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Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Botanischer Gärten |
| Botanischer Garten |
| Dieter N. Unrath (Redaktion) am 18. Februar 2004 |
Die 1998 gegründete "Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Botanischer Gärten" ist ein Zusammenschluss aller Botanischen Gärten Österreichs auf freiwilliger Basis. Wesentliche Zielsetzungen der Arbeitsgemeinschaft sind u.a. der Austausch von Erfahrungen, die Verbesserung der Kommunikation, die Schaffung einer gemeinsamen Plattform für die Vertretung der Gärten im In- und Ausland und die Mitgestaltung und Umsetzung von nationalen und internationalen Programmen zum Arten- und Naturschutz. |
"Der Botanische Garten der Universität Wien war schon vor der Gründung der Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Botanischen Gärten im EU-Konsortium der Botanischen Gärten vertreten. Jetzt vertritt er in meiner Person die österreichischen Gärten in diesem Konsortium", so Dr. Michael Kiehn, der gewählte Sprecher. Derzeit hat die Arbeitsgemeinschaft 17 Mitglieder. Darunter befinden sich Privatgärten, Städtische und Landesgärten, Bundes- und Universitätsgärten. Die Gärten unterscheiden sich nicht nur in Trägerschaft und Struktur, sondern auch in der Größe ihrer Sammlungen: Der kleinste Garten hat nur ca. 400 Pflanzenarten (Botanischer Garten der Veterinärmedizinischen Universität Wien), die größte Sammlung befindet sich mit über 25.000 Arten in den Österreichischen Bundesgärten. "Die Gemeinsamkeit aller Gärten besteht darin, dass es sich um wissenschaftlich betreute Sammlungen handelt, die öffentlich zugänglich sind", erklärt Dr. Kiehn. Schaffung einer Informationsplattform Eine wichtige Zielsetzung der Arbeitsgemeinschaft ist die Schaffung einer Informationsplattform. Dies ist besonders für kleinere Gärten wichtig, da sie es aus personellen Gründen kaum schaffen, auch für sie relevante aktuelle Entwicklungen zu verfolgen und sie zu nutzen. Mindestens ein Mal pro Jahr treffen sich VertreterInnen aller Gärten (gärtnerisches, technisches und wissenschaftliches Personal), um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren und gemeinsame Aktivitäten zu planen. Dazwischen erfolgt der Informationsaustausch mit Rundschreiben oder per E-Mail. Die Koordination von allgemeinen Aufgaben (z.B. im Artenschutz) und das Vermeiden von unnötiger Mehrarbeit, von Duplizitäten und Konkurrenzsituationen, und damit das Stärken entsprechender Synergien der österreichischen Gärten sind ebenfalls wichtige Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft. Das gilt z.B. für sogenannte ex-situ-Artenschutzsammlungen, wo gefährdete Arten Österreichs oder auch anderer Regionen der Erde in Erhaltungskulturen genommen werden. Das Erfassen der Bestände solcher Arten, die gezielte Aufnahme weiterer Arten und das Abstimmen der Sammlungspolitiken der einzelnen Gärten spielt hier eine wichtige Rolle. Durch koordiniertes Handeln wird die Arbeit der einzelnen Gärten im Sinne der zu schützenden Arten optimiert. "Action Plan for Botanic Gardens in the EU" Die Umsetzung von nationalen und internationalen Programmen zum Arten- und Naturschutz ist ein sehr großes Anliegen Botanischer Gärten. An der Erstellung des "Action Plan for Botanic Gardens in the EU" im Jahr 2001 hat Dr. Kiehn in Vertretung der Anliegen der Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Botanischer Gärten maßgeblich mitgearbeitet. Dieser Plan beinhaltet ein gemeinsames Arbeitsprogramm Botanischer Gärten auf EU-Ebene zum Erhalt der Biodiversität und zu deren nachhaltiger Nutzung im Rahmen der Biodiversitätskonvention; außerdem bezweckt er die Schaffung von funktionsfähigen Netzwerken, die Botanische Gärten der EU und ihre Aktivitäten verbinden, koordinieren, beobachten und unterstützen. Bei der vorjährigen Tagung der österreichischen BotanikerInnen in Gumpenstein (Steiermark) wurde der Aktionsplan den österreichischen BotanikerInnen und VertreterInnen der Botanischen Gärten vorgestellt, die einzelnen Bereiche illustriert und die Gärten eingeladen, sich auf Basis des Aktionsplanes zu überlegen, in welchen Bereichen sie jetzt bereits tätig sind und wo sie gegebenenfalls Aktivitäten setzen wollen. Diese Überlegungen sollen bei der nächsten Tagung der Botanischen Gärten im Sommer 2004 präsentiert und später auch publiziert werden. Eine solche Publikation ist in konkreter Form bereits zu ex-situ-Aktivitäten Botanischer Gärten Österreichs (Artenschutz in Österreich) in Vorbereitung, die Textarbeiten sind abgeschlossen, und derzeit wird ein Sponsor für die Finanzierung des Drucks gesucht. "Global Biodiversity Information Facility”, "Global Strategy for Plan Conversation” Die Arbeitsgemeinschaft hat zuletzt in zwei Bereichen mitgearbeitet, die zur Umsetzung der Biodiversitätskonvention Österreichs sehr wichtig sind: Zum einen bei der "Global Biodiversity Information Facility", einem Programm, das vorhandene Daten über die Biodiversität in Datenbanken erfassen soll. Dabei wird derzeit vom Oberösterreichischen Landesmuseum in Linz eine Koordination der vorhandenen Datenbanken, die im Rahmen einer Studie publiziert und im Internet abrufbar sind, vorgenommen, mit der Idee, den einzelnen Standorten zu ermöglichen ihre Daten lokal einzugeben, um sie zu vergleichen und publik zu machen. Die zweite Aktivität, die derzeit gesetzt wird, steht im Zusammenhang mit der "Global Strategy for Plan Conservation". Diese Strategie wurde von einem weltweiten Expertengremium unter Mitarbeit von Frank Schumacher und Michael Kiehn vom Botanischen Garten der Universität Wien erarbeitet und 2002 von der Biodiversitätskonvention verabschiedet. Hier gibt es die Zielsetzung "Target 8", die vorsieht, dass "60 % aller gefährdeten Arten der Welt bis 2010 in ex-situ-Haltungen gebracht werden sollen und 10 % davon in Wiederansiedlungsprogrammen. "Dabei ist die Zielsetzung der österreichischen Botanischen Gärten, dass wir nach der Bestandsaufnahme dessen, was wir bereits als Rote-Listen-Arten in Kultur haben, ein gezieltes Programm entwickeln, um diese Global Strategy Plan für Österreich umsetzen zu können", erklärt Kiehn. (du) Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Botanischer Gärten Global Biodiversity Information Facility (GBIF) Convention on Biological Diversity (CBD) |
