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Bild: staatsvertrag.at


www.staatsvertrag.at
Österreichische Mediathek
Der Staatsvertrag im Völkerrecht
Der Staatsvertrag zum Anhören
1945-55
Redaktion am  7. April 2005

Heute abend, Donnerstag, 7. April 2005, wird die akustische Webausstellung www.staatsvertrag.at präsentiert. Sie lädt zum An- und Nachhören von kommentierten Originaldokumenten aus dem Jahrzehnt zwischen 1945 und 1955 sowie ZeitzeugInnen-Berichten ein.

Töne vermitteln Zeitkolorit ? unter diesem Motto präsentiert die Österreichische Mediathek die akustische Webausstellung www.staatsvertrag.at, die ab heute online zugänglich ist.  Im Mittelpunkt dieser "weltweit einzigartig neuen Form der Geschichtsvermittlung", so der Zeithistoriker Gerhard Jagschitz, steht der Staatsvertrag, der am 15. Mai 1955 unterzeichnet wurde. Die interaktive Schau liefert mit zum Teil unveröffentlichten historischen Originaldokumenten und Erinnerungen von ZeitzeugInnen ein unmittelbar erfahrbares Panoptikum der Zeit von 1945 bis 1955 in Ton und Bild. "Geschichtswurlitzer" Die Ausstellung funktioniere wie "eine Art Geschichtswurlitzer", der sowohl Kurzausschnitte als auch Volldokumente anbietet, so Rainer Hubert von der Österreichischen Mediathek, einer Abteilung des Technischen Museums Wien. Rund 500 Tonbeispiele, 150 Videoclips und hunderte Fotos ? großteils aus den Beständen der Mediathek, aber auch von der Österreichischen Nationalbibliothek und dem Filmarchiv Austria ? spannen in 14 Kapiteln einen Bogen von der Politik über die Kultur bis zur Alltagsgeschichte und vermitteln neben Information auch Lebens- und Zeitgefühl. Ergänzend zum jeweiligen Kapitel sind ausführliche historische Kommentare von Jagschitz, der bis zu seiner Pensionierung Anfang 2002 Professor am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien war, abrufbar. Ungehörtes und Unerhörtes zum Staatsvertrag Die Stimmen von Leopold Figl, Julius Raab und Karl Renner nachhören? Kein Problem und nur einen Knopfdruck weit entfernt. Die legendäre Szene am Balkon ? auf dem Figl übrigens nicht die Worte "Österreich ist frei!" ausgesprochen hat ? ansehen? Ebenfalls kein Problem, zwei "Wochenschau"-Berichte (in Farbe und Schwarzweiß) berichten von der Unterzeichnung des Staatsvertrags. Auch rare Radio-Dokumente,  etwa von der Befreiung Wiens, sind auf der Homepage bereit gestellt. Vor einigen Jahren konnten von einem Altwarenhändler rund 300 Tonbandschachteln erworben werden, die Sendebänder von Radio "Rot-Weiß-Rot" (bis 1955), dem beliebtesten Radiosender der US-Besatzer, enthielten. Durch Digitalisierung wird dieser wertvolle Bestand nun gerettet. Doch nicht nur politische Dokumente erfreuen Geist und Ohr, das spannende Jahrzehnt zwischen 1945 und 1955 wird auch "in den vielen Dingen, die den Alltag ausmachen: Musik, Literatur, Sport", so die Homepage, wieder lebendig: Wiedereröffnung der Wiener Staatsoper, Fußball-WM von 1954 oder eine Maxi-Böhm-Kabarettnummer zum Staatsvertrag, die seit der Erstausstrahlung nicht mehr gesendet wurde. Da "Tondokumente mittels ihrer unmittelbaren Erlebbarkeit Widersprüche und Erlebnisse einer Zeit wahrscheinlich besser illustrieren können", meinen die Ausstellungsgestalter, ist auch die Bevölkerung eingeladen, akustische oder filmische Erinnerungen beizusteuern. Geschichtsenzyklopädie im Medienzeitalter Jagschitz lobte das Projekt als "Kern einer österreichischen Geschichtsenzyklopädie des Medienzeitalters", das mit einem demokratischen, individuellen Zugang die Vielfalt von Geschichte ? neben der großen auch die kleinen Geschichten ? vermittle. Zugleich kritisierte er, bezugnehmend auf das Projekt "25PEACES", die "inflationären Inszenierungen" von Geschichte als Events. Für eine nachhaltige Aufarbeitung der Zeitgeschichte werde viel zu wenig getan. Das Ausstellungs-Projekt selbst ist eine dauerhafte Einrichtung, die über 2005 hinaus bestehen und künftig noch erweitert werden soll, kündigte die Direktorin des Technischen Museums, Gabriele Zuna-Kratky, an. (mh/APA) Die Webausstellung www.staatsvertrag.at ist ab 7. April online. Projektpräsentation durch Gabriele Zuna-Kratky und Gerhard Jagschitz 7. April, 19.30 Uhr im ORF KulturCafe 1040 Wien, Argentinierstraße 30a  

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