Logo der Uni Wien
Logo der Uni Wien

Archiv der Online-Zeitung

Archiv der Online-Zeitung der Universität Wien
  •   Home
  •   Forschung
  •   Wissenschaft &     Gesellschaft
  •   Studium & Lehre
  •   Professuren
  •   Personalia
  •   Service
  •   Dossiers
    • Tiere & Forschung
    • Schiffsmeldungen
    • Hinter den Talaren
    • KinderuniWien 2010
    • Jahr der Biodiversität 2010
    • Südafrika
    • Botanischer Garten
    • Osteuropa 1989-2009
    • KinderuniWien 2009
    • Darwin-Jahr 2009
    • Astronomiejahr 2009
    • E-Ressourcen
    • KinderuniWien 2008
    • 10 Jahre Campus
    • Fokus Mathematik
    • 1968
    • EURO 2008
    • Notizen aus den Tropen
    • Doktoratsprogramme
    • Notizen aus der Arktis
    • KinderuniWien 2007
    • China
    • Vienna m@iling to ?
    • Universitäre Forschungs- schwerpunkte
    • Vielfältiger Uni-Alltag
    • Forschungsplattformen
    • Hertha-Firnberg-Programm
    • Elise-Richter-Programm
    • Kinderuni 2006
    • Schöne neue Arbeitswelt
    • 150. Geburtstag Freuds
    • Mozart-Jahr 2006
    • Joint-Degree-Studien an der Universität Wien
    • EU und Universität Wien
    • Sprache/Kommunikation
    • Sammlungen an der Universität Wien
    • Freizeit ? Urlaub ? Reisen
    • Kinderuni 2005
    • Liebe
    • Alte/r/n
    • 1945-55
    • Jahr der Physik
    • Lieben-Projekt
    • UB
    • Corporate Design
    • Reisen und Wissenschaft
    • Kinderuni 2004
    • DLE-LeiterInnen
    • EU-Erweiterung
    • UG 2002
    • 250 Jahre Botanischer Garten
    • Internat. Frauentag
    • eLearning
    • Orte der Uni-Wien
    • Kinderuni 2003
    • Wissenschaft und NS
    • Behinderung/Integration
    • JungwissenschafterInnen
    • Ethik und Biomedizin
  •   UniBlicke

Institut für Übersetzen und Dolmetschen
Die Translationswissenschaft nach der EU-Erweiterung
EU-Erweiterung
Eszter Bokor (Redaktion) am 14. Juni 2004

Am Institut für Übersetzen und Dolmetschen werden SprachexpertInnen in zwölf Fremdsprachen ausgebildet. DieUniversitaet-online.at sprach mit den Lehrgangssprecherinnen Dr. Nadezda Salmhoferova (Tschechisch), Mag. Erna-Maria Trubel (Ungarisch) und Mag. Joanna Ziemska (Polnisch) über die Auswirkungen der EU-Erweiterung für das Institut.

Redaktion: Wie wirkt sich die EU-Erweiterung auf das Studienangebot der Translationswissenschaft aus? Erna-Maria Trubel: Die EU-Erweiterung wirkt sich eindeutig positiv auf die Anzahl der Studierenden aus. Sie erwarten sich gute Berufschancen durch die Erweiterung, sind sehr an EU-spezifischen Texten, Terminologien und Arbeitsmöglichkeiten in Brüssel interessiert. Das Institut bekommt auch laufend Jobangebote, die dann an die Studierenden weitergeleitet werden. Joanna Ziemska: Die Zahlen der Studierenden steigen, sowohl der Studierenden mit österreichischer Matura als auch insbesondere Studierender us Polen. Nadezda Salmhoferova: Die Studentenzahlen sind in ?meinem? Fachbereich ungefähr gleich geblieben, es gibt eine Spur mehr Erstsemestrige, aber ob das auf die EU-Erweiterung zurückzuführen ist, wage ich nicht zu behaupten. Redaktion: Wie schätzen Sie die Folgen der EU-Erweiterung für AbsolventInnen ein? Welche Probleme sehen Sie und welche Chancen? Salmhoferova: Für unsere AbsolventInnen dürften sich die beruflichen Chancen verbessern: Ihnen stehen vermehrt Stellen in Brüssel zur Verfügung, aber auch in österreichisch-tschechischen Firmen und bei bilateralen Projekten. Ziemska: Die AbsolventInnen, die nach Polen zurückgehen, haben sehr gute Arbeitschancen. Schwieriger ist die Situation in Österreich selbst, aber auch hier habe ich inzwischen einige AbsolventInnen, die durchaus erfolgreich sind ? Voraussetzung ist aber ein enormer persönlicher Einsatz. Trubel: Einerseits bietet die Erweiterung vielfältige Arbeitsmöglichkeiten, andererseits gibt es große Konkurrenz aus Ungarn. Allerdings werden dort neben soliden Ausbildungsmöglichkeiten auch ?Schnellsiederkurse? mit Diplom für EU-Dolmetscher, die lediglich zwei Wochen dauern. Über Kompetenz und Qualität entscheidet dann erst die Bewährung im Arbeitsalltag. Dennoch sehe ich große Chancen in der EU-Erweiterung, da durch die Zunahme der internationalen Kontakte auch der Bedarf an Translation steigt. Redaktion: Welche Schritte wurden gesetzt, um AbsolventInnen auf die Erweiterung (Stichwort gesamteuropäischer Wettbewerb) vorzubereiten? Trubel: Wir versuchen fächerübergreifend solide EU-Kompetenzen zu vermitteln. Vielfalt, Flexibilität, terminologisches Wissen und hohe Kulturkompetenz stehen an erster Stelle. Unser gesamter Studienplan wurde nun EU-konform auf B.A.- und M.A.-Abschluss umgestellt, das erleichtert die Studien- und Arbeitsmöglichkeiten. Ziemska: In den meisten Lehrveranstaltungen wurde die Terminologie der EU stärker eingebaut, es wird auf das meritorische Wissen über die EU großer Wert gelegt. Für die Ausbildung der DolmetscherInnen wurde eine ganz neue Dolmetschanlage installiert. Das Lehrangebot sollte vergrößert werden, aber hier mangelt es offensichtlich an Geld. Salmhoferova: Der neue Studienplan bietet Möglichkeiten einer Spezialisierung, was die Chancen der AbsolventInnen positiv beeinflussen dürfte. Die Studierenden werden angeregt, sich um Studienaufenthalte in Tschechien zu bewerben. In Übungen werden regelmäßig die neuesten Entwicklungen in der tschechischen Politik und Wirtschaft besprochen. Redaktion: Wie wird sich die Sprachenpolitik der Union entwickeln? Wird man in zehn Jahren noch DolmetscherInnen brauchen? Ziemska: Die bisherigen Übersetzungsprogramme sind nicht ausgereift, vor allem sind auch die besten "denkfähigen" Programme nicht imstande, interkulturelle Aspekte zu vermitteln. Insbesondere DolmetscherInnen halte ich daher nicht wirklich für eine aussterbende Spezies. Ich glaube, insbesondere kleine Sprachgemeinschaften werden in der EU darauf drängen, nicht vom allgegenwärtigen - meist schlechten - Englisch vereinnahmt zu werden. Salmhoferova: Die Mehrheit der TschechischübersetzerInnen und -DolmetscherInnen wird wohl nach wie vor nicht in Brüssel, sondern in ihrem Land arbeiten. Daher glaube ich, dass in Österreich und Tschechien ÜbersetzerInnen und DolmetscherInnen auch künftig notwendig sein werden. Da jedoch immer mehr TschechInnen Deutsch oder Englisch können, wird man künftig zunehmend erst dann eine/n TranslatorIn beauftragen, wenn die Kommunikation über den allgemeinen Sprachgebrauch hinausgeht. Das heißt, dass man in unserem Beruf allein mit guten Sprachkenntnissen nicht mehr auskommen wird, sondern eine entsprechende Qualifikation als TranslationsexpertIn braucht. Trubel: Durch der Erweiterung stieg die Anzahl der offiziellen EU-Sprachen von 14 auf 20, die Anzahl der zu übersetzenden Seiten bei der Europäischen Kommission stieg um 40 %. Die Kommmission möchte für jede neue Sprache 60 ÜbersetzerInnen anstellen, hinzu kommen die freien ÜbersetzerInnen und HilfsübersetzerInnen. Insgesamt sind das 110 neue ÜbersetzerInnen pro Sprache. Die Politik der EU garantiert ?zumindest vorläufig - die Gleichberechtigung aller ofiziellen Sprachen. Im Moment müssen wir uns also nicht allzu viele Sorgen machen. (eb)    

<< zurück zur Übersicht
 
Impressum Druckversion
Universitat Wien | Dr.-Karl-Lueger-Ring 1 | 1010 Wien | T +43-1-4277-0