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Das Ignaz-Lieben-Projekt 2004 |
| Lieben-Projekt |
| Simone Kremsberger (Redaktion) am 2. November 2004 |
Die Wiedereinführung des Ignaz-Lieben-Preises wird von 8. bis 10. November 2004 in großem Rahmen gefeiert: Auf die Preisverleihung an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften folgt ein zweitägiges Symposium zu "Mäzenatentum und naturwissenschaftliche Forschung in Österreich" an der Universität Wien. Ein kulturelles Programm und Ausstellungen zu den PreisträgerInnen und der Familiengeschichte der Liebens begleiten das Ignaz-Lieben-Projekt. |
Erstmals seit dem Jahr 1937 wird am 9. November 2004 wieder der Ignaz-Lieben-Preis für hervorragende wissenschaftliche Leistungen verliehen. Die Wiedererrichtung der Ignaz-Lieben-Stiftung, ermöglicht durch die Unterstützung privater Förderer, wird von zahlreichen wissenschaftlichen und kulturellen Veranstaltungen begleitet. Symposium zu Mäzenatentum und naturwissenschaftlicher Forschung Kernstück ist ein internationales Symposium im Großen Festsaal der Universität Wien, das sich am 9. und 10. November mit dem Thema "Mäzenatentum und naturwissenschaftliche Forschung in Österreich" auseinandersetzt. Vortragende aus dem Bereich der Geschichte und der Naturwissenschaften diskutieren die Beziehung zwischen Mäzenen und ForscherInnen anhand der Familie Lieben, geben einen Überblick über die PreisträgerInnen und gehen auf die Auflösung des Lieben-Preises in der Nazizeit und das Schicksal NS-verfolgter NaturwissenschafterInnen ein. Das Symposium endet mit einem Ausblick auf den erwarteten Positiv-Effekt des neuen Lieben-Preises auf den Forschungsnachwuchs in Zentral- und Südosteuropa. Für o. Prof. Dr. Mitchell Ash vom Institut für Geschichte, der im Panel "Brüche und Kontinuitäten in der österreichischen Wissenschaft" über die Entstehung der modernen Wissenschaft seit 1848 sprechen wird, ist die Auseinandersetzung mit Mäzenatentum im Bereich der Naturwissenschaften neu und wichtig: "Die bisher vorherrschende Meinung war, dass jüdische Mäzene hauptsächlich im Bereich der Schönen Künste und der Literatur tätig gewesen sind. Dass es auch im naturwissenschaftlichen Bereich Mäzenatentum gab, ist bisher nicht wirklich zu Kenntnis genommen worden. Ich halte es für äußerst verdienstvoll, dass das Symposium dieses Thema aufgreift." Science in Theatre und Ausstellungen zu Lieben-Preis und Stifterfamilie Das kulturelle Rahmenprogramm zum Ignaz-Lieben-Projekt wird am 8. November in der Universitätsbibliothek mit Carl Djerassis Stück "ICSI - Sex im Zeitalter technischer Reproduzierbarkeit" eröffnet. Der "Pille"-Erfinder Djerassi, selbst in der männlichen Hauptrolle zu sehen, hat ein "pädagogisches Wortgefecht" verfasst, das die menschliche Seite der Wissenschaft veranschaulicht und die persönlichen Konflikte darstellt, in die ForscherInnen durch ihre Arbeit geraten können. Tags darauf findet ein Benefizkonzert mit Violine und Klavier im Wiener Konzerthaus statt. Der Reinerlös fließt in den "Fonds zur Erforschung der Geschichte der Naturwissenschaften". Zwei Ausstellungen informieren über die früheren PreisträgerInnen und das gesellschaftliche Umfeld der Liebens: Eine Wanderausstellung im Oktogon der Universität Wien (Arkadenhof) stellt die 55 bisherigen Lieben-PreisträgerInnen, den Preisträger 2004, den Ungarn Zoltan Nusser, und die Förderer Alfred und Isabel Bader vor. Das Jüdische Museum beleuchtet in der Ausstellung "Die Liebens" die Geschichte der lange zur gesellschaftlichen Elite Wiens gehörigen Familie Lieben, die nach 1938 mit Verfolgung, Flucht und Exil unterbrochen wurde. (sk) Ignaz-Lieben-Projekt 8. bis 10. November 2004 Programm: Ignaz-Lieben-Preis 2004: Preisverleihung und Festakt. Österreichische Akademie der Wissenschaften (geschl. Veranstaltung) 9. November 2004, ab 10 Uhr Symposium: "Mäzenatentum und naturwissenschaftliche Forschung in Österreich" Universität Wien, Großer Festsaal Festsaal 9. November (ab 14 Uhr) und 10. November 2004 (ab 9 Uhr) Kulturelles Rahmenprogramm: "ICSI - Sex im Zeitalter technischer Reproduzierbarkeit". Ein pädagogisches Wortgefecht von und mit Carl Djerassi Universität Wien, Universitätsbibliothek, Großer Lesesaal 8. November 2004, 19.30 Uhr Benefizkonzert Konzerthaus, Schubertsaal 9. November 2004, 19.30 Uhr Ausstellungen: Wanderausstellung über die 55 bisherigen Lieben-PreisträgerInnen, den neuen Preisträger 2004 und die Finanziers des Preises Universität Wien, Oktogon Eröffnung am 9. November 2004, 14 Uhr "Die Liebens - 150 Jahre Geschichte einer Wiener Familie" Jüdisches Museum der Stadt Wien Eröffnung am 10. November 2004, 19 Uhr |
