![]() Die Videothek der Theaterwissenschaft verfügt über eine gute Multimedia-Ausstattung mit Schnittplatz. Fotos: eb ![]() Während über die Jahre mehrere tausend VHS-Kassetten bespielt wurden? ![]() ? werden ab 2005 alle Aufnahmen auf DVDs aufgezeichnet. ![]() Anton Fuxjäger präsentiert einen Teil der Sammlung. ![]() DAT-Bänder aus der Audiosammlung des Instituts für Theaterwis-senschaft. Foto: Institut für Theaterwissenschaft ![]() Ortwin Heim im AV-Medienraum der Univer-sitätsbibliothek. Foto: ro Lesen Sie auch: "Altes Buch und Sonder-leseraum" von Ortwin Heim Institut für Theater, Film- und Medienwissenschaft Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft |
Audiovisuelle Sammlungen an der Universität Wien |
| Sammlungen an der Universität Wien |
| Eszter Bokor (Redaktion) am 25. August 2005 |
Die Universität verfügt nicht nur über Sammlungen von Tierpräparaten, alten Büchern oder Landkarten ? hier werden auch Bilder, Töne, Bits und Bytes gesammelt und archiviert. Audiovisuelle Sammlungen dienen als Grundlage für die Forschung und sind unerlässlich für die Lehre. |
Eine der ersten AV-Sammlungen an der Universität Wien entstand am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Dort existiert ein Videoarchiv, das 380 VHS-Kassetten mit insgesamt etwa 40.000 Minuten Spielzeit enthält. Die Schwerpunkte sind Kommunikationswissenschaft, Publizistik, Journalismus im Spielfilm, Medienpolitik, Neue Medien, Medien- und Kommunikationsgeschichte, Nationalsozialismus und Antisemitismus. Einen besonderen Schwerpunkt bilden die Eigenproduktionen: experimentelle künstlerische und journalistische Filme, produziert von Studierenden. Publizistik: Oral-History-Archiv Das Herzstück der Videosammlung bildet das Oral-History-Archiv. Entstanden in den Jahren 1988 bis 1995 in der Lehrveranstaltung "Kommunikationswissenschaftliche Methodenlehre/Oral History" von Ass.-Prof. Dr. Manfred Bobrowsky, umfasst das Archiv über 60 Interviews mit ZeitzeugInnen, die die nationalsozialistische Herrschaft überlebten. Darunter finden sich Gespräche mit berühmten Persönlichkeiten wie Leon Zelman, Karl Stojka oder Cissy Kraner, ebenso jedoch mit KZ-Überlebenden und WiderstandskämpferInnen, die der Öffentlichkeit kaum bekannt sind. "Das war eine Möglichkeit für die Studierenden, mit Geschichte hautnah in Verbindung zu treten. Für viele war diese studentische Filmproduktion der erste Kontakt mit diesem Medium und wohl der Anstoß für ihre zukünftige Karriere ? viele unserer damaligen StudentInnen sind heute im Bereich Kunst- oder Dokumentarfilm tätig", erläutert Manfred Bobrowsky, der das Videoarchiv des Instituts betreut, den Erfolg seines Oral-History-Projekts. Theaterwissenschaft: Wer nicht sehen will ? Spielfilme, Aufzeichnungen von Theateraufführungen, TV-Shows, Serien sowie Dokus, Diskussionen und Interviews zu theater-, film- und medienwissenschaftlichen Themen ? all dies findet sich auf rund 10.000 VHS-Kassetten und DVDs in der wissenschaftlichen Videothek des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft. Seit Mitte der 1980er Jahre arbeiten Univ.-Ass. Mag. Dr. Anton Fuxjäger und ao. Univ.-Prof. Dr. Rainer Köppl am Aufbau eines wissenschaftlichen audiovisuellen Archivs. Mittlerweile sind etwa 21.000 Beiträge in der Sammlung zu finden. "Wir versuchen, sämtliche via Kabel-TV ausgestrahlten Theateraufzeichnungen zu archivieren, wobei für uns hier nicht nur das Sprechtheater von Interesse ist, sondern auch alle Arten von Musiktheater, Tanz und Kabarett", erklärt Anton Fuxjäger. Beim Film liegt der Schwerpunkt auf Theaterverfilmungen, Klassikern und "Kultfilmen", Remakes und deren Vorlagen sowie Spielfilmen aus Ländern mit geringer Filmproduktion. "Grundsätzlich versuchen wir, wichtige bzw. bekannte Beispiele für alle Genres anzuführen. Ein Highlight unserer Sammlung ist das Kluge-Archiv: Wir versuchen, alle von Alexander Kluge gestalteten Fernsehsendungen mitzuschneiden", so Fuxjäger. Der Erfolg gibt den Organisatoren Recht: Die Videothek wird von allen wissenschaftlichen MitarbeiterInnen des Instituts laufend in Forschung und Lehre eingesetzt und auch von den Studierenden ausgiebig genutzt. "Unser Anspruch ist, sämtliche Bereiche auf unserem Institut mit adäquatem Material zu versorgen. Forschung und Lehre sind ohne die Unterstützung durch eine Videothek, in der das beforschte und im Unterricht verwendete Material systematisch gesammelt wird, nicht vorstellbar", betont Dr. Fuxjäger. ? soll hören Die Videothek ist jedoch nicht das einzige, was das Institut zu bieten hat: Auf studentische Initiative hin wurde 1993 eine Audiothek gegründet, die heute bereits rund 5000 Titel umfasst. Diese sind auf rund 2700 Tonträgern ? Schallplatten, Audiokassetten, Tonbändern, DAT, Minidiscs und CDs ? archiviert. Zu den Genreschwerpunkten zählen Theateraufführungen der 1950er und 1960er Jahre, historische Hörspiele, philosophische Beiträge, Porträts, Lesungen, Interviews und Medienkunst. Ein wichtiger Bestandteil sind Eigenproduktionen von Studierenden am Institut sowie Mitschnitte von theaterwissenschaftlich relevanten Veranstaltungen und Vorlesungen. Die Auswahl der Aufzeichnungen wird nach thematischen Schwerpunkten getroffen: Neben allgemein relevanten Themen wie Theater und Film liegt der Fokus auf Politik, Medienreflexion, Frauen/Feminismus, Homosexualität, Wissenschaft und Wissenschaftstheorie, Popkultur und Geschichte mit Schwerpunkt Nationalsozialismus. UB: Sprachenlernen und Vogelgesang Die Universitätsbibliothek wird meist mit einem riesigen Bücherspeicher gleichgesetzt, was allerdings der Bandbreite der Bibliothek nicht gerecht wird. Die Anfänge der UB liegen im 14. Jahrhundert, bis heute enthält die Bibliothek historische Raritäten. Der Sonderleseraum, in dem v.a. Mikrofilme und Mikrofiche von historischen Dokumenten aufbewahrt werden, enthält auch eine Sammlung von Tonbandkassetten und Audio-CDs. Den größten Teil machen Sprachlernkassetten ? von Baskisch über Mongolisch bis Schwiitzertüüsch ? aus. Weiters befinden sich darunter Tonträger zu Geschichte, internationaler und österreichischer Literatur ? etwa Hörspiele von Gerhard Rühm oder H. C. Artmann ? und Radioaufnahmen. Sogar Vogelgesang kann man im AV-Raum hören: In der Kategorie "Ornithologie" finden sich Audiokassetten mit Vogelstimmen. (eb) |






