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Ein Steingarten im Campus deutet auf die Nähe der Japanologie hin. Fotos: sk


Diese Kostümpuppe stammt von der Wiener Weltausstellung.


Derzeit sind japanische Spiele im Institut ausgestellt.


Dr. Brigitte Steger zeigt einen Regenmantel aus der Realiensammlung ?


? und ein Bild aus der Souvenirfotosammlung belegt deren Verwendung.


Ein Landschaftsmotiv aus der Souvenirfotosammlung.


Institut für Ostasienwissenschaften, Abteilung Japanologie Wiener Japanologie feiert 40-Jahr-Jubiläum mit Vortragsreihe
Die Sammlungen der Japanologie
Sammlungen an der Universität Wien
Simone Kremsberger (Redaktion) am 16. September 2005

Traditionelle Spiele, Kleidungsstücke, kostbare Puppen von der Wiener Weltausstellung 1873 und 100 Jahre alte Souvenirfotos: Die Abteilung Japanologie am Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Wien beherbergt eine Reihe von Kunst- und Gebrauchsgegenständen, die ein Stück japanischer Alltagsgeschichte erzählen.

Spaziert man im Universitätscampus Richtung Japanologie, stößt man auf einen Steingarten ? doch der japanische Garten ist nur einer der Schätze, die das Institut für Ostasienwissenschaften/Abteilung Japanologie im Laufe der Zeit angesammelt hat. Puppen fürs traditionelle "Mädchenfest" Univ.-Ass. Mag. Dr. Brigitte Steger betreut die Realiensammlung, die zum Teil vom Institut für Völkerkunde übernommen wurde. Einen Schwerpunkt dabei bilden Puppen: "In Japan findet traditionell das 'Puppen- oder Kinderfest', früher 'Mädchenfest' genannt, statt. Puppen werden im Wohnraum aufgestellt und am 3. März abgebaut, damit die Mädchen nicht zu spät heiraten. Man trinkt einen alkoholfreien süßen Reiswein und übergibt einander kleine Geschenke." Auch an der Wiener Japanologie wird der Anlass gefeiert ? hier dürfen die Puppen allerdings länger zur Besichtigung stehen bleiben. Stoffkarpfen beim "Kinderfest" Als Gegenstück zum Puppenfest gibt es am 5. Mai ein "Bubenfest", heute "Kinderfest", an dem die Räume mit Samuraipuppen geschmückt werden. Im Freien werden bunte Stoffkarpfen (koinobori) aufgehängt ? ebenfalls ein Brauch, den Brigitte Steger mit KollegInnen und Studierenden gerne zelebriert. Im Mai werden die Bäume im Hof 2 des Campus symbolisch zu einem Wasserfall, den die Fische hinaufsteigen und somit Glück und Wohlstand bringen. Kostümpuppen von der Weltausstellung Eine Besonderheit in der Puppensammlung sind kostbare Exemplare, die auf der Wiener Weltausstellung 1873 präsentiert wurden. Die japanischen Kostümpuppen dienten dazu, Berufsgruppen vom Bauern bis zum Priester darzustellen. Big Spender aus Japan Weitere Schätze der Realiensammlung sind japanische Spiele, die derzeit im Institutsgebäude ausgestellt sind, sowie Alltagskleidungsstücke, bäuerliche Geräte und Schuhe, die als Geschenke oder durch Forschungsreisen an die Wiener Japanologie gekommen sind. Einige Kostbarkeiten stammen von einem privaten Spender: Suzuki Takeru aus Nagoya hatte seinerzeit ein Konzert der Wiener Sängerknaben so genossen, dass er Wien etwas Freude zurückgeben wollte ? in Form von Geschenken wie Bilderrollen oder einem Wandschirm an die hiesige Japanologie. Souvenirfotos aus 1900 Neben der Realiensammlung verfügt die Abteilung Japanologie über eine Souvenirfotosammlung, die 1941 vom damaligen Institut für Japankunde erworben und seither erweitert wurde. "Die handkolorierten Fotografien stammen aus der Meiji-Zeit (1868–912) und wurden als Andenken an Touristen verkauft", erläutert Steger. Die Fotos wurden im Rahmen eines Praktikums von einem Studenten digitalisiert und katalogisiert und sollen demnächst in einer Datenbank zur Verfügung stehen. (sk)

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