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Elise Richter, nach der das neue Frauenförderprogramm des FWF benannt ist, habilitierte sich 1904 als erste Frau an einer österreichischen Universität. Die Venia Legendi erhielt sie 1907. Foto: ONB


Artikel im "FWF info" Nr. 57, Juli/2006 Lesen Sie auch: "Vier von neun Hertha-Firnberg-Stellen an Forscherinnen der Uni Wien" (25.7.2006)
Elise-Richter-Programm des FWF: 4 Stellen für Universität Wien
Personalia, Auszeichnungen, Elise-Richter-Programm
Redaktion am  2. August 2006

Bereits im Mai vergab der Wissenschaftsfonds FWF erstmals die Elise-Richter-Stellen für Senior-Post-doc-Wissenschafterinnen. Sieben Bewerberinnen waren erfolgreich, darunter vier Forscherinnen der Universität Wien.

Im Herbst 2005 war das Elise-Richter-Programm des Wissenschaftsfonds zum ersten Mal ausgeschrieben. Es ersetzt das im September 2005 eingestellte Charlotte-Bühler-Programm (Unterstützung beim Abschließen von Habilitationen) und will bereits etablierte Wissenschafterinnen fördern. Das Ziel: Sie sollen sich anschließend um eine in- oder ausländische Professur bewerben können.
 
Zweistufige Karriereentwicklung Das Programm ermöglicht hoch qualifizierten Wissenschafterinnen, so der FWF, "ihre Arbeit in Hinblick auf die weitere (Universitäts-)Karriere zu entwickeln, zum Beispiel im Anschluss an ein Herta-Firnberg-Stipendium". Denn das Elise-Richter-Programm ist die zweite Stufe innerhalb des Plans zur "Karriereentwicklung für Wissenschafterinnen". Vor dem Senior-Post-doc-Programm Elise Richter können sich Wissenschafterinnen am Beginn ihrer Karriere um das Herta-Firnberg-Programm bewerben. Insgesamt können somit sechs Jahre an Förderung in Anspruch genommen werden. 4 Forscherinnen an der Universität Wien 28 Anträge wurden vergangenen Herbst eingereicht. Sieben Bewerberinnen wurde eine Elise-Richter-Stelle zugesprochen, vier von ihnen forschen an der Universität Wien. Ulrike Aust
Ulrike Aust arbeitet am Department für Neurobiologie und Verhaltenswissenschaften. Im Zuge ihres Elise-Richter-Projekts untersucht sie jene Mechanismen, die der Erkennung von Bildern bei Tauben zugrunde liegen. Die Möglichkeiten reichen dabei vom Fehlen jeglicher Bild-Objekt-Assoziationen über Wiedererkennen einfacher perzeptueller zweidimensionaler Merkmale bis zur Einsicht in die repräsentative Natur von Bildern und der Wahrnehmung von echter Bild-Objekt-Äquivalenz. Artikel "Wie Tauben sehen" (Jänner 2004) Kaja Harter-Uibopuu
Prozessrechtlich relevante Inschriften und Texte der griechischen Antike wird Kaja Harter-Uibopuu am Institut für Alte Geschichte und Altertumskunde, Papyrologie und Epigraphik analysieren. Um herauszufinden, wie die für die Griechen so wichtige lokale Gerichtsbarkeit funktionierte, werden vor allem epigraphische Quellen, die direkte Zeugnisse der Administration sind, untersucht. Verena Jantsch-Plunger
Die Genetikerin Verena Jantsch-Plunger beschäftigt sich am Department für Chromosomenbiologie, Max F. Perutz Laboratories, mit der Meiose, jener spezialisierten Zellteilung, die zur Bildung von haploiden Keimzellen essenziell ist. Verena Jantsch verwendet das tierische Modellsystem des Fadenwurms C. elegans, um Gene, die wesentlich für den geordneten Fortgang der meiotischen Prophase und die exakte Verteilung der Chromosomen sind, zu identifizieren. Silvia Stoller
Worin liegt die Bedeutung der Phänomenologie des 20. Jahrhunderts für zentrale Fragen der philosophischen Geschlechtertheorie, der feministischen Philosophie und der Gender Studies? Diesen Fragen geht Silvia Stoller in ihrem Habilitationsprojekt "Existenz ? Differenz ? Konstruktion. Eine Phänomenologie der Geschlechtlichkeit" nach. Drei weitere Elise-Richter-Stellen Heidrun Halbwirth (Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften, TU Wien) wird sich in ihrer Habilitation mit der Entstehung unterschiedlicher Hydroxylierungsmuster im Flavonoid-Biosyntheseweg beschäftigen.
Barbara Kraus arbeitet am Institut für Theoretische Physik der Universität Innsbruck auf dem Gebiet der Quanteninformation und Quantenoptik.
"Klassifikation melanozytärer Nävi" heißt das Projekt von Iris Zalaudek von der Medizinischen Universität Graz. Für hoch qualifizierte Forscherinnen Das Elise-Richter-Programm richtet sich an hoch qualifizierte Forscherinnen aller Fachdisziplinen, die eine Universitätskarriere anstreben. Nach Abschluss der Förderung soll eine Qualifikationsstufe erreicht sein, die zur Bewerbung um eine in- oder ausländische Professur befähigt. Als Personalkosten stehen für jede Forscherin 58.300 Euro pro Jahr zur Verfügung. Jährlich gibt es zwei Ausschreibungstermine, jeweils im Frühjahr und im Herbst. (mh) Der nächste Ausschreibungstermin für das Elise-Richter- sowie das Herta-Firnberg-Programm wird voraussichtlich im Herbst 2006 sein.

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