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Baumpatenschaften im Botanischen Garten |
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| Botanischer Garten | ||||||
| Gastbeitrag von Frank Schumacher am 10. März 2004 | ||||||
Die Gehölze des Botanischen Gartens der Universität Wien sind nicht nur für die BesucherInnen eine Augenweide, sie sind auch für BotanikerInnen eine wichtige Fundgrube. Grund genug, Baumpate zu werden. |
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Wer den Garten durchstreift, wird neben den alten historischen Gehölzen auch sehr viele jüngere Bäume und Sträucher finden. Sie wurden seit dem Krieg gepflanzt und ersetzen alte morsche Bäume. Die Artenwahl folgt dem Konzept des jeweiligen Gartenteils, in dem sie gepflanzt werden. Wunderschön blühende Taschentuchbäume, die Blumen-Hartriegel und die Strauch-Kastanie sowie eine seltene Südbuche aus Südamerika oder der gummiliefernde Guttapercha-Baum aus Asien sind im zentralen Gartenteil entsprechend des historischen Verwandtschaftskonzeptes nach Endlicher situiert. Im Host’schen Gartenteil sind unter den Nachpflanzungen eher Kuriositäten und Raritäten wie die aus Nordamerika stammende so genannte Banane des Nordens, der asiatische Storaxbaum, der Kuchenbaum oder auch der spät im Sommer blühende pagodenartige Mickymausbaum zu finden. Nahe der Pannonischen Trockenrasengruppe sieht man heimische Gehölze Ost-Österreichs, wie z.B. Dirndl-Strauch und Mehlbeeren. Fundgrube für BotanikerInnen Neben der kultur- und wissenschaftshistorischen Komponente dienen die Gehölze aber auch der Forschung und Lehre. Verholzte Rautengewächse (z.B. das Gelbholz) waren bis vor kurzem Gegenstand phytochemischer Untersuchungen am Institut für Botanik. Teile der systematisch-taxonomischen Forschungsarbeit an Weiden als Beitrag zur Flora Österreichs durch das Team um Dr. Elvira Hörandl am Institut für Botanik basieren auf den im Garten vorhandenen Pflanzen. Ein weiteres Ergebnis dieser Forschung und Expertise ist das Fachbuch „Weiden in Österreich und angrenzenden Gebieten“, das sich mit den 32 Weiden-Arten Österreichs beschäftigt. Die Vielzahl an Gehölzarten, die aus fünf Kontinenten stammen (Europa, Nordafrika, Süd- und Nordamerika, Asien), der Seltenheitswert einiger Exemplare (z.B. Bocksknöterich), aber auch das Alter und die damit verbundene Möglichkeit, reife, ausgewachsene Individuen mancher Arten zu sehen, machen die Gehölzsammlung des Botanischen Gartens zu einer Fundgrube für Fachleute aus Gartenbau und Botanik und interessierte BesucherInnen gleichermaßen. Nicht unwesentlich trägt die Etikettierung und Dokumentation der Pflanzen sowie die vorhandene Expertise dazu bei, dass diese Sammlung fester Bestandteil der Ausbildung in Botanik, Gehölzkunde und Landschaftsgestaltung an der Universität Wien, anderen Universitäten (BOKU) und gartenbaulichen Ausbildungsstätten Wiens (HBLVA Schönbrunn, Berufsschule für Gärtner und Floristen) ist.
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