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Hier wird Druck gemacht
Orte der Universität Wien
Daniela Schuster (Redaktion) am  4. September 2003

Konferenzmaterialien, Adressenetiketten, Immatrikulationsunterlagen, Visitenkarten - täglich werden sie an der Universität benutzt, geklebt, ausgefüllt oder überreicht. Doch selten macht sich jemand Gedanken darüber, wo sie eigentlich herkommen. DieUniversitaet.at hat recherchiert. Und wurde fündig: Dr. Karl-Lueger-Ring 1, vierter Hof, Stiege 6, Hausdruckerei.



Ob Einladung zum Rektorstag, Lehrveranstaltungszeugnis oder Psychologie-Skript - alles geht durch ihre Hände - und durch ihre Maschinen. Emmerich Varga, Walter Ahlfeld und vier Drucker sorgen in der Hausdruckerei der Universität Wien dafür, dass Montag bis Freitag zwischen 7 und 15 Uhr all jenes vervielfältigt wird, was vervielfältigt werden muss. Und das ist eine ganze Menge.

 
 

Walter Ahlfeld, Richard Matousek, Emmerich Varga

"Unser Druckvolumen beläuft sich auf 20 Millionen Drucke im Jahr", erklärt Varga. In Zukunft könnten es sogar 30 Millionen Drucke werden. "Die Druckerei befindet sich derzeit im Umbruch. Wir werden bis Anfang Oktober einige neue Maschinen, sowohl für die Produktion als auch für eine gediegene Endfertigung, anmieten." Wie viele und welche Geräte das genau sein werden, steht noch nicht ganz fest. Das Bewilligungsverfahren läuft noch. "Wir möchten aber gerne dahin gehend modernisieren, dass in Zukunft auch Farbdruck möglich sein wird", berichtet Richard Matousek von der Wirtschaftsabteilung, der die Hausdruckerei untersteht.

Modernisierung soll Effizienz steigern

 

Derzeit sind nur Drucke in schwarzweiß möglich. Ein Grund, weshalb in der Vergangenheit viele Universitätsbedienstete das Angebot der Hausdruckerei nicht nutzten und lieber den Copy-Shop bemühten. Und das, obwohl der meist langsamer und teurer ist. Denn in der Hausdruckerei dauert die Herstellung von 10 000 Vervielfältigungen nur circa zwei Stunden, der Preis für einen Druck beläuft sich derzeit auf maximal 1,5 Cent (beziehungsweise auf 2,5 Cent für eine beidseitige Vorlage). "Im Gegensatz zu unseren gewerblichen Mitbewerbern sind wir nicht angehalten, auf Profit zu arbeiten. Daher bieten wir die Möglichkeit, Drucksachen zum Selbstkostenpreis herzustellen", so Varga.

Emmerich Varga leitet über den Computer Druckaufträge weiter.

 

Der Abwanderung will man in Zukunft durch das Angebot von Farbdrucken, hochwertigen Schwarzweiß-Vervielfältigungen und einer gediegenen Endfertigung (Falztechnik, Heißklebe- und Ringbindung) entgegenwirken und vielleicht auch Produktionslücken wieder schließen, die dadurch entstanden sind, dass viele Mitteilungsblätter nur noch online erscheinen. "Durch die Anhebung des Standards und ein hohes Service hoffen wir in Zukunft selbsterhaltend und somit noch effizienter arbeiten zu können", so Matousek. Zudem erhoffe man sich von der Modernisierung, dass Geld, das jetzt für Drucksachen in Copy-Shops getragen wird, dann in der Universität verbleibt.

 

Schneidemaschine

 

Das Innenleben eines Spezialdruckers.

Umweltschutz ist wichtig

Umweltschutz wird großgeschrieben in der Hausdruckerei, die sich bis 1988 in den Räumlichkeiten der heutigen Poststelle im Hauptgebäude befand und jetzt im Hof 4, Stiege 6 angesiedelt ist. Bei der Bindung von zum Beispiel Konferenzmaterialien setzt man auf Umschläge, die aus leicht verrottbarem Material hergestellt sind. Und natürlich wird nur hier auf umweltfreundlichem Papier gedruckt. Derzeit sind gar 1400 Kilo Papier vorrätig. Klingt viel, ist es aber nicht. "Wir haben nur immer so viel da, wie wir gerade brauchen. Das Material wird je nach Auftragslage bestellt, um die Lagerkosten niedrig zu halten", informiert Emmerich Varga.

 
 

Ersatzteillager der Druckerei: Wenn der Drucker streikt, sind die Ersatzteile schon vor Ort.

Semesteranfang = Hochbetrieb

Derzeit ist in der Hausdruckerei Hochbetrieb. Grund: Es ist kurz vor Semesteranfang. Nicht nur Immatrikulationsunterlagen, Überweisungsträger für den Semesterbeitrag (die Daten hierfür kommen übers Netz vom ZID) und FLAG-Bescheinigungen wollen gedruckt sein, auch viele Professoren stehen Schlange, um ihre Lehrmaterialien für das kommende Semester vervielfältigen zu lassen. "Wir würden uns wünschen, dass einige Auftraggeber ihre Druckvorlagen frühzeitiger einreichen. In den Sommermonaten stehen unsere Maschinen fast still und dann ist Ende September die Hölle los", berichtet Varga. Gut, dass er in diesen Spitzenzeiten auf Drucker zurückgreifen kann, die über 100 Exemplare pro Minute produzieren können. Da ist sogar der Druck von 165 000 Konferenzfaltbroschüren ein Klacks. Und die neuen Geräte, die ab Oktober hoffentlich in der rund 240 Quadratmeter großen Druckerei Platz finden werden, sollen sogar noch schneller und besser sein. (dan)


Ihren Druckauftragbestellschein können Sie hier ausdrucken.
Über die Modernisierung der Hausdruckerei und die damit verbundene Erweiterung ihres Angebots wird DieUniversitaet.at noch berichten.

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