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Nako in Kinnaur, Himachal Pradesh. Foto: Deborah Klimburg-Salter


Ein Bodhisatva, Wandmalerei an der Südwand der Apsis des Roten Tempels von Tholing, Westtibet. Foto: Jaroslav Poncar


Kloster Kyi im Spiti-Tal, Himachal Pradesh. Foto: Klimburg-Salter


Institut für Kunstgeschichte der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät Western Himalaya Archive Vienna (WHAV)
Lesen Sie auch: "Forschungspfade durch den Himalaya" "Bilder vom westlichen Himalaya bis zur österreichischen Zeitgeschichte"
Forschung zu Inner- und Südasien an der IFD
Forschungsprojekte, Forschungsplattformen
Anna Kim (Redaktion) am 28. Juli 2006

Erstklassige Forschung, Dokumentation und Archivierung sowie gezielte Nachwuchsförderung sind die Ziele der seit Jänner 2006 bestehenden "Interdisziplinären Forschungsplattform und Dokumentationsstelle für die Kulturgeschichte Inner- und Südasiens".

Seit Anfang des Jahres gibt es die "Interdisziplinäre Forschungsplattform und Dokumentationsstelle für die Kulturgeschichte Inner- und Südasiens" (IFD) unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Deborah Klimburg-Salter vom Institut für Kunstgeschichte. Seither ist das Team damit beschäftigt, die Forschungsplattform zu organisieren und strukturieren. Zusätzliche Gelder etwa für Forschungsreisen und Nachwuchsförderung sowie für Sonderprogramme sollen auch beschafft werden. "Hoffen wir das Beste", meint die Kunsthistorikerin lächelnd.

Das Beste ist gerade gut genug

Zu den Besten zu gehören, genauer gesagt zu einem Center for Excellence für das Studium der inner- und südasiatischen Kulturgeschichte an der Universität Wien zu werden, ist auch das Ziel der IFD. Die Chancen, dieses Ziel zu erreichen, sind realistisch, denn die ForscherInnen in Österreich liefern schon seit langem international anerkannte Forschung auf diesem Gebiet. Die IFD kann neben diesen human resources auch auf Bibliotheksbestände auf dem höchsten Niveau zurückgreifen. "Österreich hat schon zur Zeit der Monarchie Spitzenforschung auf diesem Gebiet geleistet", so Klimburg-Salter, "wir müssen nur darauf achten, dass das Niveau erhalten bleibt sowie die Forschungsmethodik und Inhalte ins 21. Jahrhundert gebracht werden."

Unterstützung durch Forschungsschwerpunkt ...

Außerdem beginnt die IFD ihre Arbeit nicht im luftleeren Raum: Sie baut auf den Projekten des vom Wissenschaftsfonds FWF geförderten Forschungsschwerpunkts "Kulturgeschichte des westlichen Himalaya" (2001–006) auf, der mit einer Gesamtdotation von mehr als 1,5 Mio. Euro gefördert wurde. An dem Forschungsschwerpunkt beteiligt waren die Institute für Kunstgeschichte und Südasien-, Tibet- und Buddhismuskunde der Universität Wien sowie das Institut für Architekturtheorie und Baukunst der Technischen Universität Graz. Enge Kooperationen gab es mit dem Phonogrammarchiv der ÖAW sowie mit der Universität für angewandte Kunst. Erforscht und dokumentiert wurden alte Manuskripte, Inschriften, die buddhistische Kunst und Architektur sowie die oralen Traditionen im westlichen Himalaya-Gebiet.

... und WHAV sowie Phonogrammarchiv

Das "Western Himalaya Archive Vienna" (WHAV) ist das weltweit größte Archiv mit Dokumentationen buddhistischer und hinduistischer Kunst aus dem westlichen Himalaya-Gebiet. Der Fokus der Sammlung liegt auf buddhistischer Klosterkunst der Region, aber die Bestände umfassen auch Prachtstücke aus Zentral- und Südasien von Afghanistan bis Kambodscha. Somit hat die IFD auf rund 100.000 Dias sowie analoge und digitale Fotos Zugriff; zählt man die Bestände der Archive zu tibetischen Manuskripten und Inschriften auf dem Institut für Südasien-, Tibet und Buddhismuskunde dazu, sind es ca. 135.000 Bilder. Dazu kommen noch 300 Stunden Tonaufnahmen und 55 Stunden Videoaufnahmen des Phonogrammarchivs der ÖAW.

Dokumentation und Interdisziplinarität

"Unser Forschungsgebiet ist politisch sensibel", erklärt die Leiterin des IFD. "Die Primärdokumentation bleibt teilweise total aus. Aus diesem Grund ist neben der Auswertung und Bearbeitung der bis heute gesammelten Dokumente die Fortsetzung der Dokumentationsarbeiten ein Schwerpunkt der Forschungsplattform." Ein anderer wesentlicher Bestandteil der IFD, der bisher erfolgreich praktiziert wurde, ist die interdisziplinäre Kooperation von PhilologInnen, KunsthistorikerInnen, ArchitektInnen, Sozial- und KulturanthropologInnen, GeoinformatikerInnen, NumismatikerInnen, KonservierungsforscherInnen etc. - auch auf internationaler Ebene.

Anwendungsorientierte Forschung

Am Wiederaufbau des Museums in Kabul, Afghanistan, wurde beispielsweise ebenso mitgearbeitet wie am "Nako Research and Preservation Project", bei dem es um die Erforschung und Konservierung des 900 Jahre alten Tempelkomplexes von Nako in Indien ging. Beide Projekte wurden etwa durch Förderungen von Seiten der Gerda-Henkel-Stiftung oder des World Monument Fund finanziert. Dank der Bemühungen des Wiener Forschungsteams wurde Nako 2002 und 2004 auf die Liste der "100 Most Endangered Sites" gesetzt, die von der World Monuments Watch herausgegeben wird. "Die Erforschung der Kulturgeschichte dieser Region kann wesentlich zur Sicherung und zum Erhalt des kulturellen Erbes beitragen", ist Klimburg-Salter überzeugt.

Doch nicht nur anwendungsorientierte, auch "anwendungsfreundliche" Forschung wird von der  IFD (weiter-)betrieben: Die bereits im Forschungsschwerpunkt eingerichtete Bilddatenbank soll weiter ausgebaut und der wissenschaftlichen Gemeinschaft zugänglich gemacht werden. (ak)  

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