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Internationaler Frauentag 2003 (1): Gender in Bewegung
Internationaler Frauentag
Gastbeitrag von Marlen Bidwell-Steiner am  7. März 2003

Das Projektzentrum Genderforschung zieht zum Internationalen Frauentag am 8. März eine positive Bilanz: Frauen- und Geschlechterforschung wird seit einem Semester im Rahmen der freien Wahlfächer schwerpunktmäßig studiert. Die Bedeutung dieses Forschungsfeldes über die Universität hinaus dokumentiert die Broschüre "Gender? Gender!", die am 26. März 2003 präsentiert wird.

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen gibt es ihn seit einem Semester: den Wahlfachkorb Gender Studies. Und wenn auch heftig nachjustiert, ausgefeilt und weitergedacht wird, ist das für die Mitarbeiterinnen des Projektzentrums Genderforschung ein Grund zum Feiern. Um zu betonen, dass Gender Studies nicht nur für Frauen von Interesse sind, wurde als Tag der Feier bewusst nicht der Internationale Frauentag gewählt, denn: "Gendered Subjects" sind nicht ausschließlich Frauen(sache), sie betreffen alle.

Broschüre "Gender? Gender!"

Um dieses Bewusstsein über das universitäre Feld hinaus zu tragen, hat die Arbeitsgruppe für Öffentlichkeit der Geistes- und Kulturwissenschaftlichen Fakultät in Kooperation mit dem Projektzentrum Genderforschung die Image-Broschüre "Gender? Gender! Geschlechterforschung an der Universität Wien" herausgegeben. VertreterInnen einzelner Fachrichtungen veranschaulichen darin "ihren" Gender-Begriff. Die Publikation vereint zwölf Beiträge von Lehrenden der Universität Wien mit Bildausschnitten der In-Secco-Malerei der Künstlerin Minna Antova. Die Publikation richtet sich an die interessierte Öffentlichkeit und möchte einen Einblick in den Umgang mit dem Gender-Begriff in einzelnen Disziplinen eröffnen.

Gendertanz

Anlässlich der Präsentation der Broschüre lädt das Projektzentrum Genderforschung am 26. März 2003 alle genderbewegten Menschen im Umfeld der Universität Wien zu einem Fest in der Aula des Universitätscampus. Als Ehrengästin wird die neu bestellte Universitätsrätin Aylâ  Neusel, Präsidentin der Internationalen Frauenuniversität Hannover, erwartet, die in Deutschland vielfältige hochschul- und frauenpolitische Aktivitäten initiiert hat.   Das Motto "Doing Gender - Dancing Gender" betont die sinnliche Qualität der Kategorie Gender, die in der täglichen Arbeit manchmal vernachlässigt wird. Denn Gender ist mehr als eine reflexive Größe, ihr Sitz im Leben lässt die ForscherInnen immer wieder Fragen der Geschlechterdemokratie und damit auch des eigenen Standortes neu stellen.

Ringvorlesung "Genderbegriff in den Disziplinen"

Mit der Darstellung nach außen soll gleichzeitig der universitätsinterne Reflexionsprozess belebt werden. Während in der Konzeptionsphase des Wahlfachkorbes vor allem organisatorische Fragen der Implementierung im Vordergrund standen, geht es jetzt um die inhaltliche Aufbereitung: Im Wintersemester 2003/2004 wird im Rahmen des Einführungsmodules Gender Studies eine Ringvorlesung angeboten, die den "Genderbegriff in den Disziplinen" thematisiert und so vor allem StudienanfängerInnen eine gute Grundlage für die der Materie inhärente Interdisziplinarität bietet.

Doch zuvor wird wie gesagt getanzt: Nach der Präsentation der Broschüre "Gender? Gender!" am 26. März 2003 um 18 Uhr gerät der Genderbegriff in Bewegung: Die Tanzperformance "Life Flesh" von Linda Samaraweerowa und Daniel Yamada vermittelt Lust auf aktive Teilnahme in der anschließenden Gender-Party, für entsprechende Rhythmen sorgt DJane Jane C.

  Mag.a Marlen Bidwell-Steiner ist Mitarbeiterin am Projektzentrum Genderforschung der Universität Wien.

"Doing Gender - Dancing Gender!"  26. März 2003, 18 Uhr  Aula des Universitätscampus Hof 1  1090 Wien, Alserstraße 4

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