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Ein Stück Medizingeschichte |
| Orte der Universität Wien |
| Dieter N. Unrath (Redaktion) am 17. Juli 2003 |
Im Rahmen der Serie "Orte der Universität Wien" stellt DieUniversitaet.at diesmal die Bibliothek des Josephinums vor. Sie ist Teil des Instituts für Geschichte der Medizin, das Gebäude befindet sich auf der Währingerstraße in Wien-Alsergrund. |
Der Gesamtbestand beträgt 95.000 Bände mit einer umfangreichen medizinhistorischen Sekundärliteratur. Noch heute erhält die Bibliothek auch zusätzlich Bestände durch den Eingang zahlreicher privater Ärztebibliotheken. Alle Werke ab 1990 sind im Online-Katalog integriert. Das Prunkstück: Die Josephinische Bibliothek "Nach und nach sind durch Schenkungen auch andere Bücher hinzugekommen, so dass wir jetzt ca. 6000 Signaturen in der Josephinischen Bibliothek haben. Für viele Bücher ist aber kein Platz mehr", beklagt Kranz. Sehr viele Werke werden daher im alten Garnisonsspital und im Keller des Instituts für Kardiologie gelagert. Das älteste Werk ist ein Buch über die Pest aus dem Jahre 1478. Weiters gibt es 20 Inkunabeln und Frühdrucke vor 1520. Das Schwergewicht bilden aber Bücher des 17. und 18. Jahrhunderts, die ja Grundlage des Unterrichtsum 1780 waren. Nicht nur medizinische Bücher sind vorhanden, sondern auch Werke aus den Bereichen Botanik, Zoologie, Mineralogie, Veterinärmedizin (bes. Pferdeheilkunde), Meteorologie, Astrologie, Geomantie und Magie. Eine Kuriosität ist eine Rede über antike medizinische Philosophie, wie sie der Neuen Welt angepasst werden möge. Der Verfasser, Jean Francois Coste, war Franzose, der Druck erfolgte zu Leiden in Holland, abgefasst war die Rede in lateinischer Sprache, gehalten 1782 in Williamsburg, Virginia, und ihre Widmung ging an George Washington. Einzigartig: Die Bibliothek für Ethnomedizin StudentInnen, pensionierte ÄrztInnen und Forschungsreisende MedizinstudentInnen hingegen benutzen die Bibliothek relativ wenig, weil die Geschichte der Medizin kein Pflichtfach ist. Die Medizingeschichte wendet sich eher ÄrztInnen zu, die nicht mehr direkt im hektischen Berufsleben stehen oder bereits pensioniert sind. Die Bibliothek ist auf jeden Fall durch den großen Altbestand bei (Medizin-)HistorikerInnen sehr bekannt, außerdem ist der Lesesaal eine Attraktion, den man auch für Veranstaltungen mieten kann. (du) Literaturtipp: Helmut Wyklicky, Das Josephinum. Biographie eines Hauses. Wien 1985 Institut für Geschichte der Medizin |




