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Die Hertha-Firnberg-Stipendiatin Claudia Stocsits beschäftigt sich mit der Evolution des adaptiven Immunsystems.


Der Ursprung des adaptiven Immunsystems
Forschungsprojekte, Hertha-Firnberg-Programm
Bernadette Ralser (Redaktion) am 18. Juni 2008

Die Wirbeltiere, zu denen auch wir Menschen zählen, sind gleich "doppelt" gegen Krankheitserreger gewappnet: Sie besitzen ein zweigleisiges Immunsystem. Evolutionär gesehen ist dieser "Zweifachschutz" relativ neu: Erst vor ca. 500 Millionen Jahren begannen Wirbeltiere, zusätzlich zum "natürlichen" auch ein "adaptives" Immunsystem zu entwickeln. Mit diesem evolutionären Prozess beschäftigt sich die Hertha-Firnberg-Stipendiatin Claudia Stocsits an der Fakultät für Chemie.

Alle Lebewesen - darunter Pflanzen, Tiere und Menschen - sind mit vielfältigen  Schutzmechanismen ausgestattet, um sich in der belebten Umwelt zu behaupten: Schon einfachste Organismen besitzen ein "natürliches" bzw. "angeborenes'' Immunsystem, das Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten bekämpft. Zur natürlichen Immunabwehr von Menschen und Tieren gehört beispielsweise auch die Haut - für die meisten Organismen ein undurchdringliches Hindernis. Auf Zellebene bilden u.a. Makrophagen, sogenannte Fresszellen, die vorderste Abwehrfront.

Zusätzlich zu dieser "Grundausstattung" verfügt die Gruppe der Wirbeltiere (Vertebrata) aber noch über eine zweite Verteidigungsinstanz: Das adaptive Immunsystem wird aktiv, wenn die natürlichen Abwehrmechanismen alleine dem Angreifer nicht gewachsen sind.

"Aus evolutionsbiologischer Sicht ist diese 'Aufgabenteilung' innerhalb der Immunabwehr bei den Wirbeltieren noch sehr jung: Das adaptive Immunsystem ist erst vor ungefähr 500 Millionen Jahren sehr plötzlich entstanden", sagt die Molekularbiologin Claudia Stocsits, die im Rahmen ihres Hertha-Firnberg-Stipendiums des FWF zum Ursprung des adaptiven Immunsystems forscht.

Lernfähiges Immunsystem

Die adaptive Immunabwehr hat - wie schon der Name sagt - einen entscheidenden Vorteil gegenüber der natürlichen: Sie ist lern- und anpassungsfähig und "merkt sich" die Strategien ihrer "Feinde". "Das adaptive Immunsystem ist jener Teil der Immunabwehr, der selektiv auf Infektionen reagieren und bereits bekannte Erreger mit gesteigerter Effizienz bekämpfen kann", erklärt Claudia Stocsits: "Dieses Prinzip macht sich zum Beispiel auch die Methode der Impfung zu Nutze."

Lesen Sie weiter in der aktuellen Ausgabe (Juni 2008) des Forschungsnewsletters.

Weitere Berichte:
- High-Tech für die Umweltgeowissenschaften:
Im Rahmen des Infrastrukturprojekts "BIG Nano" wird an der Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie ein weltweit einzigartiges, kombiniertes biogeochemisches, isotopengeochemisches und nanogeowissenschaftliches Labor aufgebaut.

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Weltweit werden unglaubliche Mengen an digitalen Daten produziert. Um mögliche versteckte Zusammenhänge in diesem Wissen effizient entdecken zu können, braucht es neue Methoden der Datenanalyse, die im EU-Projekt "ADMIRE" erforscht werden.

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