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ELOISE!
eLearning
Eszter Bokor (Redaktion) am 31. Oktober 2003

Ein Beispiel für neue, innovative Formen von Forschung und Lehre durch den Einsatz von Neuen Medien ist das Projekt ELOISE! am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien. Ziel des Projekts ist die Entwicklung des Online-Softwaresystems ELOISE! Plattform in Verbindung mit der Einrichtung des film- und medienwissenschaftlichen Forschungsprojektes FAKEBASE.

FAKEBASE

FAKEBASE ist ein seit 2001 am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien laufendes Forschungsprojekt zum Thema "Filmsynchronisation und Politik". Es untersucht und dokumentiert die politisch und kommerziell motivierte Verfälschung und Manipulation von Kino- und Fernsehfilmen und verwandten Unterhaltungsmedien im Zuge von medialen Übersetzungsprozessen. Der Schwerpunkt liegt vorerst auf der deutschsprachigen Synchronisation mit Bezugnahme auf Parallelen in anderen europäischen Sprachen. Mit dem gesammelten Material soll eine zentrale Datenbank über die Verfälschung und Manipulation von Medienprodukten entstehen.
Von Anfang an sollten die Studierenden an der Forschungsarbeit beteiligt werden. Als didaktische Ziele stehen die direkte Einführung in die Grundlagen und Methoden der film- und medienanalytischen Arbeit anhand der Forschungspraxis sowie die Vertiefung und Erweiterung der dadurch erworbenen Kompetenzen im Vordergrund. FAKEBASE bietet Studierenden der Film- und Medienwissenschaft ein exemplarisches Tätigkeitsfeld, auf dem zusätzlich Kompetenz im Einsatz multimedialer Mittel auf einer zukunftsorientierten technischen Basis erworben werden kann.

ELOISE! Plattform

Die ELOISE! Plattform ist eine Online-Multimedia-Arbeitsumgebung zur kreativen Verbindung von Forschung und Lehre an Universitäten und Fachhochschulen. Sie wird zunächst der Anbindung der FAKEBASE-Arbeit an den regulären Lehr- und Forschungsbetrieb des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessierter Partnerinstitute dienen, ist aber grundsätzlich für alle Projekte kulturwissenschaftlicher Ausrichtung mit einem multimedialen Schwerpunkt geeignet. Sie organisiert die Eingabe, wissenschaftliche Bearbeitung und Verwertung von Materialien und Daten und ermöglicht die individuelle und kollektive Teilnahme von Studierenden am Forschungsprojekt. Das Besondere an der ELOISE! Plattform ist, dass die Studierenden selbst am Aufbau des Contents beteiligt sind. Studierende arbeiten an wissenschaftlichen Fragestellungen und Aufgaben des Projekts und profitieren dabei von der Unterstützung durch die Online-Plattform: zusätzlichem Lernmaterial, Gruppenkommunikation und weitgehend selbständiger Arbeitsorganisation. Die Plattform ermöglicht auch die Eigen- bzw. Gruppenevaluation. Für das Projekt ist die ELOISE! Plattform ein effizientes Verwaltungs- und Publikationsinstrument.

Geschichte

Das Projekt war aus einer Serie von Lehrveranstaltungen zum Thema Filmsynchronisation und der Problematik falscher bzw. absichtlich manipulierter Übersetzungen von Univ.-Doz. ao. Univ.-Prof. Dr. Rainer M. Köppl am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft entstanden. Ziel war zunächst die Erstellung einer Computerdatenbank, welche alle Film- und Medienproduktionen erfasst, die bewusste Verfälschungen bei der Synchronisation aufweisen. Im Sommersemester 2001 ging die erste Datenbank, die "Fakebank", für 180 Studierende ans Netz und wurde von da an kontinuierlich weiterentwickelt. Es entstand die Idee eines umfassenden Online-Systems, das als virtueller Workshop für Studierende dient und ihnen damit die Teilnahme an der Forschungspraxis ermöglicht. Abwicklung und Publikation des Forschungsprojekte sollten online erfolgen, die Lehrveranstaltungen waren als Kombination aus Online- und Präsenzarbeit organisiert.  
Im September 2001 wurde "Fakebank" in "FAKEBASE" umbenannt. Das Projekt zur Entwicklung des Softwaresystems "ELOISE! Plattform" und der Einrichtung von FAKEBASE als international orientiertem Online-Forschungs- und Dokumentationszentrum auf ELOISE! Plattform erhielt den Namen "ELOISE!" und wurde gemeinsam mit dem Institut für Softwaretechnik und Interaktive Systeme der Technischen Universität Wien erfolgreich bei der zweiten Ausschreibung der Initiative "Neue Medien in der Lehre" des BMBWK eingereicht. Offizieller Start des Projekts war am 1. Jänner 2003.

Förderung

Das Projekt ELOISE! wird im Rahmen der Initiative "Neue Medien in der Lehre an Universitäten und Fachhochschulen" (NML) des BMBWK gefördert. Im Juni 2002 wurde den Lehrveranstaltungen "Übersetzungskritik" und einem ähnlich organisierten Proseminar im Wettbewerb "Innovationen in der Lehre" der Universität Wien ein Preis für "besonders hohes Innovationspotential" zuerkannt. (eb)

ELOISE!
Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Neue Medien in der Lehre an Universitäten und Fachhochschulen (BMBWK)

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