Seit Montag, 12. Juli 2010, ist der Campus der Universität Wien von hunderten wissensdurstigen Kindern besetzt. Wer da die Uni gehörig auf den Kopf stellt, sind die jungen Studierenden der KinderuniWien in ihren bunten Kinderuni-Shirts. Auch Wissenschaftsministerin Beatrix Karl ließ es sich nicht nehmen, ins rote T-Shirt zu schlüpfen, als sie gestern in Teamarbeit mit Rektor Georg Winckler das Eröffnungsband durchschnitt. Anschließend hielt die Ministerin selbst eine der ersten Kinderuni-Vorlesungen 2010: Die Juristin sprach zum Thema "Alles, was Recht ist!" |
 "Die schlauen Kinder von heute sind die innovativen Großen von morgen", sagte Beatrix Karl bei ihrer Rede anlässlich der offiziellen Eröffnung der KinderuniWien 2010 im Campus der Universität Wien. "Man kann deshalb gar nicht früh genug mit der Nachwuchsförderung beginnen." Die Wissenschaftsministerin - im roten Kinderuni-T-Shirt - wünschte den teilnehmenden Kids eine spannende Veranstaltung und ermutigte sie, Fragen zu stellen und neugierig zu sein.
Rektor Georg Winckler schloss sich der Begrüßung an und blickte auf seine eigenen Erfahrungen als mehrmaliger Kinderuni-Lehrender zurück: "Die Gestaltung einer Vorlesung im Rahmen der Kinderuni ist selbst für erfahrene Vortragende eine Herausforderung", sagte er. Denn: Es sei alles andere als leicht, komplexe Inhalte einfach darzustellen. "Man kann mehr Fragen stellen, als Antworten geben", sagte er zu den anwesenden Kindern.

Dann eröffneten Karl und Winckler mit einem Schnitt durch das blaue Band offiziell die KinderuniWien 2010. Den jungen Kinderuni-TeilnehmerInnen erklärte der Rektor, das gemeinsame Betätigen der Schere sei ein Symbol für die Kooperation zwischen dem Wissenschaftsministerium und den Universitäten.

Nach der offiziellen Eröffnung folgten rund 120 neugierige Kinderuni-StudentInnen zwischen sieben und zwölf Jahren der Einladung von Beatrix Karl zu ihrer Vorlesung "Alles, was Recht ist!" in den Hörsaal A.

Wozu Regeln notwendig sind, erklärte die Ministerin den jungen HörerInnen zunächst am Beispiel der Fußball-WM: "Wen braucht es noch auf dem Fußballfeld, abgesehen von den Spielern und dem Ball - und warum?" fragte sie die Kinderuni-StudentInnen nach der Rolle des Schiedsrichters.

Da konnten alle mitreden: Auf die Frage, wer denn am Sonntag das WM-Finale verfolgt habe, schnellten fast alle Kinderhände hoch.

Währenddessen füllte sich draußen der Hof 2 immer mehr mit kleinen, wissensdurstigen Studierenden in roten Shirts - da ist es im Getümmel gar nicht so einfach, die richtige Gruppe zu finden. Zum Glück stechen die MitarbeiterInnen der KinderuniWien mit ihren Tafeln und gelben T-Shirts aus der Menge hervor. Insgesamt werden in den nächsten zehn Tagen noch an die 4.000 Kinder unter dem Motto " Wir stellen die Uni auf den Kopf" an der KinderuniWien studieren und mit 500 WissenschafterInnen an vier Universitäten in Wien zusammentreffen.

"Es war für mich eine spannende, neue Erfahrung, die mir großen Spaß gemacht hat", so Beatrix Karl nach ihrer Kinderuni-Premiere. Im Anschluss an die Vorlesung bekamen die Kinder von der Ministerin den begehrten Stempel für ihren Kinderuniausweis, den sie für die Sponsion am 24. Juli 2010 benötigen. (Foto 1-7: Bernadette Ralser, Markus Steiner. Foto 8: Benedikt Loebell). (br) |