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Praxiseinsatz der compu- terunterstützten Wett- kampfanalyse im Rahmen der österreichischen Tischtennis-Meister- schaften in Perg (von links: Karl Jindrak, Prof. Dr. Arnold Baca, Werner Schlager). Foto: Institut für Sportwissenschaft


Screenshot SpInSy: Geschnittener Schwung beim Carving.


Biomechanische Analyse des Carving-Schwungs.


Vorhand Topspin im Tennis.


Raumdeckung im Fußball.


Institut für Sportwissenschaft, Abteilung für Biomechanik/ Bewegungswissenschaft und Sportinformatik
SpInSy    
Hightech für die SportwissenschafterInnen von morgen
Studium/Lehre, eLearning
Roland Dreger (Redaktion) am 14. März 2005

Schweißtreibendes Muskeltraining alleine führt im modernen Leistungssport schon lange nicht mehr zum Erfolg. Auf die Technik kommt es an. Am Institut für Sportwissenschaft der Universität Wien setzt man deshalb auf innovative Wege in Forschung und Lehre.

Der Blick aus dem Fenster verrät sofort, wo man sich befindet: Fußballtore, Aschenbahnen und Sandgruben. Am Monitor im Büro läuft das UEFA-Cup-Spiel des FK Austria Wien vom Vorabend. Den Sieg gegen Athletic Bilbao gilt es peinlichst genau anhand von Videosequenzen zu analysieren. Der FK Austria Wien ist nur eines der österreichischen Teams, mit dem die SportwissenschafterInnen des Instituts für Sportwissenschaft zusammenarbeiten. Das Rudernationalteam gehört ebenso dazu wie das Eishockeynationalteam. Immer mehr heimische SpitzensportlerInnen greifen auf die Hightech-Verfahren aus dem "Sportlabor" zurück. Mehr Hightech im Leistungssport "Deren Einsatz im modernen Leistungssport hat in den letzten Jahren enorm zugenommen", weiß ao. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Arnold Baca, Leiter der Abteilung für Biomechanik, Bewegungswissenschaft und Sportinformatik des Instituts für Sportwissenschaft. Ein Grund dafür ist, wie er sagt, dass die jüngere Trainergeneration bereits mit den neuen Technologien aufgewachsen ist. Und diesem Trend wird an der Universität Wien in Forschung und Ausbildung gleichermaßen Rechnung getragen. Internetbasiertes Informationssystem "SpInSy" heißt das in den letzten zweieinhalb Jahren am Institut für Sportwissenschaften in Kooperation mit der Universität Salzburg entwickelte internetbasierte Informationssystem. Das Akronym steht für Sportarten-Informations-System. Es soll helfen, die Technik und Bewegung einzelner Sportarten sowie die dahinter liegende Theorie besser und anschaulicher zu vermitteln. Die multimediale Lern- und Lehrplattform wurde im Rahmen der Aktion "Neue Medien in der Lehre an Universitäten und Fachhochschulen" vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur finanziert. Veranschaulichung abstrakter Konzepte Welche Wirkung hat die Ballrotation auf die Flugbahn des Tennisballes? Welche Kräfte wirken auf den Skifahrer ein? Was ist ein geschnittener Schwung beim Carving? Computeranimationen und Videosequenzen veranschaulichen abstrakte Konzepte und erleichtern das Erlernen des Diagnostizierens von Fehlern in der Bewegungsführung. Gerade im Sinne von Blended Learning (Mischung von Präsenz- und Onlinephasen, Selbststudium und Gruppenarbeit) sieht Arnold Baca in SpInSy eine ideale Ergänzung zur klassischen Vermittlung des Theoriekomplexes der verschiedensten Teildisziplinen der modernen Sportwissenschaft. Ausgangspunkt waren vier Sportarten: Alpiner Skilauf, Tennis, Leichtathletik und Fußball. Mittlerweile sind etliche neue hinzugekommen. Ein Modul zum Thema Beachvolleyball ist gerade abgeschlossen, der Themenbereich Schwimmen ist im Entstehen. Erarbeitet wurden die Module zum Teil von den StudentInnen selbst im Rahmen von Diplomarbeiten und Dissertationen.  Pervasive Computing Aber nicht nur für die Zusammenarbeit mit TrainerInnen und LeistungssportlerInnen, auch im Breitensport wird es für die SportwissenschafterInnen von morgen immer wichtiger, sich mit den Möglichkeiten moderner Technik auseinanderzusetzen. Pervasive Computing nennt sich die immer weiter fortschreitende Durchdringung unseres Alltags mit Computer-Technologien. Die natürlich auch vor dem Sport nicht Halt macht. Im Gesundheits- oder Wellnesssportbereich, erklärt Baca, kommen schon jetzt vermehrt miniaturisierte Sensoren zum Einsatz. "Diese liefern unmittelbar während der sportlichen Aktivität Daten verschiedenster Körperfunktionen, die aufgezeichnet oder drahtlos übertragen werden können." Sportspezifische Feedbacksysteme Derzeit arbeitet man in der Abteilung des Sportwissenschafters unter anderem mit dem österreichischen Ruderverband und der Rudernationalmannschaft zusammen. Ziel ist die Schaffung neuer sportspezifischer Feedbacksysteme. Relevante Informationen sollen schon während der Ausübung der Sportart möglichst schnell und objektiv an AthletInnen und TrainerInnen rückübermittelt werden. Defizite in den Bewegungsabläufen lassen sich so etwa sofort erkennen und nötigenfalls korrigieren. Auch HobbysportlerInnen könnten in Zukunft von diesen Technologien profitieren. (ro)  

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