Kürzlich bewilligte der Wissenschaftsfonds FWF neben zahlreichen Einzelprojekten auch große Forschungsvorhaben wie Spezialforschungsbereiche (SFBs) und Nationale Forschungsnetzwerke (NFNs). Drei der vier neuen Schwerpunktprogramme werden unter Beteiligung der Universität Wien eingerichtet, ein NFN wird vom Orientalisten Michael Jursa geleitet. Weiters wurden drei neue Doktoratskollegs (DK-plus) bewilligt, zwei davon werden an der Universität Wien eingerichtet. |
Rund 14,7 Mio. Euro stellte der FWF in der Kuratoriumssitzung am 24./26. November für zwei neue Spezialforschungsbereiche (SFBs) und zwei neue Nationale Forschungsnetzwerke (NFNs) bereit. Die erfolgreichen Anträge stammen aus so unterschiedlichen Bereichen wie Altertumsforschung, Politikwissenschaft, Quantenphysik und Gentechnik. Mit den bewilligten Mitteln können - unter der Anleitung von sog. "principle investigators - jährlich rund 100 Arbeitsplätze für höchst qualifizierte, junge WissenschafterInnen geschaffen werden.
Nationale Forschungsnetzwerke: - "'Imperium' and 'Officium'. Comparative Studies in Ancient Bureaucracy and Officialdom", Koordinator: Michael Jursa vom Institut für Orientalistik, Universität Wien Michael Jursa führt noch bis Anfang 2009 das START-Projekt "Wirtschaftsgeschichte Babyloniens im 1. Jahrtausend v. Chr." an der Universität Wien durch.
- "The Austrian National Election Study 2010", mit Netzwerkpartnern an der Universität Innsbruck, der Universität Wien und der Universität Mannheim (Deutschland), Koordinator: Fritz Plasser (Universität Innsbruck)
Nationale Forschungsnetzwerke sind Forschungsvorhaben, die Schwerpunktbildungen in der wissenschaftlichen Forschung fördern, in der Regel durch den Aufbau von landesweiten Netzwerken, die fächerübergreifend und arbeitsteilig arbeiten. Sie bündeln österreichweit wissenschaftliche Aktivitäten zu einem Thema.
Spezialforschungsbereich: - "Foundations and Applications of Quantum Science", einzurichten an der Universität Innsbruck, der Universität Wien, der Technischen Universität Wien und dem Institut für Quantenoptik und Quanteninformation der ÖAW, Sprecher: Rainer Blatt (Universität Innsbruck)
- Der zweite SFB wird an der Universität für Bodenkultur Wien eingerichtet ("Fusarium Metabolites and Detoxification Reactions").
Spezialforschungsbereiche sind Zentren der Spitzenforschung, die nach internationalem Maßstab außerordentlich leistungsfähige, eng vernetzte Forschungsvorhaben an einem Standort verfolgen und die die interdisziplinäre, langfristig angelegte Bearbeitung aufwendiger Forschungsthemen zum Gegenstand haben.
Doktoratskollegs DK-plus Die erfolgreichen Anträge stammen von den Max F. Perutz Laboratories (Universität Wien und Medizinische Universität Wien) und von der TU Wien. Mit den drei neu bewilligten Doktoratskollegs erhöht sich die Zahl der FWF-geförderten Ausbildungsprogramme auf 18.
- "Molecular Mechanisms of Cell Signaling", getragen von den Max F. Perutz Laboratories (Medizinische Universität Wien und Universität Wien), Sprecherin: Manuela Baccarini vom Department für Mikrobiologie und Immunbiologie, Universität Wien
- "Structure and Interaction of Biological Macromolecules", getragen von den Max F. Perutz Laboratories (Medizinische Universität Wien und Universität Wien), dem Research Institute of Molecular Pathology (IMP) und dem Institute of Molecuar Biotechnology (IMBA) der ÖAW, Sprecher: Tim Skern (Medizinische Universität Wien)
- "Water Resource Systems", einzurichten an der Technischen Universität Wien
Doktoratskollegs bieten strukturierte DoktorandInnenausbildung und unterstützen das Ziel, die Ausbildung von jungen ForscherInnen in Österreich auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau zu heben. Ein DK-plus wird von einer Faculty aus WissenschafterInnen mit hochkarätiger Forschungsleistung und Ausbildungserfahrung getragen. (mh) |