modernen und leistungsfähigen Readerprinter mit Bühne für Mikrofiches und Mikrofilme und angeschlossenem Laserdrucker. Bei Zeitungen und Zeitschriften, die auf Mikrofilm vorhanden sind, wird der entsprechende Printband nicht ausgehoben. Stattdessen ist der Mikrofilm zu benützen, der sofort, ohne Wartezeit, im Sonderleseraum auf dem Mikrofilmlesegerät gelesen werden kann. Nach Wunsch können die BenützerInnen selbst Ausdrucke (Kopien) der gewünschten Seiten erstellen (0,35 ? pro Kopie). Ferner sind zwei Readerprinter zum Lesen von Dokumenten auf Mikroform vorhanden. Zur richtigen Handhabung und Lektüre der Mikrofilme steht ein Umspulgerät zur Verfügung. Ein Audiokassettenrekorder mit Kopfhörern dient der Arbeit mit Tonbandkassetten. Dr. Ortwin Heim arbeitet an der Universitätsbibliothek Wien in der Abteilung "Das Alte Buch". Sonderleseraum Öffnungszeiten während des Semesters: Mo ? Do 9-19 Uhr, Fr 9-16 Uhr Der Sonderleseraum befindet sich vom Foyer der UB aus gesehen im Gang links neben der Garderobe. Verzeichnis der Zeitungen und Zeitschriften auf Mikrofiche/-film  (pdf) Verzeichnis der Tonbandkassetten (pdf) Literatur: Helmut W. Lang, Österreichische Nationalbibliothek (Hg.): Handbuch der Historischen Buchbestände in Österreich. Hildesheim u.a.: Olms-Weidmann 1994; darin enthalten: Artikel über die UB Wien von Ilse Dosoudil und Leopold Cornaro. Walter Pongratz: Die Geschichte der Universitätsbibliothek Wien. Wien: Böhlau 1977. Walter Pongratz (Hg.): 200 Jahre Universitätsbibliothek Wien. Wien: Österr. Inst. für Bibliotheksforschung 1977.  

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