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Internationaler Frauentag 2002 (2): Frauen - was nun?
Internationaler Frauentag
Susanne Häberle am  5. März 2002

Dies ist heuer das Motto der Veranstaltungsreihe "Literatur im März", die erstmals im neuen Museumsquartier stattfindet. Vom 7. bis 10. März 2002 widmen sich SchriftstellerInnen, WissenschafterInnen, KünstlerInnen und LeserInnen alten und neuen frauenbewegten Zusammenhängen.

Bestandsaufnahme erwünscht  

Für den Eröffnungsvortrag wurde Christina Thürmer-Rohr eingeladen, Frauenforscherin an der TU Berlin und bekannte Aktivistin in der deutschen Frauenbewegung der 1970er Jahre. Sie wird sich am 7. März der Frage nach den Entwicklungen und Perspektiven feministischer Kritik widmen. Am 8. März, dem internationalen Frauentag, verspricht eine Gesprächsrunde, an der u. a. Ursula Pasterk und Eva Rossmann teilnehmen, eine Bestandsaufnahme der (österreichischen) Frauenbewegung.  

Prosa und Film international  

Literarisch werden die vier Tage von SchriftstellerInnen aus Algerien, Deutschland, England, Frankreich, Polen und Russland begleitet, die teilweise in Originalsprache aus ihren aktuellen Werken lesen. International bekannte Autorinnen sind geladen: Die Namen Assia Djebar, Christine Angot oder Yoko Tawada stehen für anspruchsvollen Lektüregenuss. Besonders am 9. März - unter dem Themenkreis "FrauenWelten" - werden Frauenleben in, mit und zwischen den verschiedenen Kulturen zur Sprache kommen. Für CineastInnen bietet das Begleitprogramm Kostproben aus dem Schaffen österreichischer Film- und VideokünstlerInnen. Mit dabei sind Valie Export, Lisl Ponger und Mara Mattuschka, um nur einige zu nennen. Eine Performance, eine szenische Lesung und eine DJ-Line mit Electric Indigo/Cassy runden das kulturelle Angebot ab.  

Und die Männer?  

Auch wenn die VeranstalterInnen in erster Linie Frauen aufs Podium bitten, um aus ihren Texten vorzulesen, zu diskutieren oder ihre Bilder zu zeigen, kommen auch Autoren zu Wort, die sich in ihrem wissenschaftlichen bzw. belletristischen Werk eingehend mit Geschlechterdifferenzen auseinandergesetzt haben: so ist der durch seine "Männerphantasien" bekannt gewordene Wissenschafter Klaus Theweleit zu Gast in Wien, und auch der Schriftsteller Thomas Hettche wird Auszüge aus seinem Kriminalroman "Der Fall Arbogast" präsentieren. Am Sonntag, 10. März wird in einer Gesprächsrunde mit GenderforscherInnen die abschließende Frage gestellt werden: "Und die Männer?".

Frauen  - was nun?  

Ob während der vier Tage im Museumsquartier eine Antwort auf diese Frage gefunden wird, spielt letztlich eine untergeordnete Rolle. Allein die öffentliche Auseinandersetzung mit den "Frauen in Bewegung", wie es im Programm heißt, allein die Tatsache, dass Frauen außerhalb der üblichen (autonomen oder institutionalisierten) Freiräume eine Plattform geboten wird, ihre Kunst einem breiten Publikum vorzustellen und darüber zu diskutieren, sprechen für den Besuch dieser Veranstaltung.  

Detailliertes Programm hier: www.alte-schmiede.at/frauen.htm  

Die Autorin ist Mitarbeiterin des Zentrums für Forschungsförderung, Drittmittel und Öffentlichkeitsarbeit.

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