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Feuchtpräparate, Fotos: sk




Walter Till in der Feucht-präparate-Sammlung.


Kakteen


Achillea collina, Hügel- schafgarbe. Bilder: Herba- rium der Universität Wien


Momordica meloniflora, Kürbisgewächs aus der Chinasammlung von Handel-Mazetti.


Department für Botanische Systematik und Evolutionsforschung
Herbarium der Universität Wien
Virtuelles Herbarium
Flora of Austria
Flora of China
Index Herbariorum der International Association for Plant Taxonomy (IAPT) und des New York Botanical Garden (NYBG)
Das Herbarium der Universität Wien
Sammlungen an der Universität Wien
Simone Kremsberger (Redaktion) am 19. August 2005

Die Pflanzensammlung an der Universität Wien geht auf das Jahr 1879 zurück. Seither wurden 1.400.000 Belege von Blütenpflanzen, Farnen, Moosen, Flechten, Pilzen und Algen aus aller Welt gesammelt. Neben Bögen mit getrockneten Pflanzen, Feuchtpräparaten und einer Fruchtsammlung gibt ein virtuelles Herbarium Einblick in die Flora.

Das Herbarium der Universität Wien, das am Department für Botanische Systematik und Evolutionsforschung beheimatet ist, ist ein Kind der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Nachdem die Bestände des Botanischen Museums an das eben erbaute Naturhistorische Museum übergegangen waren, begann 1879 der damalige Direktor des Botanischen Museums, Anton Kerner von Marilaun, Pflanzenmaterial für ein neues Institutsherbarium zu sammeln. Zehn Jahre später konnte er bereits auf 80.000 Belege verweisen. Durch Sammlungen aus Expeditionen und Schenkungen wuchs das Herbarium rasch und umfasst heute 1.400.000 Belege von Pflanzengruppen aus vielen Teilen der Erde. Balkan-, Griechenland- und Chinasammlung Einen Schwerpunkt aus Kaiserzeiten bildet die Balkansammlung, die aufgrund der Zerstörung von Beständen im Krieg in Ex-Jugoslawien heute einen besonderen Wert darstellt. Stolz ist man auch auf die Griechenlandsammlung von Eugen von Haláscy. Ein weiterer Höhepunkt ist die Chinasammlung des Botanikers Heinrich von Handel-Mazzetti. Der ehemalige Assistent von Richard von Wettstein, dem Nachfolger Marilauns als Direktor des Botanischen Instituts, reiste im Auftrag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften nach China. Aufgrund des Kriegsausbruchs 1914 musste er vier Jahre lang blieben ? und sammelte an die 50.000 Pflanzen. BotanikerInnen arbeiten weltweit vernetzt Die Chinasammlung ist auch interessant für internationale Experten: "Kürzlich war ein chinesischer Forscher zu Recherchen für das Projekt 'Flora of China' der USA und Chinas zu Gast in Wien", schildert Ass.-Prof. Dr. Walter Till, der das Herbarium betreut. Vernetzung ist essentiell für BotanikerInnen. Private und professionelle SammlerInnen schicken Belegexemplare gefundener Pflanzen an internationale ExpertInnen zur Bestimmung; bei Forschungsprojekten schickt man sich rund um den Globus Bögen zu oder recherchiert in den Herbarien anderer Institutionen. Getrocknete Pflanzen, Feuchtpräparate und Früchte Weitere Schwerpunkte des Herbariums an der Universität Wien bilden die Familie der Kaffeegewächse, die nach Konrad von Gesner benannten Gesneriacaee, die Familie der Sauersackgewächse (Annonacaee) und die Familie der Ananasgewächse (Bromelicaee). Daneben lagert man ca. 3000 Feuchtpräparate von Kakteen sowie eine Fruchtsammlung. Wachsende Pilzbestände in Österreich Ständig erweitert wird die Pilzsammlung, die von der Österreichischen Mykologischen Gesellschaft verwaltet wird. Die 25.000 getrockneten Pilzpräparate sind Teil eines Inventarisierungsprogramms der heimischen Pilzflora. "Während Blütenpflanzen nur noch selten neu entdeckt werden können, findet man auch in Österreich jedes Jahr neue Pilzarten, die sich aufgrund der winzigen Sporen schnell verbreiten können", erläutert Walter Till. "Man rechnet damit, dass es hier bis zu 6000 verschiedene Pilze gibt." "Flora von Österreich" Doch nicht "nur" Pilze werden inventarisiert: Das Projekt "Flora von Österreich" hat die Darstellung aller Gefäßpflanzensippen Österreichs zum Ziel. Die voraussichtlich sechsbändige wissenschaftliche Gefäßpflanzen-Flora wird von einer Arbeitsgemeinschaft unter Leitung des Botanikers ao. Univ.-Prof. Dr. Manfred A. Fischer herausgegeben, das sich nicht nur an ein Fachpublikum wendet, sondern auch für Hobby-BotanikerInnen benutzbar sein soll. Virtuelles Herbarium Das Herbarium selbst ist in erster Linie für den akademischen Gebrauch gedacht, findet Einsatz in Spezial-Lehrveranstaltungen und liefert Themen für DiplomandInnen und DissertantInnen. Doch auch Privatpersonen dürfen das Herbarium unter Aufsicht benutzen. Ansonsten sei noch auf das virtuelle Herbarium verwiesen: Ein großer Teil der Bestände ist mit Abbildung und den wichtigsten Informationen im Internet abrufbar. (sk)

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