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Zwischen den Kakteen dominiert der Kalifornische Mohn, der im Süden Europas inzwischen zu einer invasiven Art geworden ist.


Die Gruppe sukkulenter Pflanzen aus Afrika gibt es bereits seit dem ersten Weltkrieg…


…während das Alpinum mit seinen 500 Pflanzenarten in den 30er Jahren entstanden ist und heute beispielhaft aktuelle Forschungsprojekte des Departments für Biogeographie vorstellt.


Im Botanischen Garten kann man durch den Bambuswald streifen…


…oder unter den alten Baumkronen nach seltenen Pflanzen suchen.


Das Mammutblatt (Gunnera) kann einen Durchmesser von 1,8 m erreichen.


Die Trockenrasen mit ihrer Artenvielfalt präsentieren sich den BesucherInnen als natürliches Landschaftsbild.


Auf den Blättern der Nelumbo (Lotusblume) sorgt eine Schicht aus „Wachssäulchen“ dafür, dass das Wasser abperlt.


Ein Blick hinter die Kulissen: die Orchideen-Forschungssammlung des Botanischen Gartens


Geschichte des Botanischen Gartens der Universität Wien Botanischer Garten der Universität Wien Department für Biogeograhie der Fakultät für Lebenswissenschaften Global Strategy for plant conservation   Dossier: "Botanischer Garten" Artikel "Pflanzen mit Migrationshintergrund" Artikel: "Evolution im Botanischen Garten"  
Die grüne Seele der Universität Wien: der Botanische Garten
Botanischer Garten
Petra Schiefer (Redaktion) am 21. September 2009

Mitten in Wien - zwischen Gürtel und Südbahnhof - lockt der Botanische Garten der Universität Wien zu einem lehrreichen Ausflug ins Grüne, und das schon seit 255 Jahren. Mit über 10.000 Pflanzenarten bringt er den BesucherInnen die Natur näher, trägt neben Forschung und Lehre zum Schutz der globalen Artenvielfalt bei und lässt auch künstlerische Aspekte nicht außen vor. "dieUniversitaet-online" präsentiert in einer mehrteiligen Serie einige weniger bekannte Seiten des "Hortus Botanicus Vindobonensis".

Von den Kanaren über Afrika nach Amerika, wieder zurück in die Alpen und weiter nach Niederösterreich bis hin zum Schwarzen Meer: Ein Spaziergang durch den acht Hektar umfassenden Botanischen Garten der Universität Wien am Rennweg zeigt den BesucherInnen die reiche Pflanzenwelt unseres Planeten.

"DieUniversitaet-online" unternahm diese "Reise" gemeinsam mit Michael Kiehn, dem Direktor des Botanischen Gartens und Leiter des Departments für Biogeographie, und dem technischen Leiter Frank Schumacher. In mehreren Interviews stellen der Botaniker und der Gartenbauingenieur ausgewählte Themen und Aufgabenbereiche vor, denen sich der Botanische Garten widmet - u. a. Evolutions- und Verwandtschaftsforschung ("Darwins Garten"), die "Grüne Schule", internationaler Artenschutz und invasive Pflanzen sowie Kunst im Botanischen Garten. Je nach Themenbereich gesellten sich weitere ExpertInnen zum Gespräch hinzu.

Maria Theresias Garten


Der Botanische Garten der Universität Wien blickt auf eine 255-jährige Geschichte zurück. Er wurde 1754 unter Kaiserin Maria Theresia gegründet und war zunächst als "Hortus Medicus" angelegt, um Studenten der medizinischen Fakultät eine mehr praktisch orientierte pflanzenkundliche Ausbildung zu ermöglichen. Initiator des Gartens war Gerard van Swieten, Leibarzt der Kaiserin und Reformer des Medizinstudiums an der Universität Wien. Stets diente der Garten der universitären Forschung und Lehre, steht aber auch seit seiner Gründung für BesucherInnen offen. Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Fläche des Gartens kontinuierlich erweitert. Heute umfasst das Gelände rund acht Hektar - davon ca. 1.500 Quadratmeter Gewächshäuser - mit über 10.000 verschiedenen Pflanzenarten.

Gegenwart und Zukunft: vielfältige Aktivitäten im Garten

Eine Aufgabe, die sich der Botanische Garten der Universität Wien stellt, liegt im Bereich Artenschutz - bis zum Jahr 2075 soll die Hälfte aller Pflanzenarten der Erde gefährdet sein: "Vor allem in Folge der Klimaerwärmung werden viele Pflanzen zum Ausweichen gezwungen, was aufgrund der stark genutzten und fragmentierten Landschaft oft nicht möglich ist", erklärt Frank Schumacher. Deshalb wurde im Rahmen der Rio-Konvention (CBD) die "Global Strategy for Plant Conservation (GSPC)" ins Leben gerufen, an deren Umsetzung die Universität Wien aktiv beteiligt ist: "Im Auftrag des Lebensministeriums koordiniert das Department für Biogeographie die Umsetzungsmaßnahmen dieser Strategie für Österreich", so Michael Kiehn, der dieses das Projekt leitet. 

Schutz von einheimischen Schätzen

Im Bereich "Flora von Österreich" werden im Botanischen Garten besondere Lebensräume und botanische Raritäten aus der heimischen Flora präsentiert und erhalten, zum Beispiel in der "pannonischen Gruppe". Was auf den ersten Blick wie ein Haufen Kalkschutt wirkt, hat auf den zweiten Blick eine wichtige Aufgabe für die österreichische Pflanzenwelt. Die pannonische Gruppe präsentiert die Vielfalt an Pflanzen auf den Trockenrasen Ostösterreichs. "Außerhalb unseres Gartens verschwinden leider immer mehr dieser wunderschönen Blumenwiesen - u.a. aufgrund der Intensivierung der Landwirtschaft und neuer Formen der Landnutzung", erklärt Schumacher: "Wir sehen unsere Aufgabe auch in Beiträgen zur Bewahrung von bestimmten Lebensräumen."

Schule einmal anders, und zwar grün

Was passiert, wenn der hundertjährige Bambus blüht, und warum blubbert das Blatt der Lotusblume wie eine Aquariumbelüftung, wenn es heiß wird? WissenschafterInnen wie auch Studierende wissen die Antworten auf diese Fragen und weisen Jung und Alt in die Geheimnisse der Pflanzenwelt ein. Im Projekt "Grüne Schule" können Interessierte - vom Kindergarten bis ins Seniorenalter - an Führungen und Projekten zur Pflanzenwelt des Botanischen Gartens teilnehmen.

Verbindung von Kunst und Bildung


Zeitgemäße Gestaltung und Design des Gartens sind von zentraler Bedeutung für die Vermittlung und Präsentation von Forschung und Lehrinhalten: "Die zum Teil seit 200 Jahren bestehende klassische Gestaltung zeigt, dass der Garten allein in dieser Hinsicht mit dem Stand der Wissenschaft nicht Schritt halten kann", so Frank Schumacher, der deshalb die bestehenden Kooperationsprojekte - insbesondere mit der Universität für angewandte Kunst - als Chance sieht, quer denkende Gestaltungsmöglichkeiten in den Garten einzubringen. (ps)


Ao. Univ.-Prof. Dr. Michael Kiehn, Direktor des Botanischen Gartens und Leiter des Departments für Biogeographie, und Ing. Frank Schumacher, technischer Leiter des Botanischen Gartens und stellvertretender Leiter des Departments für Biogeographie, führten "dieUniversitaet-online" durch den Botanischen Garten.

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