| Homepage von Erich Neuwirth Institut für Scientific Computing der Fakultät für Informatik Fachdidaktisches Zentrum für Informatik Department of Statistics der Temple University, Philadelphia |
Fernstudium der anderen Art |
| Studium/Lehre, eLearning |
| Michaela Hafner (Redaktion) am 28. April 2005 |
Erich Neuwirth, Professor am Institut für Scientific Computing der Fakultät für Informatik, hat an einem Donnerstag im April eine Gastvorlesung an einer Universität in Philadelphia gehalten. Das ist an sich nichts Ungewöhnliches. Doch Neuwirth musste dazu weder Koffer packen noch ein Flugzeug besteigen, sondern saß vor seinem PC in Wien. |
Videokonferenzen, Live-Zuschaltungen ? im technischen Zeitalter kein Problem. Dass all dies nicht nur mit teurer Spezialsoft- oder -hardware, sondern auch mit Standardsoftware, die für jeden PC kostenfrei zur Verfügung steht, funktioniert, zeigte ao. Univ.-Prof. Dr. Erich Neuwirth bei einer Gastvorlesung am Statistics Department der Temple University in Philadelphia, USA. Studierende im US-Hörsaal, Professor in Wien Neuwirth war von einem Kollegen, mit dem er gemeinsam an einem Projekt arbeitet, eingeladen worden, im Rahmen seiner Vorlesung eine Einheit zu übernehmen und so den amerikanischen Studierenden als Experte eines bestimmten Forschungsbereichs zur Verfügung zu stehen. Dazu saß er allerdings an seinem Computer in seinem Büro in der Universitätsstraße 5: "Für die Studierenden, die in Philadelphia im Hörsaal saßen, war die Abwicklung kaum von einer realen Vorlesung zu unterscheiden", erzählt Neuwirth, "sie konnten mich sehen, sprechen hören, meine Erläuterungen zum Gebrauch statistischer Software auch mittels Computerdemonstration mitverfolgen und mir jederzeit Fragen stellen." Den Studierenden präsentierte er die von ihm entwickelte Software RExcel, ein Paket zur Einbindung des Statistikpakets R in die Tabellenkalkulation Excel. Experten schnell an weit entfernte Orte Eingesetzt wurden für die Fernvorlesung Programme für Audio- und Video-Conferencing und für Application Sharing ? "Werkzeuge, die für jede 'Windows-Maschine' gratis verfügbar sind". Den großen Vorteil dieser Echtzeit-Fernlehrveranstaltung beschreibt Erich Neuwirth so: "Die Studierenden in den USA konnten mich als Spezialisten für ein bestimmtes Forschungsthema direkt in einer ihrer Lehrveranstaltungen genauer befragen, ohne dass irgendjemand eine große Reise antreten musste." Reale Gastvortragende virtuell an weit entfernte Studienorte bringen und den Studierenden somit sehr rasch Kontakt mit Spezialisten in einer sehr interaktiven Form bieten ? dank elektronischer Unterstützung ist dies mit äußerst geringem Aufwand möglich. Und so plädiert der Computerwissenschafter, der an der Universität Wien auch das Fachdidaktische Zentrum für Informatik leitet und mit seinem Know-how die Lehramtsausbildung unterstützt, dafür, Lehre per Audio- und Video-Streaming punktuell sinnvoll einzusetzen, "man muss Vorlesungszyklen nicht semesterlang per Video übertragen". (mh) |
