Vor 150 Jahren, am 24. November 1859, legte Charles Darwin (12.2.1809-19.4.1882) mit seinem über 550-seitigen Werk der breiten Öffentlichkeit eine Theorie für die Entstehung und Veränderung von Arten vor. Darin führt er seine aus heutiger Sicht als revolutionär geltenden Überlegungen aus, dass alles Leben auf der Erde einen gemeinsamen Ursprung hat, dass Organismen auch einer Art einander nicht völlig gleichen und dass sich - je nach Umweltbedingungen - die am besten angepassten Individuen im "Kampf ums Dasein" durchsetzen.
Die bis heute weitgehend anerkannte Theorie, die Darwin 1859 unter dem Titel "On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races in the Struggle of Life" verfasste, legte den Grundstein für die sogenannte Synthetische Evolutionstheorie. Diese bezieht etwa die erst später gewonnenen Erkenntnisse der Genetik und Populationsbiologie mit ein.
Serie in Online-Zeitung
Darwins naturwissenschaftliche Erklärung für die Vielfalt des Lebens gehört seitdem nicht nur zur Basisliteratur der biologischen Forschung, sondern hat das wissenschaftliche Weltbild auf den Kopf gestellt - wie sehr, dass fragt dieUniversitaet-online WissenschafterInnen der Universität Wien. Weiters werden Projekte vorgestellt, die zeigen, wie vielfältig Evolutionsforschung heute ist.
Veranstaltungen
Den Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen zum 200. Geburtstag des britischen Naturforschers macht eine Podiumsdiskussion im Rahmen der Wiener Vorlesungen am Donnerstag, 12. Februar 2009. Unter dem Titel "Charles Darwin. Entzauberung der Welt ... Beleidigung des Menschen?" diskutieren die Theologin Susanne Heine, der Biologe Gerd Müller, der Philosoph Alfred Pfabigan und der Physiker Anton Zeilinger (alle Universität Wien) sowie die Genetikerin Andrea Barta (Medizinische Universität Wien) in der Aula der Wissenschaften (ÖAW).
Die Akademie der Wissenschaften, die Universität Wien, die Wiener Vorlesungen und das Wissenschaftsministerium veranstalten gemeinsam von 4. bis 6. März das Symposium "Evolution – Die Grundlage für ein Verstehen des Wandels in der Welt". Es wird am 3. März mit einer Wiener Vorlesung zum "Ursprung des Menschen aus molekulargenetischer Sicht" von Svante Pääbo (Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthrophologie, Leipzig) eröffnet. Im Rahmen des Symposiums referieren u.a. Gerd Müller, Hannes Paulus, Horst Seidler, Ludwig Huber, Karl Sigmund, Erich Streissler, Peter Markl und Arthur Rosenauer von der Universität Wien.
Am Donnerstag, 17. März veranstaltet die Universität Wien gemeinsam mit der Medizinischen Universität Wien eine Tagung unter dem Thema "Evolution des Schlafes - vom Urmenschen zum Uhrenmenschen". Im Rahmen der eintägigen Veranstaltungen stehen u.a. folgende Fragen am Programm: "Warum schlafen?" oder "Schläft Wien anders".
Das Department für Evolutionsbiologie der Universität Wien veranstaltet am 24. April gemeinsam mit dem Biodiversitätszentrum Rennweg ein Symposium zum Thema "Artenbildung und Artenentwicklung - Was gibt es Neues seit Darwins 'Entstehung der Arten'?".
Am Freitag, 29. Mai bringt die interdisziplinäre Universitätstagung "Homo Sociobiologicus - Evolution der Kooperation beim Menschen" ForscherInnen der Soziobiologie, Sozialwissenschaften, Anthropologie und Philosophie an einen gemeinsamen Tisch, um über die Relevanz von Formen der Kooperation zu diskutieren. Das Symposium wird von der Universität Wien in Zusammenarbeit mit den Wiener Vorlesungen organisiert.
Die Katholisch-theologische Fakultät der Universität Wien veranstaltet von Dienstag, 23. Februar bis Freitag, 26. Februar 2010 das internationale Symposium "Evolutionstheorie und Schöpfungsglaube – eine Herausforderung für Biologie, Theologie und Philosophie sowie für den interdisziplinären Diskurs", an dem renommierte WissenschafterInnen aus den USA, Großbritannien, Deutschland und Österreich teilnehmen werden.
Seit 2006 gibt es am Department für Evolutionsbiologie die "Darwin Lecture Series", die auch im Sommersemester fortgesetzt werden.
Ausstellungen
Mehrere Ausstellungen in ganz Österreich beschäftigen sich ebenfalls mit Darwin. Erwähnt seien die Sonderausstellung des Naturhistorischen Museums "Darwin und die Evolution" (ab Oktober) und die Schau "Evoluzzer Darwin 1809 – 2009" im Künstlerhaus Wien (18.9. bis 22.10.). (APA/mh)
Wiener Vorlesung: Podiumsdiskussion "Charles Darwin. Entzauberung der Welt ... Beleidigung des Menschen?" mit Susanne Heine, Gerd Müller, Alfred Pfabigan, Anton Zeilinger und Andrea Barta Donnerstag, 12.2.2009, 19 Uhr Aula der Wissenschaften, Akademie der Wissenschaften (ÖAW) Wollzeile 27a, 1010 Wien
Symposium "Darwin - Die Grundlage für ein Verstehen des Wandels in der Welt" 3. bis 6. März 2009 Programm (PDF) Hauptgebäude der Akademie der Wissenschaften Dr.-Ignaz-Seipel-Platz 2, 1010 Wien
Tagung: "Evolution des Schlafes - vom Urmenschen zum Uhrenmenschen" Dienstag, 17. März 2009 Gesellschaft der Ärzte, Festsaal Frankgasse 8, 1090 Wien Einladung (PDF)
Symposium: "Homo Sociobiologicus - Evolution der Kooperation beim Menschen" Freitag, 29. Mai, 9 bis 18.30 Uhr HS 1, Universitätszentrum 1 (UZA 1) Althanstraße 14, 1090 Wien
Symposium: "Artenbildung und Artentwicklung - Was gibt es Neues seit Darwins 'Entstehung der Arten...'" November 2009 HS 1 Zoologie, Biozentrum (UZA 1) Althanstraße 14, 1090 Wien
Symposium: "Evolutionstheorie und Schöpfungsglaube - eine Herausforderung für Biologie, Theologie und Philosophie sowie für den interdisziplinären Diskurs" Dienstag, 23. Februar bis Freitag, 26. Februar 2010 Öffentlicher Vortrag am Mittwoch, 24. Februar 2010 Universität Wien Dr.-Karl-Lueger-Ring 1, 1010 Wien |