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Richard Trappl ist seit 1997 China-Beauftragter der Universität Wien. Foto: privat, Montage: T. Dirtl


Chinesische Partneruniversitäten der Universität Wien Peking University Renmin University of China Zhejiang University   Konfuzius Institut: Informationen zum Programm auf der Sinologie-Homepage und demnächst auf einer eigenen Homepage. Ab WS 2007/08 bietet das Konfuzius-Institut Chinesisch-Sprachkurse (AnfängerInnen bis Fortgeschrittene) in Kooperation mit dem Sprachenzentrum an.
Sinologie-Studium: Im Sommersemester 2007 studierten 631 Personen Sinologie - etwa ein Drittel von ihnen Native Speakers. Seit 1973 kann man an der Universität Wien Sinologie studieren, seit diesem Jahr gibt es auch einen regelmäßigen Studierendenaustausch. Um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern, können Sinologie-Studierende an Summer Schools im chinesischen Sprachraum teilnehmen, z.B. an der Shaoxing Summer School, an der Tamkang Universität (Taiwan), an der International Summer School, National Taiwan University oder an der TCM Summer School an der Beijing University of Chinese Medicine and Pharmacology.
Studienprogrammleitung 15: Ostasienwissenschaft, Sinologie SinoNet - AbsolventInnen-verein des Instituts für Ostasienwissenschaften / Sinologie    
"Dem kulturellen Hintergrund mit Verständnis begegnen"
China, Wissenschaft
Michaela Hafner (Redaktion) am  4. Juli 2007

Der China-Beauftragte der Universität Wien Richard Trappl im Gespräch über sprachliche und kulturelle Kompetenz, den Rechtsdialog mit China und die Aktivitäten des Konfuzius-Institutes.

Ao. Univ.-Prof. Dr. Richard Trappl kommuniziert viel und oft mit Menschen in und aus China: mit WissenschafterInnen, KünstlerInnen, VertreterInnen aus dem Rechtsbereich, der Wirtschaft und Politik. Seine über 30-jährige China-Erfahrung und seine vielfältigen Kontakte stellt der China-Beauftragte der Universität Wien interdisziplinären Projekten der Universität zur Verfügung: Projekte aufspüren, initiieren und begleiten, dabei das Wissen um die Institutionen, die chinesische Sprach-, vor allem die interkulturelle Kompetenz einbringen. "Mit VertreterInnen des heutigen China kann man nur dann richtig kommunizieren, wenn man auch dem kulturellen Hintergrund - der Geschichte, Kulturgeschichte, Philosophie, Literatur und der gesellschaftlichen Entwicklung - mit Verständnis begegnet."

Law School und Renewable Energy


Derzeit bringt Prof. Trappl solche Kompetenzen unter anderem bei der Bewerbung um die Teilnahme an zwei EU-China-Projekten ein.

Ein ganz neues, mit insgesamt 38 Millionen Euro dotiertes EU-China-Projekt widmet sich dem Rechtsbereich. "Ein Prestigeprojekt ist die Etablierung einer EU-China School of Law an einer juridischen Fakultät einer Topuniversität in China", erzählt Trappl. Das Konsortium, mit dem auch die Universität Wien beabsichtigt, sich zu bewerben, wird von der Université Paris-Sorbonne angeführt, weitere beteiligte Universitäten sind die Universität Leiden, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Universität La Sapienza Rom, King's College London, die Universität Nottingham und die Karlsuniversität Prag. Im Falle einer Bewerbung lassen sich die Chancen für die Universität Wien, bei der Etablierung dieser in Peking geplanten Law School dabei zu sein, als sehr gut einschätzen, so Trappl. Die Beteiligung an diesem Konsortium stärkt das Ansehen und das Profil der Universität Wien als Kooperationspartner nicht nur in Europa, sondern auch im Fernen Osten.

Ein Projektantrag des Instituts für Risikoforschung der Universität Wien behandelt die Implementierung eines "Gesetzes zur Förderung erneuerbarer Energie und nachhaltiger Entwicklung in der Volksrepublik China".

Rechtsdialog mit China

Schon seit einigen Jahren kooperiert die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Wien - mit der Sinologie als Bindeglied - mit chinesischen Institutionen. Der China-Beauftragte Trappl initiierte und organisierte mit dem Institut für Rechtsphilosophie der Universität Wien Fortbildungsseminare in Wien, an denen VertreterInnen chinesischer Universitäten, der chinesischen Verteidigungsakademie, des chinesischen Justiz- und Außenministeriums sowie des Obersten Volksgerichtshofs der Volksrepublik China teilnahmen.
"Dadurch konnte die Universität Wien einen kleinen Beitrag zum europäischen Rechtsdialog mit China leisten", sagt Trappl. Es sei erfreulich, dass von Seiten Chinas Interesse bestehe, das österreichische Recht zu studieren. Natürlich müsse man realistisch sein, was den möglichen Einfluss österreichischer Rechtskultur in China betrifft, sagt Trappl. "Aber es sollte uns Anliegen sein, im internationalen Rechtsbereich zu einer Humanisierung beizutragen." Für Ende des Jahres ist wieder ein Seminar - in Kooperation mit dem österreichischen Justizressort - vorgesehen.

Konfuzius-Institut

Neben (Einzel-)Kontakten, die über wissenschaftliche Projekte laufen, pflegt die Universität Wien auch drei gesamtuniversitären Partnerschaften in China: mit der Peking Universität, der Renmin University of China und der Zhejiang Universität. Ergänzend will Trappl multilaterale Vernetzungen mit "Konfuzius-Instituten" weltweit aufbauen.
Seit September 2006 gibt es auch in Österreich, nämlich an der Universität Wien, ein Konfuzius-Institut. Es handelt sich dabei um ein chinesisches Pendant zu Einrichtungen wie Goethe-Institut oder British Council. Die Aufgabe der weltweit derzeit rund 140 Konfuzius-Institute ist die Vermittlung der chinesischen Sprache und Kultur im Ausland, nicht zuletzt durch öffentliche Veranstaltungen. Das Wiener Konfuzius-Institut wird von Richard Trappl geleitet, Partneruniversität ist die Pekinger Fremdsprachen Universität (Beijing Waiguoyu Daxue).

Seit Herbst 2006 hat das Konfuzius-Institut an der Universität Wien zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt, darunter ein Symposium über den "Begründer der modernen  chinesischen Literatur", den Schriftsteller Lu Xun, sowie mehrere Vorträge und Ausstellungen. Mit Beginn des Wintersemesters 2007/08 werden Chinesisch-Sprachkurse angeboten - in Kooperation mit dem Sprachenzentrum der Universität Wien, das Chinesisch-Kurse seit dem Jahr 2002 mit großem Erfolg durchführt. Weiters sind Kurse für Chinesisch-Fachsprache TCM, für chinesische Malerei und Kalligraphie sowie Taiji vorgesehen. "Das Konfuzius-Institut versteht seine Tätigkeiten als Ergänzung zu jenen der Sinologie, und zwar in Bereichen, die nicht primär zu den Aufgaben eines Universitätsinstituts zählen, wie z.B. den Chinesisch-Unterricht in Gymnasien zu fördern", sagt Richard Trappl. (mh)

Richard Trappl ist Außerordentlicher Universitätsprofessor für Sinologie, zurzeit geschäftsführender Vorstand des Instituts für Ostasienwissenschaften, seit 1997 China-Beauftragter der Universität Wien und seit September 2006 Direktor des Konfuzius-Instituts an der Universität Wien. Seine Forschungsschwerpunkte sind die klassische und moderne chinesische Literatur sowie Nachhaltigkeitskonzepte in China  und der tertiäre Bildungssektor der VR China. 
 

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