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Botanischer Garten: Hort bedrohter Pflanzen |
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| Botanischer Garten | ||||||
| Roland Dreger (Redaktion) am 29. Dezember 2003 | ||||||
Bedrohten Pflanzen ein geschütztes Refugium zu bieten und Artenvielfalt zu erhalten, ist eine der zentralen Aufgaben des Botanischen Gartens der Universität Wien. Dabei stehen nicht etwa nur die "Exoten" im Mittelpunkt: Tatarischer Meerkohl, Kamm-Quecke oder Sand-Steinkraut sich gefährdete heimische Pflanzen, die durch die Wissenschaft eine Überlebenschance erhalten. |
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1992 wurde im Rahmen einer Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro eine Konvention verabschiedet, deren zentrales Anliegen es ist, die biologische Vielfalt von Tieren und Pflanzen weltweit zu erhalten. Auch Österreich hat diese Biodiversitätskonvention 1995 unterzeichnet. Man hat sich damit unter anderem dazu verpflichtet, die biologische Vielfalt sowohl "in situ", d.h. vor Ort in Schutzgebieten, als auch "ex situ" in speziellen Einrichtungen wie Tiergärten, Botanischen Gärten, Gen- und Samenbanken, zu schützen. Für die Umsetzung der Ziele der Biodiversitätskonvention in Österreich zeichnet eine eigene Biodiversitäts-Kommission verantwortlich, die vom Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie eingesetzt wurde und der auch VertreterInnen der Universität Wien angehören. Arche Noah gefährdeter Pflanzenarten "Eine besonders hohe Kompetenz im Schutz und der Erhaltung von Arten in geschützten Refugien kommt dabei den botanischen Gärten zu", ist Ass.-Prof. Dr. Michael Kiehn vom Institut für Botanik der Universität Wien und Sprecher der AG Botanischer Gärten Österreichs überzeugt. Darüber hinaus versucht man gerade im Botanischen Garten der Universität Wien (Hortus Botanicus Vindobonensis - HBV), diese "Arche-Noah-Funktion" mit der Erhaltung am natürlichen Standort der Pflanzen und Renaturierungsprojekten zu verbinden, wozu derzeit auch eine Reihe an Forschungsprojekten im Gange ist. "Man kann die Funktion der 'ex situ'-Erhaltung nicht sehen, ohne dass man sich auch Gedanken darüber macht, wie diese Arten sich 'in situ' verhalten. Die Rolle des Botanischen Gartens besteht nun darin, die entsprechende Forschung zu initiieren und zu begleiten", ergänzt Kiehn. Und zahlreiche dieser Aktivitäten des HBV sind Teil der Umsetzung der Ziele der Biodiversitätskonvention in Österreich. Pannonische Flora im HBV Einen Schwerpunkt, den sich der HBV vor allem aufgrund der lokalen klimatischen Bedingungen gesetzt hat, liegt im Schutz der Arten der Trockengebiete Ostösterreichs, der so genannten pannonischen Flora, wie man sie östlich und nördlich von Wien findet. Darunter finden sich Arten, die weltweit nur in Österreich zu finden sind, und dies zum Teil nur mehr an einigen wenigen Orten. "Wir versuchen deshalb, keine ganzen Pflanzen aus der Natur zu entnehmen", erklärt Johann Stampf, Leiter der Freilandabteilung des HBV, "sondern möglichst schonend Samen oder Stecklinge, die dann unter gärtnerischen Bedingungen angebaut werden." Danach werden sich die Pflanzen im Freiland der "pannonischen Gruppe" im Wesentlichen selbst überlassen. Sie säen sich selbst aus und suchen sich selbst den "besten Platz", was im Laufe der Zeit zu einem vielfältigen Mosaik aus Trockenrasenpflanzen führte. Begonnen wurde mit diesem Projekt vor etwa zehn Jahren - das Konzept dazu machte mittlerweile bereits international Schule.
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