![]() DISPENSATORIUM PHARMACEUTICUM AUSTRIACO-VIENNENSE von 1729, Titelblatt ![]() Aus der "Flora Austriaca" des Apothekers Ignaz Pach: Colchicum autumnale ?Herbstzeitlose ![]() Vitis vinifera ? Weinrebe, ebenfalls aus der "Flora Austriaca". Fotos: Kurt Schneider. Fachbereichsbibliothek Pharmazie und Ernährungswissenschaften PharmXplorer |
Arzneistoffe, Arzneipflanzen, Public Health |
| UB |
| Gastbeitrag von Kurt Schneider am 18. November 2004 |
Von der Inkunabel zur hypermedialen Lernplattform: Seit zehn Jahren versorgt die Fachbereichsbibliothek Pharmazie und Ernährungswissenschaften im Universitätszentrum Althanstraße ForscherInnen, Studierende und andere Interessierte mit analogen und digitalen Informationsmedien. |
Übersiedelung ins UZA Im September 1994 übersiedelten alle bis dahin im Bereich der Währinger Straße verstreuten Institute der Pharmazie zusammen mit dem Institut für Ernährungswissenschaften in das neu errichtete "Pharmazie-Zentrum" am Universitätszentrum Althanstraße II (UZA-II). Gleichzeitig wurde zur optimalen Versorgung von WissenschafterInnen und Studierenden mit Fachliteratur und Informationsmedien die Fachbibliothek für Pharmazie (inkl. Ernährungswissenschaften) eingerichtet, als erste (und bisher einzige) dieses Faches in Österreich. Zunächst wurde sie mit den vereinten Beständen der bisherigen Institutsbibliotheken ausgestattet. Seit damals ist dieses "junge Bibliothekskind" kräftig gewachsen und hat die rasante Periode der allgemeinen "Informatisierung" vom Zettelkatalog zum Web-OPAC und vom gedruckten Aushang zur Website als Informationsportal mitgemacht. Bestand deckt alle Kern- und Randbereiche der Pharmazie ab Mit über 15.000 Monographien, 4000 Dissertationen und Diplomarbeiten, 100 lokal verfügbaren Referenzwerken auf CD-ROM und 200 laufenden Fachzeitschriften decken die Bestände praktisch alle Bereiche der Pharmazie ab, von allgemeinen Arzneimittelinformationen und Arzneibüchern über Pharmazeutische Chemie, Pharmakognosie, Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie bis hin zur Pharmakologie, Toxikologie, Pharmaziegeschichte und Phytotherapie. Im Bereich Ernährungswissenschaften hat sich der Sammelschwerpunkt von den früher dominierenden Lebensmittel- und Haushaltswissenschaften hin zur modernen Ernährungsphysiologie, Ernährungsökonomie und Ernährungsmedizin mit den Schlagworten "Functional Food" und "Public Health" verlagert ? dennoch finden sich für Gourmets in den Regalen immer noch eine Menge appetitanregender Rezept- und Kochbücher ... Einige "Highlights" Zu den schönsten Exemplaren des Altbestandes zählen sicherlich die barocken "Dispensatorien", Vorläufer unserer heutigen Arzneibücher, in denen sich der gesamte damalige umfangreiche Arzneischatz mit seinen Pillen, Likören, Heilpflastern, Tinkturen, Teemischungen etc. widerspiegelt. Weiters ist die umfangreiche Sammlung von großformatigen, handaquarellierten Pflanzentafeln mit dem Schwerpunkt Arzneipflanzen zu erwähnen, die schon mehrfach für Heilpflanzen-Kalender o. Ä. verwendet wurden. Service: Recherchieren, Kopieren, Internet Neben allen "klassischen" bibliothekarischen Dienstleistungen wie der Beantwortung von Fachanfragen, Document Delivery (Versenden von Kopien), Kopiermöglichkeit und PC-Plätzen für akademische Online-Recherchen in elektronischen Volltext-Zeitschriften, Datenbanken und Katalogen werden auch 22 "Daten-Tankstellen" für freien Internet-Zugang im Rahmen der Public Netware Services des ZID angeboten. Flohmarkt, Film & PharmXplorer Wussten Sie, dass ... ... im Lesesaal der Fachbereichsbibliothek ein inzwischen permanenter Literatur-Flohmarkt zu Gunsten des Projekts "Kinderklinik Nr. 1 von Czernowitz, Ukraine" unter der Patronanz von Rektor Georg Winckler stattfindet? ... in den Diensträumen der Fachbereichsbibliothek einige Szenen des erfolgreichen Austro-Films "Komm, süßer Tod" gedreht wurden, woran noch heute ein (Film)Blutfleck erinnert? ... die Fachbereichsbibliothek als Partner am Projekt "PharmXplorer" teilnimmt - einer hypermedialen, multifunktionellen Lern- und Weiterbildungsplattform auf Basis einer (umfangreichen und nach verschiedensten Kriterien abfragbaren) Datenbank, in der alle pharmazeutisch relevanten Daten der in Österreich zugelassenen Arzneistoffe enthalten sind? Mag. Dr. Kurt Schneider ist Pharmazeut und leitet die Fachbereichsbibliothek Pharmazie und Ernährungswissenschaften an der Universitätsbibliothek Wien Literaturhinweise: W. Buchinger, K. Mittendorfer: Handbuch der historischen Buchbestände in Österreich, Bd. 1, Wien Teil 1, S. 220-222. Hildesheim 1994 J. Jurenitsch, C. Müller, K. Schneider, W. Kubelka: 200 Jahre Pharmakognosie in Wien. Eine Wissenschaft im Dienst der Arzneimittelsicherheit. Wien 1998 |



