Gabriela Ondrejkovics-Fernandes: International und vielseitig |
| Köpfe & Karriere, DLE-LeiterInnen |
| Eszter Bokor (Redaktion) am 30. Juni 2004 |
Im Rahmen der Neuorganisation der universitären Dienstleistungseinrichtungen wurden das ehemalige Büro für Internationale Beziehungen (BIB) und die Forschungsförderung in eine Einheit zusammengeführt. Dr. Gabriela Ondrejkovics-Fernandes ist seit Anfang Mai 2004 die Leiterin der neuen Dienstleistungseinrichtung (DLE) ?Forschungsservice und Internationale Beziehungen?. |
Gerade der Wandel und die Umstrukturierungsprozesse an der Universität waren die Motivation für Dr. Gabriela Fernandes, sich um diese Stelle zu bewerben: ?Es gibt einen großen Änderungsprozess auf europäischer Ebene. Es ist sehr aufregend, genau zu diesem Zeitpunkt an einer der größten Universitäten Europas diese Aufgabe zu übernehmen. Besonders interessant finde ich die Kopplung von internationalen Beziehungen und Forschung.? Die neue Leiterin der DLE ist selbst sehr international ausgerichtet und vielfältig interessiert: Sie studierte in drei Ländern, spricht fünf Sprachen (neben ihrer Muttersprache Portugiesisch auch Deutsch, Englisch, Spanisch und Französisch), ihre berufliche Laufbahn führte sie von naturwissenschaftlicher Forschung zur Forschungsförderung. Von Portugal über Deutschland nach Österreich Gabriela Fernandes wurde 1959 in Coimbra, Portugal geboren und studierte an der Universität ihrer Heimatstadt Physik. Anschließend kam sie nach Österreich, studierte dann zwei Jahre in Heidelberg und promovierte schließlich an der Universität Wien in Astrophysik. Nach ihrem Doktorat arbeitete sie zunächst am Institut für Astronomie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem vom FWF geförderten Projekt. Später wurde sie wissenschaftliche Angestellte im Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, anschließend war sie als FWF-EU-Beauftragte im Bereich Naturwissenschaft und Technik tätig, ehe sie zum European Science Foundation Liaison Officer ernannt wurde. Ihren Einstieg bei der Universität Wien sieht sie nicht als großen Einschnitt in ihre Karriere: ?Diese Aufgabe lag quasi auf meinem Weg, sie ergab sich aus meiner bisherigen Betätigung. Es ist ein sehr interessanter Aufgabenbereich, der genau meiner Expertise entspricht.? Im Laufe ihrer Arbeit für den FWF hat sie einen guten Überblick über die Forschungstätigkeit in Österreich gewonnen, kennt aber auch die internationale Situation genau. Die ?unbemerkte? DLE ?Meine Zielsetzung ist, eine Organisation aufzubauen, die sehr kompetent, effizient und transparent arbeitet und die man kaum merkt?, fasst Fernandes ihr Konzept für die DLE zusammen und lächelt. Wieso soll ihre Einheit unbemerkt bleiben? ?Wenn etwas sehr gut funktioniert, merkt man es kaum ? und man ärgert sich nicht darüber?, erklärt sie. Die neue Leiterin sieht ihre Aufgabe in zwei Bereichen: Zunächst muss sie die Zielgruppen ?Studierende, Lehrende und ForscherInnen - beim Erreichen ihrer jeweiligen Ziele unterstützen. Dieser Bereich umfasst die Finanzierung von Forschungsvorhaben und die Betreuung der StudentInnen und Lehrenden bei ihren Auslandaufenthalten. ?Das Ziel ist, dass den Betroffenen auf Anhieb geholfen wird und alles reibungslos funktioniert. Wir wollen der Ansprechpartner sein, der alle Belange der Forschungsförderung und der Mobilität betreut?, resümiert Dr. Fernandes. Um dies zu erreichen, muss aus den früher unabhängig voneinander agierenden Einrichtungen BIB und Forschungsservice eine Einheit gebildet werden. Der zweite wichtige Aufgabenbereich ist die internationale Positionierung der Universität Wien und die Unterstützung bei der Umsetzung ihrer Strategie. Kommunikativ und teamorientiert Dr. Fernandes geht mit Verve an ihre Aufgaben. Ihre fröhliche und doch sehr bestimmte Art ist sehr einnehmend. Gute Kommunikation ist das A und O für die neue DLE-Leiterin: ?Ich arbeite offen, kommunikativ und teamorientiert. Die Bereiche und Themen sind so komplex, dass sie ein/e Einzelne/r schwer überblicken kann, deshalb kommt der Zusammenarbeit im Team ein besonderer Stellenwert zu.? Zwar ist Gabriela Fernandes erst seit wenigen Wochen an der Universität Wien, ihr erster Eindruck ist jedoch äußerst positiv: ?Ich bin sehr zufrieden mit meinem Team, es ist unglaublich engagiert. Ich bin mir sicher, dass wir unsere Ziele gemeinsam umsetzen können?, meint sie zuversichtlich. Auf dem Weg Die Mutter eines zehnjährigen Sohnes widmet sich in ihrer Freizeit der Familie, zudem malt sie gern und hat einen großen Freundeskreis. Zurzeit steht aber die Karriere an zentraler Stelle: ?Die ersten zwei Monate an der Universität Wien waren für mich eine Ausnahmesituation, da gab es kaum Familienleben.? Was die Zukunft bringt, weiß sie noch nicht, aber sie ist voller Elan. ?Wo ich in fünf Jahren sein werde, das kann ich noch nicht sagen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich von der Universität Wien weg in Pension gehe ? dafür bin ich zu neugierig und zu aktiv. Irgendwann wird meine Aufgabe hier erledigt sein, und dann brauche ich neue Herausforderungen?, sagt sie und sprüht förmlich vor Energie. (eb) |

