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Erster WissenschaftsCocktail am 25.8. über Ethik, Forschung und Technologien in der Aula am Campus. Fotos: Innovationszentrum Universität Wien


"Arbeits-Los" war das Thema des zweiten Cocktails am 1.9.


Rektor Winckler eröffnete den dritten WissenschaftsCocktail am 8.9.: "Wenn die Zeit verrinnt ..."


"Über Hypothesen, Theorien und Beweise und den Glauben in der Wissenschaft" wurde am 15.9. diskutiert.


Zum Abschluss am 22.9. ging es um "Generationen, Alter und ewige Jugend".


Gute Stimmung herrschte auch bei den KulturWissenschafts- Picknicks an fünf Sonntagen im Juli und August.


Im Hof 2 des Campus wurden geistige ...


... und kulinarische Häppchen serviert.


Campus der Universität Wien
Das waren die WissenschaftsCocktails
10 Jahre Campus, Wissenschaft, Veranstaltungen
Gastbeitrag von Brita Pohl am 26. September 2008

Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Campus der Universität fand von Juli bis September der Wissenschaftssommer 2008 statt. Am vergangenen Montag klang er mit dem letzten WissenschaftsCocktail in der Aula am Campus aus.

Neben KulturWissenschaftsPicknicks, die die Bandbreite der Forschung der am Campus beheimateten Institute im Rahmen sommerlicher Picknicks im Hof 2 des Campus zeigten, und einem WissenschaftsSpielplatz, der auf Dauer in den Höfen 2 und 7 eingerichtet wurde, fanden auch fünf WissenschaftsCocktails ein interessiertes Publikum.

Moderiert von österreichischen WissenschaftsjournalistInnen diskutierten Wissenschafterinnen und Wissenschafter der Universität Wien zu gesellschaftlich relevanten Themen.
Eingeleitet wurden die WissenschaftsCocktails jeweils von einem Mitglied des Rektorenteams, den Ausklang fanden die Diskussionen bei Musik und Cocktails. 

"Zur Rettung und zum Trost der Kranken –". Über Ethik, Forschung und Technologien

Sozialwissenschafterin Ulrike Felt, Rechtswissenschafter Gerhard Luf, Theologe Ulrich Körtner und Genetikerin Renée Schroeder diskutierten verschiedene Aspekte der Ethik in Wissenschaft und Forschung aus den Perspektiven der unterschiedlichen Wissenschaften, wobei sehr stark auf die Frage der Gentechnologie eingegangen wurde. Ethik als im Glauben verankert und als Teil der wissenschaftlichen Praxis wurden besprochen. Aus dem Publikum kam ein breites Spektrum an Fragen und Anmerkungen, von der ethischen Vertretbarkeit der Arbeitszeiten von WissenschafterInnen bis hin zu Relevanz und Auftrag der Ethikkommissionen.

"Arbeits-Los". Über Arbeit, Freizeit und Reproduktion

Nach Eingangsstatements der WissenschafterInnen Klaus Neundlinger (Philosoph), Erich Kirchler (Psychologe) und Sigrid Wadauer (Historikerin), die jeweils aus ihrer fachlichen Perspektive zu Arbeitslosigkeit und Präkarisierung, zur historischen Entwicklung des Arbeitsbegriffs und zu den psychologischen Implikationen des Wandels der Arbeitswelt Stellung bezogen, jedoch auch darauf hinwiesen, dass aus der historischen Perspektive die Arbeitswelt der Moderne nicht monolithisch aufgefasst werden dürfe, bezog sich die Diskussion im Publikum stark auf Probleme der Verteilung und Bewertung von Arbeit sowie auf Genderaspekte bei Arbeitsverhältnissen (Reproduktionsarbeit, affektive Arbeit als "weibliche Arbeit" ...).

"Wenn die Zeit verrinnt". Über Jahreszahlen, Rituale und die Messung der Zeit

Markus Aspelmeyer (Physiker), Peter Kampits (Philosoph) und Friedrich Stadler (Zeithistoriker) diskutierten viele Themen, die auch vom Publikum nachgefragt wurden: die Zeitmessung anhand abstrakter Werte gegenüber einer stärkeren Beachtung der "Lebenszeit", die Notwendigkeit einer Entschleunigung, die Relativität der Zeitmessung, die Möglichkeit von Zeitreisen und die Bedeutung der immer kleineren messbaren Zeiteinheiten für unseren Alltag, die Entwicklungsgeschichte der Globalzeit und ihre Vor- und Nachteile sowie Jubiläen als Instrumente der gesellschaftlichen Zeitmessung.

"Tatsache?" Über Hypothesen, Theorien und Beweise und den Glauben in der Wissenschaft

Die Diskussion mit dem Historiker Mitchell Ash, dem Mathematiker Herwig Hauser, dem Molekularbiologen Erwin Heberle-Bors und der Moraltheologin Sigrid Müller konzentrierte sich auf zwei Fragen: die Frage der unterschiedlichen Kulturen von Geistes- und Naturwissenschaften und die Frage des Glaubens in der Wissenschaft. Die historische Wandelbarkeit von Begriffen wie Wahrheit und Objektivität, Theorien als Produkt wissenschaftlicher Beweisführungen, unterschiedliche wissenschaftliche Praxen und die Frage der Wissenschaftlichkeit der Theologie wurden in der Diskussion und auch in den Publikumsfragen thematisiert.

Tonbandaufnahme dieser Diskussion (MP3, 93 MB)

"Junges Eisen, alter Spund?" Über Generationen, Alter und ewige Jugend
Ursachen der Bevölkerungsalterung, Probleme und Herausforderungen sowie Chancen des Strukturwandels, Bildungschancen und Generationenkonflikte bzw. der Aufruf, politische Konflikte nicht auf Generationenkonflikte zuzuspitzen, wurden von Agnieszka Dzierzbicka (Bildungswissenschafterin), Alexia Fürnkranz-Prskawetz (Demographin) und Peter Rosner (Wirtschaftswissenschafter) diskutiert. Weitere Themen, die auch aus dem Publikum – mit Hinweis auf die eurzentristische Tendenz der Diskussion – aufgenommen wurden, waren die Generationengerechtigkeit bei Änderungen in den staatlichen Umverteilungssystemen und die Frage der Sicherheit in der individuellen Lebensplanung.

Tonaufnahme dieser Diskussion (MP3, 116 MB)

"10 Jahre Campus - Wissenschaftssommer 2008" wurde von Mag. Karoline Iber konzipiert und von Mag. Brita Pohl umgesetzt.

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