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Mag. Sandra Köberl, Zuständige für die ERASMUS-Incoming-Studierenden im Büro für Mobilitätsprogramme der DLE Forschungsservice und Internationale Beziehungen (FSIB)


Sokrates/ERASMUS-Mobilitätsstipendien für Studierende Einreichfrist für Sommersemester 2007 bis 20. Oktober (Achtung, die Fristen an den Instituten können früher angesetzt sein.)   ERASMUS-Mobilitätsstipendien für Lehrende Einreichfrist für Sommersemester 2007 bis 31. Oktober   ERASMUS-Student-Network Buddy-Programm
Mobile Lehrende fördern internationale Lehre
Hin und weg von der Universität Wien
Vielfältiger Uni-Alltag, Studium/Lehre
Heidrun Huber (Redaktion) am 15. September 2006

Die Stärkung der Mobilität von Lehrenden und Studierenden ist eine wesentliche Voraussetzung für die Positionierung der Universität Wien im internationalen Hochschul- und Forschungsraum. Eines der bekanntesten Mobilitätsprogramme ist ERASMUS. Die Online-Universitätszeitung besuchte zum einen das Büro für Mobilitätsprogramme, und erkundigte sich zum anderen im Büro Forschungsservice und Internationale Beziehungen über ERASMUS für Hochschullehrende an der Universität Wien.

Bevor der Parteienverkehr beginnt, gilt es die zahlreichen E-Mails aus allen möglichen Länder zu beantworten, erzählt Mag. Sandra Köberl, Zuständige für die ERASMUS-Incoming-Studierenden im Büro für Mobilitätsprogramme der DLE Forschungsservice und Internationale Beziehungen (FSIB). Dieses zieht im Hintergrund die administrativen Fäden, die umfangreiche Austauschprogramme erst möglich machen. Sandra Köberl bekommt von den internationalen Büros der 327 Partneruniversitäten die Namen jener genannt, die ausgewählt wurden, an der Universität Wien im Rahmen von ERASMUS eine Zeit lang zu studieren und ist die erste Anlaufstelle nach deren Ankunft in Wien.

Rund 700 Studierende kommen jährlich aus dem Ausland - am häufigsten aus Deutschland und Frankreich - an die Universität Wien, um innerhalb des Mobilitätsprogrammes ERASMUS ein bis zwei Semester hier zu studieren. Umgekehrt verschlägt es rund 900 Studierende der Universität Wien jährlich in alle Himmelsrichtungen.

Das bedeutet , dass cirka zwei Prozent der Studierenden der Universität Wien mit ERASMUS mobil sind. Trotzdem profitieren auch die Daheimgebliebenen von ERASMUS: Durch den Lehrendenaustausch kommen regelmäßig ausländische WissenschafterInnen und lehren einige Wochen an der Universität Wien. Von dieser nahmen 71 Lehrende im Studienjahr 2005/06 an ERASMUS teil und unterrichteten an einer Hochschule im Ausland. Auch entstehen durch die Anwesenheit ausländischer Studierende "international classrooms" für alle Daheimgebliebenen, die außerdem die Möglichkeit haben, als "Buddy" die Gäste in Wien einzuführen und so eigene internationale Kontakte zu knüpfen.

Kein Büro von Babel


"Kommen Sie bitte nach Ihrer Ankunft in Wien in das Büro für Mobilitätsprogramme!" So lautet der Aufruf im "Erasmus Welcome Guide" für die hereinkommenden Studierenden. Eine nüchterne Aufforderung, die in der Praxis jedes Jahr im September und Oktober einen Zustrom aufgeregter internationaler Studierender unterschiedlichster Sprachen bedeutet, die zunächst mittels Zahlschein für den ÖH-Beitrag die Zulassung vollenden müssen. Die Online-Vorinskription im eigens geschaffenen Online-Anmeldesystem geschah idealerweise bereits im Heimatland. Denn sobald Sandra Köberl Informationen über die Nominierung eines/r Studierenden erhält, sendet sie der-/demjenigen Informationsmaterial zu.

Mehrsprachige Beratung ist im Büro für Mobilitätsprogramme selbstverständlich. Damit es in Österreich mit der Verständigung klappt, bietet die Universität Wien einen vorbereitenden Deutschkurs an.

Informationstankstelle für ERASMUS-Incoming


Manche ausländische Studierende sind am Anfang sehr verunsichert, andere selbstständiger und bereits informiert. Allen leistet das Büro für Mobilitätsprogramme Hilfestellungen beim ersten Anlauf. So organisiert man beispielsweise Informationsveranstaltungen, wo praktische Informationen zur Meldung in Wien und zur Universität bekannt gegeben sowie die Studierendenausweise ausgeteilt werden. Fachspezifisch arbeitet ein zusätzliches Informationsnetz: "FachkoordinatorInnen an den Instituten helfen bei studienrelevanten Fragen weiter", sagt Köberl.

ERASMUS-Outgoing - einfacher Ablauf


Die KoordinatorInnen an den Instituten sind auch dafür zuständig, die Studierenden der Universität Wien für einen Auslandsaufenthalt zu nominieren. Bis spätestens 15. März des jeweiligen Jahres müssen die Bewerbungen für das darauffolgende Studienjahr einlangen. Für Plätze im Sommersemester 2007 kann man sich bis spätestens 20. Oktober bewerben. Die KoordinatorInnen wählen die Studierenden aus und informieren das Büro für Mobilitätsprogramme. Daniela Schier, zuständig für die ERASMUS-Outgoing, nimmt die Bewerbungsunterlagen der KandidatInnen persönlich in Empfang und leitet die Nominierung an die ERASMUS-Partneruniversitäten und an den ÖAD weiter.

FAQs der ERASMUS-Outgoing


"Prinzipiell bräuchte jede/r Studierende seit Einführung der Online-Datenbank, wo man sich registriert und die Bewerbungsunterlagen herunterladen kann, nur mehr einmal ins Büro kommen", sagt Sandra Köberl. Außerdem hat ihre Kollegin Daniela Schier erst kürzlich Informationen zu ERASMUS-Outgoing in Form von Frequently Asked Questions, häufig gestellten Fragen, online auf die FSIB Homepage gestellt. Die zahlreichen Fragen reichen von einfachen Problemen mit Passwörtern bis hin zu Sorgen um die Studienbeihilfe.

Lehrendenaustausch


Weniger Fragen gibt es bei den Lehrenden. Dafür wird nach Einlangen der Bewerbung von Maria Schmidt-Dengler vom FSIB überprüft, ob sich die WissenschafterInnen verständigt haben, ob, wie und wann eine Lehrveranstaltung an der Partneruniversität stattfinden kann. Zu diesem Zweck entwarf man bereits vor Jahren eine Standardeinladung, die die Rahmenbedingungen eines ERASMUS-Lehraufenthaltes klarstellt. "Erst wenn die Bewerbung vollständig ist und vom Institutsvorstand unterschrieben wurde, wird das formell notwendige 'bilateral agreement' ausgestellt, das vom Vizerektor unterschrieben wird", sagt Schmidt-Dengler.

Interesse von allen Instituten


"Heuer waren nicht nur mehr Personen als bisher, sondern auch viele Studienrichtungen neu vertreten", freut sich Maria Schmidt-Dengler. Prinzipiell kommen die Lehrenden von den unterschiedlichsten Instituten. Manche sind aber besonders aktiv: Institute wie die Kultur- und Sozialanthropologie, das mit acht Personen im Studienjahr 2005/06 die meisten Lehrenden über ERASMUS ins Ausland entsandte, sowie die Finno-Ugristik stehen in einem stetigen Austausch mit ausländischen Institutionen. "Vor allem Fächer, die nur an wenigen europäischen Universitäten vertreten sind, rücken enger zusammen, und so haben sich seit den 1990er Jahren regelrechte Kreise gebildet, die sich oft auch mit Forschungsnetzwerken und Konsortien der gemeinsamen Lehrplanentwicklung decken", weiß Schmidt-Dengler. Besonders stark vertreten sind die philologischen Institute. Auf Platz zwei nach der Kultur- und Sozialanthropologie folgt die Romanistik mit sechs Personen. Aber auch Lehrende der Chemie und Mathematik nahmen und nehmen am Programm teil.

Anträge für das Sommersemester 2007 noch bis 31. Oktober


"Lehraufenthalte im Ausland haben auch schon zu Berufungen an diese Universitäten geführt", verweist Maria Schmidt-Dengler auf die Vorteile für Lehrende. Bis 31. Oktober 2006 können noch Anträge für das Sommersemester 2007 eingereicht werden. (hh)


Die internationale Erfahrung ihres wissenschaftlichen Personals und ihrer Studierenden sind ein wichtiges Element für die Stellung der Universität Wien als eine der führenden Hochschulen Europas. Die DLE Forschungsservice und Internationale Beziehungen leistet durch ihre Unterstützung und Beratung bezüglich Forschungs- und Studienmöglichkeiten im Ausland dazu einen wichtigen Beitrag. Informationen über Mobilitätsprogramme, Auslandspraktika, Joint-Study-Programme und kurzfristiges wissenschaftliches Arbeiten im Ausland erhalten die Studierenden im Büro für Mobilitätsprogramme, die Bewerbungsunterlagen gibt es im Internet.  Lehraufenthalte im Ausland sind übrigens nicht nur über ERASMUS, sondern auch über andere Partnerschaften und Förderungsprogramme möglich. Ansprechpartner ist die DLE Forschungsservice und Internationale Beziehungen beziehungsweise das zuständige Dekanat (Förderung von Auslandsbeziehungen).
 

ERASMUS
Das EuRopean Action Scheme for the Mobility of University Students (ERASMUS) zielt darauf ab, durch die Förderung von transnationalen Partnerschaften zwischen Hochschulen die Qualität der Hochschulbildung zu verbessern und ihre europäische Dimension zu stärken. Weitere Ziele sind die Förderung des Fremdsprachenerwerbs und der Aufbau eines interkulturellen, europäischen Bewusstseins. Im Rahmen von Erasmus werden sowohl Teilaktionen wie die Erasmus-Hochschulcharta und transnationale Erasmus-Projekte als auch Erasmus-Mobilitätsaktivitäten gefördert. Gemeinsam mit mehr als 2100 Hochschuleinrichtungen in 31 Ländern nimmt die Universität Wien an Erasmus teil. (Europäische Kommission) 

   

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