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Die erste Ausgabe von univie, ...


... das neue Magazin des Alumniverbandes für die AbsolventInnen und MitarbeiterInnen der Universität Wien, ist erschienen.


univie - das Magazin des Alumniverbandes der Universität Wien Das Magazin als PDF univie kostenlos abonnieren Alumniverband der Universität Wien
Der soziale Mensch
Darwin-Jahr 2009, Service
Gastbeitrag von Evelyn Kanya am 30. Oktober 2009

Am 29. Oktober erschien die erste Ausgabe von univie. Das neue Magazin des Alumniverbandes für die AbsolventInnen und MitarbeiterInnen der Universität Wien startete mit einer Auflage von 20.000 Stück. Vorerst dreimal pro Jahr berichtet univie über Forschungen und Ideen aus dem "Uni-versum", porträtiert AbsolventInnen, gibt Tipps für Karriere und Weiterbildung und informiert über aktuelle Veranstaltungen. Lesen Sie hier einen ausgewählten Artikel von Evelyn Kanya über Evolution und Kooperation, zum Darwin-Jahr 2009.

Die Ameise weiß genau, was sie zu tun hat. Emsig schleppt sie Gräser und Blätter in den Bau und sammelt Nahrung für die Larven. Ihr ganzes Leben opfert sie der Königin, als Arbeiterin wird sie sich selbst nie fortpflanzen dürfen. Doch sie murrt nicht. Im perfekt organisierten Ameisenstaat hat jedes Individuum seine Aufgabe. Gemeinsam schaffen sie schier Unmögliches, die architektonischen Meisterleistungen der kleinen Tierchen lassen uns staunen.

Darwins Rätsel

Schon Charles Darwin zerbrach sich den Kopf über soziale Ameisen oder Bienen. Sie passten nicht in seine Evolutionstheorie. Wie sollte sich im Kampf ums Dasein selbstloses Verhalten durchsetzen? Wer sein Leben für andere gibt, wird nicht dazu kommen sich fortzupflanzen und die eigenen, "sozialen" Gene weiterzugeben. Selbstlose müssten folglich nach kürzester Zeit ausgestorben sein.

Erst 100 Jahre später, in den 1960ern, sollten Darwins Fragen durch den englischen Biologen Hamilton gelöst werden: Ameisen sind genetisch gesehen keineswegs selbstlos – sondern hochgradig "egoistisch". Die Ameisen einer Kolonie sind eng miteinander verwandt. Wenn sie füreinander ihr Leben riskieren, tun sie das für die "Familien-Gene", die genauso wertvoll sind wie ihre eigenen. So kooperativ sich Ameisen innerhalb ihrer Kolonie verhalten, so aggressiv sind sie gegenüber Fremden. "Verwandtenselektion" heißt dieses Prinzip heute. Und es erklärt die meisten Phänomene des sozialen Verhaltens im Tierreich.

Und der Mensch

"Wenn ich jemanden auf der Straße treffe, den ich noch nie gesehen habe, und er fragt mich wo das nächste Lokal ist, werde ich ihm in neun von zehn Fällen sagen, wo es ist", sagt Tecumseh Fitch, Professor für Kognitionsbiologie an der Universität Wien. "Der Mensch kooperiert ständig, auch mit Nicht-Verwandten." Anders als bei Tieren bestimme nicht die genetische Verwandtschaft das Verhalten sondern "Reziprozität", Gegenseitigkeit. "Es ist ein einfaches System: Du kratzt meinen Rücken, ich kratze deinen. Für uns Menschen ist das intuitiv, es ist überall in der Gesellschaft ", erklärt Fitch.

Wie unsere Vorfahren trainierten

Die Frage stellt sich: Wie konnte sich dieses System entwickeln? Für den Kognitionsbiologen Fitch könnte ein Schlüssel die Herkunft der menschlichen Sprache sein: "Meine Hypothese ist, dass Sprache ursprünglich den Zweck hatte, dass wir Informationen mit unseren Verwandten austauschen konnten, um sie zum Beispiel vor FeindInnen zu warnen. Dabei trainierten wir zusammenzuarbeiten und ehrlich zu kommunizieren." Nach wie vor sei unsere Sprache wichtig für die Wissensweitergabe vor allem zwischen Eltern und Kindern. "Vielleicht ist das sogar wichtiger geworden. Wir brauchen Wissen heute dringend für den Erfolg im Leben", vermutet Fitch.

Der größte Nesthocker

Kooperation mit Nicht-Verwandten wurde notwendig, weil die Lebewesen durch die Evolution immer komplexer wurden, beschreibt John Dittami, Inhaber der Professur für Verhaltensbiologie an der Universität Wien. Im Kampf ums Dasein überlebt laut Darwin, wer mit der Umwelt am besten zurechtkommt und sich so erfolgreich fortpflanzt. Je komplexer ein Lebewesen ist, desto anpassungsfähiger ist es. Gleichzeitig braucht es mehr Zeit und Information, um sein Potenzial zu entfalten. Die Aufzucht der Jungen dauert länger.

Nestflüchter wie das Meerschweinchen werden nach einer kurzen Tragzeit geboren und laufen ihrer Mutter dann davon. Der Nesthocker Mensch hingegen reift neun Monate im Bauch der Mutter, die weitere Entwicklung dauert Jahre. Das, was der Mensch lernen muss, kann individuelle Erfahrung niemals leisten. Es braucht das kollektive Wissen der Gemeinschaft. "Wir mussten Allianzen einrichten, über die Verwandten und die FortpflanzungspartnerInnen hinaus, um eine geschützte und lehrreiche Umgebung für die Nachkommen zu schaffen", erklärt Dittami. Kooperation wurde zur Basis für den evolutionären Erfolg des Menschen. ...


Lesen Sie den kompletten Artikel als PDF oder auf der univie-Website des Alumniverbandes

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