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Thomas Wrbka und Stefan Schindler beim Initialisierungsworkshop der "Plattform Biodiversität Forschung Austria".


Plattform für Biodiversitäts-ForscherInnen in Österreich European Network for Biodiversity Information Department für Naturschutzbiologie, Vegetations- und Landschaftsökologieder Fakultät für Lebenswissenschaften
Initiative zur Erhaltung biologischer Vielfalt
Jahr der Biodiversität 2010, Wissenschaft
Theresa Dirtl (Redaktion) am 28. Oktober 2008

Für das Leben auf der Erde ist biologische Vielfalt essenziell. Europäische Netzwerke haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Biodiversitätsforschung zu intensivieren und sie verstärkt in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Seit kurzem existiert mit der "Plattform Biodiversität Forschung Austria" - unter Leitung des Naturschutzbiologen Thomas Wrbka - auch in Österreich eine Vernetzungsstelle für die Erforschung der biologischen Vielfalt.

So divers wie das Thema, so divers und verstreut waren bisher auch die Initiativen und Personen, die zu Biodiversität in Österreich arbeiteten. "Oberstes Ziel der neuen Plattform ist die Förderung der Kommunikation zwischen den Fachleuten und die Bündelung der Erfahrungen auf dem Gebiet der Biodiversitätsforschung, um vordringliche Forschungsthemen zu identifizieren und Wissenslücken zu schließen", erklärt Ass.-Prof. Dr. Thomas Wrbka vom Department für Naturschutzbiologie, Vegetations- und Landschaftsökologie.

Zwei Jahre arbeitete das Team um Wrbka am Auf bau der "Plattform Biodiversität Forschung Austria" (BDFA), die seit Mai 2008 offiziell agiert. Damit hat nun auch Österreich auf die EU-Ziele der Lissabon-Strategie maßgeblich reagiert. Darin wird unter dem Motto "Halting the loss of biodiversity" gefordert, den Verlust der biologischen Vielfalt bis 2010 zu reduzieren oder zu stoppen.

"Im Gegensatz zu anderen EU-Staaten war die Biodiversitäts-Forschung in Österreich durch eine stark zersplitterte Szene gekennzeichnet. Eine Bündelung von Aktivitäten fand kaum statt", sagt Projektmitarbeiter Mag. Stefan Schindler: "Mit unserer neuen Plattform ist es nun erstmals möglich gemeinsam aufzutreten, auf nationaler wie auf internationaler Ebene." Die Mitgliederliste umfasst nicht nur WissenschafterInnen, sondern auch VertreterInnen aus der Naturschutzpraxis, wie NGOs oder Schutzgebietsverwaltungen.

Von Agrarpolitik bis zu alternativen Energien

Wie auch die auf europäischer Ebene bestehende Initiative "European Platform for Biodiversity Research Strategy" (EPBRS) soll die österreichische Plattform zukünftig aktiv Expertise für Gesellschaft und Politik anbieten. Derzeit brisante Themen sind beispielsweise Auswirkungen des Klimawandels, der Freisetzung genetisch modifizierter Organismen, der Agrarförderung und der alternativen Energiegewinnung auf die regionale Biodiversität innerhalb und außerhalb von Schutzgebieten. "Hier gibt es überraschend große Wissenslücken und enormen Handlungsbedarf", so Schindler: "Als Netzwerk können wir das Know-how unserer Mitglieder rasch zur Verfügung stellen und entsprechende Forschungsschwerpunkte initiieren."

Europäische Ebene

Das Pendant zur BDFA auf europäischer Ebene ist die seit 1999 bestehende Initiative EPBRS. Seit Gründung des Netzwerks waren auch immer österreichische ForscherInnen daran beteiligt, allerdings als Einzelpersonen. "Mit der BDFA können wir viel aktiver und geschlossener auf europäischer Ebene mitarbeiten und wichtige biodiversitätsrelevante Forschungsanliegen einbringen", erklärt Stefan Schindler: "Auch österreichische ExpertInnen können somit EU-Rahmenprogramme und EU-Forschungsinitiativen im Vorfeld mitgestalten. Unsere Expertise kann somit dazu genutzt werden,  durch gezielte Forschungsvorhaben den Biodiversitätsverlust zu stoppen." (td)

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