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Internationaler Frauentag 2002 (9): Eineinhalb Jahre Projektzentrum Frauenförderung
Internationaler Frauentag
Sylwia Bukowska und Evi Genetti am  8. März 2002

Seit nunmehr eineinhalb Jahren arbeitet das Projektzentrum Frauenförderung an der Konzeption und Durchführung von frauenfördernden Maßnahmen an der Universität Wien. Mehrere Frauenförderprojekte wurden seither erfolgreich gestartet. Die Universität Wien kann stolz auf eine Einrichtung verweisen, die einzigartig in Österreich ist und gezielt daran arbeitet, die Geschlechterdemokratie an der Uni Wien voranzutreiben.

Die Geschlechterasymmetrie  

Die Institution Universität zeichnet sich trotz verschiedener Reformmaßnahmen nach wie vor durch eine deutliche hierarchische Geschlechterordnung aus. An der Universität Wien spiegelt sich diese Geschlechterasymmetrie klar und deutlich wider: Während der Frauenanteil unter den Absolventinnen derzeit bei 63 % liegt, fallen die Anteile auf den unterschiedlichen wissenschaftlichen Karrierestufen nach oben sprunghaft ab: So beträgt derzeit der Anteil von Frauen unter den UniversitätsassistentInnen 36 % und unter den außerordentlichen ProfessorInnen 17%, während er unter den ordentlichen ProfessorInnen bei lediglich 9% liegt (Stichtag 1.1.2001, Datenmaterial vom Rektorat der Uni Wien).  Zur Beseitigung dieser Unterrepräsentation von Frauen sind viele gleichstellungspolitische Maßnahmen und Aktivitäten notwendig. Das Projektzentrum Frauenförderung versucht einen wichtigen Beitrag in diesem vielfältigen Gleichstellungsprozess an der Uni Wien zu leisten.  

Die Projekte: Karriere und Arbeitsumfeld  

Den Schwerpunkt der Arbeit des Projektzentrums Frauenförderung, das im September 2000 auf Initiative von Vizerektorin Moser gegründet wurde, stellt die Konzeption und Durchführung von Maßnahmen dar, die in unterschiedlichen Bereichen einer Hilfestellung im Karriereweg und einer Stärkung der Qualifikation von Frauen dienen sollen. Bereits in den ersten eineinhalb Jahren ist es den beiden Mitarbeiterinnen im Zentrum gelungen, zahlreiche Projekte ins Leben zu rufen.  So wurde bereits im November/Dezember 2000 als eines der ersten Groß-Projekte das Mentoring-Programm konzipiert, ein vom Europäischen Sozialfonds (EFS) und dem bm:bwk gefördertes Pilotprojekt. Elf renommierte Professorinnen und Professoren der Universität Wien betreuen zwei Jahre lang 41 junge Nachwuchswissenschafterinnen im Rahmen eines Gruppenmentorings.  Im Februar 2002 begann parallel zum Mentoring-Programm eine weitere Maßnahme, die gemeinsam mit dem Referat für Personalentwicklung ausgearbeitet wurde: das Karriereplanungs-Curriculum   "Potentiale erkennen. Visionen entwickeln. Zukunft gestalten. Frauen in der Wissenschaft planen ihre Laufbahn." Im Rahmen dieses Pilotlehrgangs werden zwölf Frauen drei Semester lang bei ihrer Karriereplanung und -entwicklung von erfahrenen Trainerinnen unterstützt und begleitet. Einen ganz anderen Bereich des Arbeitsumfelds greift das zweite Groß-Projekt des Projektzentrums thematisch auf: seit genau einem Jahr, seit Februar 2002, gibt es die Beratungsstelle Sexuelle Belästigung und Mobbing. Diese Serviceeinrichtung steht allen Universitätsangehörigen der Uni Wien offen, die von Mobbing und/oder sexueller Belästigung betroffen sind. (dieUniversitaet.at berichtete)  Aber auch ein spezielles Programm für Studentinnen wurde geplant, und auch dafür konnten erfolgreich Mittel des Europäischen Sozialfonds beantragt werden: das Coaching-Projekt. Das neueste Angebot des Projektzentrums Frauenförderung unterstützt Studentinnen in der Abschlussphase ihrer Diplomarbeit bzw. ihrer Dissertation. Das Projekt startet im Sommersemester 2002. Zusätzlich zu all diesen Projekten ist das Projektzentrum in den unterschiedlichsten gleichstellungspolitischen Initiativen an der Uni Wien beteiligt. Hervorzuheben ist hier die Mitarbeit an der Entwicklung eines Frauenförderplanes und an einem budgetären Anreizsystem für die Uni Wien sowie das Verfassen von Stellungnahmen zu aktuellen Hochschulreformvorhaben aus der Sicht der Frauenförderung.  

Die Zukunft  

Es kann ruhigen Gewissens gesagt werden, dass die letzten eineinhalb Jahre viel Neues im Bereich der Frauenförderung an der Universität Wien gebracht haben. Entscheidend wird es nun sein, die bestehenden und zukünftigen Projekte nachhaltig in die Universitätsstruktur zu integrieren und die Frauenförderung zu einem selbstverständlichen Bestandteil der Universitätspolitik zu machen.

Die Autorinnen sind Mitarbeiterinnen des Projektzentrums Frauenförderung und operative Leiterinnen der erwähnten Projekte.

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