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Nikolaus Joseph Freiherr von Jacquin (c) Botanischer Garten der Universität Wien


Wilhelm Koppers
(c) Universitätsarchiv


Ferdinand von Hochstetter (c) Universitätsarchiv


Forschungsreisende der Universität Wien im 19. und 20. Jahrhundert
Sommerserie, Reisen und Wissenschaft
Dieter N. Unrath (Redaktion) am 20. August 2004

DieUniversitaet-online.at stellt einige Forschungsreisende des 19. und 20. Jahrhunderts kurz vor, die an der Universität Wien gelehrt haben und von ihren Auslandsaufenthalten neue Erkenntnisse und wichtige Impluse für Wissenschaft und Forschung "mitbrachten": Nikolaus Joseph Freiherr von Jacquin, Rudolf Pöch, Alois Musil, Wilhelm Koppers, Philipp Paulitschke und Ferdinand von Hochstetter.

Nikolaus Joseph Freiherr von Jacquin (1727-1817) Nikolaus Joseph Freiherr von Jacquin wurde am 16. Februar 1727 in Leiden (Niederlande) geboren. Im Zuge seines Medizinstudiums kam er an die Universität Wien, das er hier beendete. 1754 übernahm er im Auftrag von Kaiser Franz Stephan von Lothringen die Leitung einer wissenschaftlichen Expedition nach Übersee, u.a. in die Karibik, Venezuela und Kolumbien. Mit den von diesen Reisen mitgebrachten lebenden Tieren, Pflanzen und Mineralien wurden die Menagerie und der Botanische Garten in Schönbrunn ausgestattet. 1769 wurde er Universitätsprofessor an der Universität Wien und übernahm die Lehrstühle für Botanik und Chemie sowie die Leitung des Botanischen Gartens. Rudolf Pöch (1870-1921) Rudolf Pöch wurde am 17. April 1870 in Tarnopol (heute: Ternopol)/Ukraine geboren und verstarb am 4. März 1921 in Innsbruck. Er studierte Medizin in Wien und beschäftigt sich 1896 als junger Arzt mit der Pest, die sich von China aus über Hongkong bis nach Indien ausbreitete. Er wurde Mitglied einer ärztlichen Kommission, die von der Akademie der Wissenschaften beauftragt wurde, nach Bombay/Indien zu reisen. Nach dieser Reise ging er nach Berlin, um Ethnologie und Anthropologie zu studieren. Für Studien über die Malaria reiste er 1902 an die afrikanische Westküste, von 1904 bis 1906 erforschte er die Papuastämme in Neuguinea. Der Ethnograph, Anthropologe und Pestarzt erbrachte dort den Nachweis von Zwergvölkern. Seine Forschungsreisen führten ihn auch nach Südafrika, wo er sich mit der Erforschung der Buschmänner auseinandersetzte. 1919 wurde der Pionier auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Film- und Tondokumentation Universitätsprofessor an der Universität Wien. Alois Musil (1868-1944) Alois Musil wurde am 30. Juni 1868 in Rychtárow (Tschechische Republik) in bäuerlichen Verhältnissen geboren. 1887 studierte er in Olmütz (Olomouc) Theologie und lernte Hebräisch, Arabisch und Türkisch.1891 erfolgte die Priesterweihe, die nächsten vier Jahre war er Religionslehrer in Mährisch-Ostrau (Ostrava), bis er ein Stipendium für eine Orientreise erhielt. Von 1919 bis 1920 war er Universitätsprofessor für biblische Hilfswissenschaften und arabische Sprachen in Wien. 1917 wurde er Dekan der Theologischen Fakultät der Universität Wien und 1918 Prodekan. Der Vetter zweiten Grades des Dichters Robert Musil entdeckte u.a. die omaijadischen Wüstenschlösser östlich von Amman und erforschte Nordarabien. Wilhelm Koppers (1886-1961) Der gebürtige Deutsche (8. Februar 1886 in Menzelen) war Völkerkundler und Priester des Missionsordens Societas Verbi Divini. 1924 habilitierte er sich an der Universität Wien für allgemeine Völkerkunde, 1928 erfolgte die Ernennung zum außerordentlichen, 1935 zum ordentlichen Universitätsprofessor. Er gründete 1928 das Institut für Völkerkunde und unternahm Expeditionen nach Feuerland und nach Zentralindien, wo er die dortigen Stämme erforschte. Nach dem Zweiten Weltkrieg ? die Nationalsozialisten unterbrachen seine Tätigkeit in Wien und setzten ihn in den zeitlichen Ruhestand ? wurde er nach Wien zurückberufen und blieb bis zu seiner Emeritierung 1957 Ordinarius. Philipp Paulitschke (1854-1899) Philipp Paulitschke wurde am 24. September 1854 in Cermakowitz (Cermákovice), Tschechische Republik geboren. Nach Studien der Altphilologie, Geschichte und Geographie wurde er in Znaim Gymnasialprofessor und promovierte 1879. In seiner Dissertation beschäftigte er sich mit der geografischen Erforschung von Afrika. Der Geograph und Völkerkundler wurde Dozent an der Universität Wien und bereiste Nordostafrika, Sudan und Ägypten. Er entdeckte das Naturwunder von Alejo-Dible. Seine Reisen waren für die Wissenschaft von großer Bedeutung, sie brachten astronomische und meteorologische Beobachtungen, wichtige Erkenntnisse über verschiedene Somal- und Gallastämme sowie die erstmalige Aufzeichnung der Harrari-Sprache. Ferdinand von Hochstetter (1829-1884) Der Geologe Ferdinand von Hochstetter wurde am 30. April 1829 in Esslingen/Deutschland geboren. Er kam 1852 an die Geologische Reichsanstalt und habilitierte sich 1856 an der Universität Wien. Er nahm an der ?Novara-Expedition? (1857-1859) teil, der ersten großen wissenschaftlichen Mission der österreichischen Kriegsmarine. Seine Forschungsreisen führten ihn auch nach Neuseeland, wo er im Gebiet um Auckland geologische Aufnahmen und kartographische Terrainaufnahmen machte sowie zoologische und botanische Sammlungen anlegte. Von Hochstetter erschloss ganz Neuseeland wissenschaftlich, er hat die Grundlage für die geologisch-geographische Kenntnis von Neuseeland geschaffen. Nach ihm ist der Berg ?Hochstetter-Dom? benannt. 1876 wurde er Direktor des Naturhistorischen Museums. (du)  

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