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Dossier "Hinter den Talaren":

Die Redaktion von "dieUniversitaet-online" ist beim Streifzug durch das Hauptgebäude und den universitären Alltag auf so manche offene Frage gestoßen - und hat sich diese prompt beantworten lassen. Heraus kam ein bunter Strauß an Hintergrundberichten und Blitzlichtern - nachzulesen im Dossier "Hinter den Talaren". Zum Dossier


Archiv der Universität Wien Das Corporate Design der Universität Wien unistore Dunkl Corporate Design
Identität und Tradition: Das Siegel der Universität Wien
Hinter den Talaren
Lisa Hellmann (Redaktion) am 26. November 2010

Das Siegel der Universität Wien hat eine lange Tradition: Seit dem 14. Jahrhundert wurde es zuerst als mittleres Siegel für Geschäftsdokumente, später dann als großes Siegel für feierliche Urkunden der Universität Wien verwendet. Heute ist es in modernisierter Form Bestandteil des Logos und aus dem Alltag der Universität Wien nicht mehr wegzudenken. In Zusammenarbeit mit Thomas Maisel vom Archiv der Universität Wien hat "dieUniversitaet-online" die Geschichte des Siegels nachgezeichnet.

Schon im Jahr 1366 gab es einen ersten Entwurf eines Sapientia-Siegels. Damals zeigte dieses mittlere Siegel eine Frauenfigur mit schulterfreiem Gewand, Krone und Haarnetz. In den Händen hielt sie ein Lilienszepter und ein geschlossenes Buch.


Ältestes mittleres Siegel, ab 1398 bis Mitte des 16. Jahrhunderts in Verwendung. (Foto: Archiv der Universität Wien)

Nach mehreren Weiterentwicklungen des Siegels und vor allem der Umschrift, wurde das Siegel 1550 neu entworfen. Das neue Siegel war bereits im Renaissancestil gehalten und zeigte auf einem portalartigen Renaissancekatheder die gekrönte Figur der Sapientia mit Lilienszepter und geschlossenem Buch, in einem prunkvollen Kleid im Stil der Zeit, mit einer "Gnadenkette" um den Hals. Zwischen einer Lorbeer-Stufenlinie und einer Randlinie stand die Umschrift: S: *SAPIENTIAE* *STVDII* *VIENNENSIS*.


Siegelstempel mit dem Sapientia-Siegel, ca. 1550 (Foto: Archiv der Universität Wien)

Das "S:" bedeutete ursprünglich "secretum" (mittleres Siegel, wurde für Geschäftsdokumente verwendet), wird aber heute eher als "sigillum" (Siegel) verstanden. Eine offizielle Übersetzung der Umschrift ins Deutsche existiert nicht; eine wörtliche Übertragung lautet einfach "Siegel der Weisheit der Universität Wien". Das Sapientia-Siegel wurde im Laufe der Zeit immer öfter verwendet und löste Anfang des 17. Jahrhunderts das mittelalterliche große Siegel ab, erklärt Thomas Maisel, Mitarbeiter des Archivs der Universität Wien.

Fakultätssiegel


Artistensiegel, 1388 (Foto: Archiv der Universität Wien)

Parallel zum Sapientia-Siegel gab es noch das Rektors-Signet, ein eigenes Zeichen des Rektors. Zudem hatten die ursprünglichen vier Fakultäten der Universität Wien jeweils ein eigenes Siegel. So gab es ein Theologensiegel, ein Juristensiegel, ein Siegel der Medizinischen Fakultät und ein Artistensiegel (Fakultät für freie Künste, später Philosophische Fakultät).

Heute: Das Siegel als Teil des Logos

Was wurde aus dem jahrhundertealten Siegel? Die Universität Wien implementierte im Jahr 2005 erstmalig ein einheitliches Corporate Design. Der beauftragte Grafikdesigner Martin Dunkl konzipierte als sichtbarstes Element der neuen Designlinie ein Logo, bestehend aus dem Universitätssiegel und dem Schriftzug "Universität Wien".

 

Dafür wurde das Siegel von einigen kleinteiligen Ornamenten entlastet, um eine praktikable Verkleinerung und eine gute Druckfähigkeit zu gewährleisten. Das Logo symbolisiert zwei wichtige Säulen der Universität Wien: Der Schriftzug spiegelt Innovation und Modernität wider während das Siegel die Verbindung zur langen Tradition repräsentiert.

Das Siegel im Universitätsalltag



Das Siegel wird auch heute noch für offizielle Anlässe verwendet. So ist es zum Beispiel auf den Abschlussurkunden der AbsolventInnen der Universität Wien eingeprägt. Aber auch als Teil des Logos ist das Universitätssiegel omnipräsent. Neben Drucksorten und Visitenkarten schmückt es Webseiten, Fahnen, Notizbücher, Wassergläser und Regenschirme. Sogar T-Shirts, Pullover, Rucksäcke und Sporttaschen kommen ohne das Siegel nicht mehr aus. (lh)

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