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Gesamtuniversitäre Partnerschaften der Universität Wien in Europa
EU-Erweiterung
Michaela Hafner (Redaktion) am  4. März 2004

Die Universität Wien ist weltweit über Forschungskonsortien, Mobilitätsprogramme und Netzwerke mit der Scientific Community verbunden. Mit zwölf mitteleuropäischen Universitäten (davon acht in den neuen EU-Ländern Polen, Slowakei, Tschechische Republik und Ungarn) ist die Alma Mater Rudolphina eine so genannte Gesamtuniversitäre Partnerschaft eingegangen. Während die Partnerschaften früher als Instrumentarium für den WissenschafterInnenaustausch zwischen dem Westen und den damaligen Ostblock-Staaten wichtig waren, entwickeln sich heute daraus oft spannende und eigenständige Projekte.

Mit der Eötvös-Universität, der Semmelweis-Universität und der Wirtschaftsuniversität in Budapest, mit der Universität Bologna, der Masaryk-Universität Brünn, der Comenius-Universität Bratislava, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Babes-Bolyai-Universität Cluj in Rumänien, der Jagiellonischen Universität Krakau, der Karlsuniversität Prag, der Universität Triest und mit der Universität Warschau hat die Universität Wien ein Gesamtuniversitäres Partnerschaftsabkommen geschlossen. Die Gesamtuniversitären Partnerschaften stellen einerseits einen formalen Rahmen für die nachhaltige Pflege bereits bestehender wissenschaftlicher Zusammenarbeit dar, andererseits eröffnen sie Perspektiven und Möglichkeiten für neue Kooperationen. "Die Universität Wien ist europaweit ein gefragter Partner, besonders in den mitteleuropäischen Ländern. Das ist sehr erfreulich, allerdings kann die Universität Wien nicht allen Wünschen Rechnung tragen, sondern muss sich - zumindest bei der gesamtuniversitären Kooperation - auf einige ausgewählte Partner konzentrieren", fasst Mag. Rembert Schleicher vom Büro für Forschungsservice und Internationale Beziehungen zusammen. "Voraussetzung für den Abschluss eines Gesamtuniversitären Partnerschaftsabkommen ist, dass es schon umfassendere Beziehungen auf Instituts- oder Fakultätsebene gibt und dass die Aktivitäten eine gewisse Breite abdecken." Drei Partnerschaftsgenerationen Neben vielzähligen Instituts- und Fakultätsabkommen, die die Universität Wien seit Jahrzehnten mit Einrichtungen anderer Universitäten unterhält, ging die Universität Wien in drei Phasen zwölf Gesamtuniversitäre Partnerschaften ein: Die erste Generation der Partnerschaftsabkommen wurde noch im Rahmen der bilateralen Kulturabkommen mitverhandelt und lief übers Ministerium. Das älteste Abkommen ist jenes mit Budapest von 1971, kurz danach wurden welche mit Warschau, der Humboldt-Universität in Ost-Berlin und mit Triest geschlossen. Die Abkommen mit Universitäten in den damaligen Ostblockländern waren ein wichtiges Instrument vor allem für den WissenschafterInnenaustausch. "Die Universitäten als Organisation haben in den 1970er und 1980er Jahren noch wenig international gedacht und agiert. Die Wissenschafter hatten naturgemäß internationale Kontakte und haben so bottom up der Leitung Anstöße für die Internationalisierung gegeben", erklärt Schleicher und erinnert dabei an das Prinzip "Erst die Kontakte, dann die Kontrakte". 1983/84 wurden Prag, 1990/91 Brünn und Bratislava zu Partneruniversitäten. Die jüngsten Abkommen sind jene mit der Jagiellonischen Universität Krakau (Oktober 2002) und der siebenbürgischen Babes-Bolyai-Universität Cluj (Oktober 2003). Vielfältige Projekte Während die Aktionen und Kooperationen früher nach einer Bedarfserhebung geplant wurden, die niemals umfassend sein konnte, soll in Zukunft eine gemeinsame Evaluation, die alle Aktivitäten im Blick hat, der Ausgangspunkt für die Entwicklung neuer Projekte und Kooperationen sein. In diesem Sinne sind auch die in den Verträgen vereinbarten Personentage nicht mehr so zentral - wenn sie auch den Austausch anregen, der bisher vor allem auf wissenschaftlicher Seite stattgefunden hat, aber auch im administrativen Bereich immer wichtiger wird. So möchte etwa der Direktor der Krakauer Universität demnächst den ZID besuchen. "Der Schwerpunkt liegt aber auf der wissenschaftlichen Kooperation. Projekte, die sich innerhalb der Partnerschaft entwickeln, können sich durchaus auch verselbständigen, wie das Beispiel der Zusammenarbeit des Zentrums für europäische Studien in Krakau mit dem Lehrgang Europäistik in Wien zeigt. An der Universität Cluj wird von Wien aus die deutschsprachige Lehre unterstützt", erzählt Rembert Schleicher. Weiters angestrebt sind Joint- bzw. Double-Degree-Abkommen. In Zukunft soll neben den bestehenden Partnerschaftsabkommen aber auch die Zusammenarbeit mit anderen Universitäten in bereits bestehenden Netzwerken (etwa UNICA) verstärkt werden. Universität Wien: international seit Jahrhunderten Die Universität Wien ist traditionell ein Ort grenzüberschreitender wissenschaftlicher Begegnung. "Als Muster im 19. Jahrhundert lässt sich feststellen, dass Professoren ihre Karriere in der 'Peripherie' begannen, z.B. in Czernowitz oder Lemberg, später nach Prag oder Graz und zuletzt an die Uni Wien berufen wurden", erzählt Mag. Thomas Maisel vom Universitätsarchiv.

Und Dr. Tatjana Antalovsky von der Dienstleistungseinrichtung Forschungsservice und Internationale Beziehungen verweist auf eine Ausstellung der Universität Wien im Mährischen Landesmuseum in Brünn, in der das historische Einzugsgebiet der Universität Wien für die Medizin und die Jurisprudenz sichtbar wurde. Diese Ausstellung im Oktober 1995 fand im Rahmen einer Präsentation der Universität Wien an der Masaryk-Universität Brünn statt, nachdem sich letztere im Mai 1994 in Wien präsentiert hatte.

Masaryk-Universität Brünn zu Gast an der Universität Wien: Eröffnung der Ausstellung im Kleinen Festsaal durch Rektor Alfred Ebenbauer und Rektor Eduard Schmidt am 26.5.1994.

Einer der Festvortragenden, Wendelin Schmidt-Dengler, anlässlich der Präsentation der Universität Wien an der Universität Warschau am 23.4.1999.

Ausstellung der Universität Wien an der Partneruniversität Warschau. Fotos: BIB

Eine ähnliche Präsentation gab es auch an der Partneruniversität Warschau, die im November 1997 an der Universität Wien zu Gast war und im April 1999 die Wiener KollegInnen zu sich gebeten hatte. Zum Programm und zu den Aktivitäten dieser gegenseitigen Besuche gehörten neben den Ausstellungen auch Vorträge, Symposien, Bücherspenden, Festkonzerte - und natürlich Networking unter den WissenschafterInnen und Studierenden. (mh) Forschungsservice und Internationale Beziehungen/Büro für Internationale Beziehungen (BIB)  

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