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Rektor Georg Winckler... Foto: Petra Spiola


... und Franz Vranitzky begrüßten... Foto: P. Spiola


... die zahlreich erschienen Gäste anlässlich der Antrittsvorlesung von Lutz Niethammer. Foto: P. Spiola


Nach einleitenden Worten der Vizedekanin der Historisch- Kulturwissenschaftlichen Fakultät, Marianne Klemun... Foto: P. Spiola


... sprach Lutz Niethammer zu "Erfahrungsgeschichtlichen Erwägungen zur Konstruktion Europas". Foto: P. Spiola


Der Zeithistoriker Oliver Rathkolb moderierte die anschließende Diskussion. Foto: P. Spiola


Stream der Begrüßung und Einleitung zum Vortrag Stream des Vortrags von Lutz Niethammer Porträt über Lutz Niethammer  
Erfahrungsgeschichtliche Erwägungen zur Konstruktion Europas
Antrittsvorlesungen
Gastbeitrag von Lutz Niethammer am 14. Oktober 2008

Mit Anfang Oktober 2008 übernahm Lutz Niethammer, emeritierter Professor der Universität Jena, den Franz Vranitzky Chair for European Studies. Anlässlich des Antritts der einjährigen Stiftungsprofessur am Institut für Zeitgeschichte hielt Niethammer am Dienstag, 7. Oktober 2008, einen öffentlichen Vortrag in Anwesenheit von Altbundeskanzler Franz Vranitzky.

Seit 35 Jahren bin ich nun Professor und vieles an dieser Berufserfahrung habe ich als Geschenk erfahren. Dass ich schon mit jungen Jahren einen Lehrstuhl bekam, dass ich viele Forschungsteams anleiten konnte, dass mir im größeren Teil dieser Zeit auch akademische Leitungsaufgaben von der Fachgruppen- bis zur Rektoratsebene und bis zur Gründung eines Advanced Study-Instituts anvertraut wurden, dass ich bisher in acht Staaten Europas bei Fellowships oder Gastprofessuren meinen Gesichtskreis erweitern konnte, dass ich nicht nur Studenten beraten durfte (was mir ohnehin das liebste an meinem Beruf ist), sondern auch gelegentlich Regierungen, Kultureinrichtungen und neuerdings sogar Unternehmen. Und als ein besonderes Geschenk empfand ich die Überwindung des Kalten Krieges und die innere Öffnung Europas und Deutschlands und dass ich in meinem Bereich an ihr mitwirken durfte.

Aber jetzt geschieht mir etwas Neues, was ich als eine besondere Ehre empfinde, nämlich dass ich selbst als Geschenk fungieren darf, besser als Teil eines Geschenkpakets einer wirtschaftlichen Sponsorengruppe an den letzten großen Bundeskanzler Österreichs aus Anlass seines 70. Geburtstages und mithin auch als Teil eines Geschenks an diese Universität und ihre Studenten. Und etwas Schöneres und zugleich Herausfordernderes kann sich ein alter Professor eigentlich kaum vorstellen, als dass dieses Geschenk eines named chair for European Studies auch dem Namenspatron angemessen ist [...].

Lehrveranstaltungen


Zugleich möchte ich mit dieser Betrachtung auch einen Rahmen für die beiden Lehrveranstaltungen skizzieren, die ich in diesem und dem folgenden Semester im Rahmen des "Franz-Vranitzky-Lehrstuhls für Europäische Studien" anbieten will: nämlich einmal (und das zum ersten Mal im Master-Studiengang European Studies) ein historisch-sozialwissenschaftliches Forschungsseminar zur Erfahrungsgeschichte, genauer zu den nationalen Erfahrungsräumen und europäischen Erwartungshorizonten derzeit fortgeschrittener Studenten, stellvertretend für die kommende Generation Europas.

Und zum zweiten eine Vorlesung in der Geschichte, die Oliver Rathkolb und ich gemeinsam für zwei Semester angelegt haben, über "Schlüsselbegriffe des 20. Jahrhunderts". Sie soll - und das nicht nur für angehende Zeithistoriker - eine doppelte Orientierungsfunktion entwickeln: Auf der einen Seite wollen wir begriffliche Schneisen durch die europäische Geschichte des letzten Jahrhunderts schlagen und damit Überblicke und Zusammenhänge einer Periode eröffnen, die sowohl die schlimmsten Erschütterungen und Katastrophen der Zivilisationsgeschichte überhaupt als auch einige der besonders zukunftsträchtigen Projekte eines solidarischen Zusammenlebens in Frieden und Freiheit erfahrbar gemacht hat.

Orientierung soll diese Vorlesung darüber hinaus aber noch in einem anderen Sinn geben: Sie wird keine begriffliche Dogmatik entfalten, sondern begriffsgeschichtlich der Entstehung und dem semantischen Wandel dieser Leitinstrumente unseres sozialen und politischen Denkens, dem was sie je und je fassen und aufschließen konnten und auch dem, was sie verbergen und der Debatte entziehen sollten, nachspüren. Unsere Erfahrungsbestände müssen durch den Filter einer historischen Reflexion unserer Verständigungskategorien hindurch, wenn aus ihnen sinnvolle Erwägungen über künftige Orientierungs- und Handlungsoptionen werden sollen.


Lesen Sie den gesamten Vortrag von Lutz Niethammer (PDF) vom 7.10.2008, Kleiner Festsaal der Universität Wien

Stream des Vortrags
(mov)

Vorlesung "Zeitgeschichte als Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts - Historische Schlüsselbegriffe des 20. Jahrhunderts"

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