![]() Tempel in Nako, Nord-Indien, Foto: WHAV, C. Luczanits ![]() Nako, Lo tsa ba IHa khang, Südmauer, Foto: WHAV, C. Papa-Kalantari ![]() Nako: traditionelle Gewänder, Foto: WHAV, D. Klimburg-Salter ![]() Großdia im Format 8 x 8cm. Foto: Institut für Kunstgeschichte ![]() Friedrich Polleroß in der Diathek, Foto: M. Engel ![]() Martin Engel in der Fotosammlung, Foto: F. Polleroß ![]() Eines der meist veröffentlichten Bilder aus dem Bildarchiv der ÖGZ, Foto: Bildarchiv der ÖGZ Western Himalaya Archive Vienna (WHAV) Website des "Nako Research and Preservation Project" Diasammlung des Instituts für Kunstgeschichte Bildplattform des Bildarchivs der ÖGZ (Zugang zu ca. 10.000 Fotos) Institut für Zeitgeschichte, Historisch-Kulturwis-senschaftliche Fakultät Institut für Kunstgeschichte, Historisch-Kulturwissen-schaftliche Fakultät Artikel zum Projekt "The Cultural History of the Western Himalaya from the 10th to the 14th century" (Okt. 2002): "Universität Wien forscht am Dach der Welt" |
Bilder vom westlichen Himalaya bis zur österreichen Zeitgeschichte |
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| Sammlungen an der Universität Wien | |
| Anna Kim (Redaktion) am 11. August 2005 | |
Das weltweit größte Archiv mit Dokumentationen buddhistischer und hinduistischer Kunst aus dem westlichen Himalaya-Gebiet findet sich ebenso an der Universität Wien wie zwei der ältesten und umfangreichsten kunstgeschichtlichen Foto- und Diasammlungen Europas. Und auch die Pressefotografie ist vertreten: mit mehr als 400.000 Bildern. |
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Man zählte sie zu den Weltwundern, die mehr als 30 Meter hohen und 1500 Jahre alten Buddha-Statuen aus Bamiyan, Zeugnisse eines präislamischen Afghanistans. Anfang März 2001 jedoch wurden sie von einer gewaltigen Sprengladung der Taliban zerstört; auch die UNESCO konnte dies nicht verhindern. Und sie blieben nicht die einzigen Kulturgüter in Afghanistan, die nun unwiederbringlich verloren sind. Unwiederbringlich? Ein Umstand, dem das "Western Himalaya Archive Vienna" (WHAV) nun schon seit mehr als 15 Jahren trotzt, indem es kontinuierlich Fotos und Dias von Kunstgegenständen jeder Art des westlichen Himalaya-Gebietes, Zentralasiens, Pakistans, Nordindiens, Tibets und eben Afghanistans sammelt. Möchte man also wissen, wie die Buddhas von Bamiyan aussahen, lohnt es sich, den Wiener Uni-Campus zu besuchen. Gefährdete Kulturgüter Inzwischen berherbergt das vom FWF geförderte Archiv mehr als 69.000 Dias sowie analoge und digitale Fotos, die ? neben Schenkungen und Dauerleihgaben ? hauptsächlich von MitarbeiterInnen diverser FWF-Forschungsprojekte im Rahmen von Feldforschungsreisen gemacht wurden. Der Fokus der Sammlung liegt auf buddhistischer und hinduistischer Kunst; Prachtstücke sind vor allem die bereits genannten Afghanistan- bzw. Bamiyan-Aufnahmen sowie die Bestände von buddhistischer Klosterkunst des westlichen Himalaya. "Eigentlich", erklärt Mag. Verena Widorn, Leiterin des WHAV, "besteht die Sammlung nur aus Schätzen, denn viele unserer Bestände stammen aus unwegsamen und gefährdeten Gebieten, gefährdet aufgrund von klimatischen und politischen Bedingungen. So hat man oft nur ein einziges Mal die Möglichkeit, die Kulturgüter möglichst detailliert zu dokumentieren." Anschauungsmaterial für Forschung ? Hauptsächlich als Forschungseinrichtung gedacht, ist Interdisziplinarität ein Ziel des Archivs: So werden neben Kunstwerken auch Manuskripte, Inschriften, traditionelle Architektur, Feste, Kostüme etc. aufgenommen. "Wir versuchen, die Monumente aus ihrem kulturellen und sozialen Kontext heraus zu verstehen und so Informationen aus verschiedenen Disziplinen zu vereinen", so Mag. Christiane Papa-Kalantari, wissenschaftliche Koordinatorin an der Schnittstelle zwischen dem "Nako Research and Preservation Project" und der Universität Wien. Das internationale Konservierungsprojekt wird in enger Anbindung an das WHAV im Rahmen des Forschungsschwerpunkts zur Kultur des westlichen Himalaya-Gebietes unter der Leitung der Kunsthistorikerin Univ.-Prof. Dr. Deborah Klimburg-Salter durchgeführt. Dabei geht es um die Konservierung und Erforschung eines buddhistischen Tempels in Nako, Nord-Indien, aus dem 11. Jahrhundert. ? und Lehre Ausschließlich für die Lehre ist die Diathek des Instituts für Kunstgeschichte mit den mehr als 250.000 Dias zuständig. Um 1900 gegründet, hat die Sammlung unter der Leitung von Dr. Friedrich Polleroß einen jährlichen Zuwachs von bis zu 10.000 Dias. Vertreten ist die ganze Bandbreite der abendländischen Kunst, unter anderem Glas-, Tafel- und Wandmalerei, Graphik und Fotografie, Plastik und Architektur vom 6. bis ins 21. Jahrhundert. Manche Werke wie Da Vincis "Mona Lisa" gibt es in fünf Farbvariationen je nach Qualität und Alter der Aufnahme. Wertvolle Stücke bilden die alten Großdias (Format 8 x 8 cm), die frühere Zustände von Bauten in Europa und Asien dokumentieren, sowie Originalaufnahmen, die bei Institutsexkursionen vor allem in Ostmitteleuropa entstanden sind. Fotos ? Als einen Schwerpunkt der etwa 150.000 Fotos umfassenden Fotosammlung des Instituts für Kunstgeschichte nennt ihr Leiter Dr. Martin Engel die Aufnahmen von Buchmalereien des 11. bis 15. Jahrhunderts aus den Beständen österreichischer Klöster. Wichtig seien auch die Ansichten älterer mitteleuropäischer und Wiener Architektur. Doch der ästhetische Wert stehe nicht im Mittelpunkt: "Es geht nicht um das schöne Foto", so Engel, "sondern um die genaue Dokumentation des Gegenstandes." Nur so könne man Veränderungen feststellen, die im Laufe der Zeit geschehen sind. "Wir haben zum Beispiel etliche Fotos vom Balkan", erklärt Dr. Engel. "Im Zuge der Rekonstruktionsarbeiten nach dem Ende des Krieges in Ex-Jugoslawien wurden wir schon gebeten, Fotos von Monumenten, die es heute nicht mehr gibt, aus unseren Beständen bereitzustellen." ? und Pressefotos Im Bildarchiv der Österreichischen Gesellschaft für Zeitgeschichte (ÖGZ) am Institut für Zeitgeschichte finden sich momentan ca. 400.000 Fotos zur Geschichte Österreichs, von den 1920er bis in die 1950er Jahre, hauptsächlich aus Nachlässen heimischer Pressefotografen. "Der Bekannteste ist Albert Hilscher, der alles vom Justizpalastbrand über das Rote Wien, vom Ständestaat über den Nationalsozialismus und die Besatzungszeit 1945 bis 1955 dokumentiert hat. Er ist sicher der 'fleißigste' Fotograf unseres Archivs", erklärt die Leiterin, Mag. Michaela Pfundner. Aufgebaut wurde die Sammlung, die auch Porträts hiesiger PolitikerInnen wie Seipel, Renner, Körner, Figl oder von Generälen des Zweiten Weltkriegs wie Rommel enthält, von Prof. Gerhard Jagschitz vom Institut für Zeitgeschichte: "Er hat als einer der ersten Zeithistoriker Österreichs die Bedeutung der Bilder als gleichberechtigte historische Quelle erkannt", so Pfundner. (ak)
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